Das 2010 gegründete niederländische Entwicklerstudio Vlambeer machte in der Vergangenheit mit den Spielen Ridiculous Fishing, Super Crate Box und Serious Sam: The Random Encounter auf sich aufmerksam. Während der Entwicklung von Serious Sam veröffentlichte das Team einige kleinere Titel, darunter auch Luftrauser, welches nun als Luftrausers zurückkehrt.

Das Prinzip hinter Luftrausers ist einfach: ihr seid ein Kampfpilot und müsst alles vom Himmel und dem Wasser schießen, was euch vor das Visier kommt. Dabei setzt Luftrausers auf schnelles und unkompliziertes Gameplay und wirft euch sofort in die Action. Die Steuerung ist simpel: mit den Richtungstasten oder dem Analog Stick dreht ihr euer Flugzeug (euren Luftrauser) in der Luft. Drückt ihr nach oben oder die Schultertasten beschleunigt und mit den Aktionstasten schießt ihr. Diese Elemente müssen nun geschickt eingesetzt werden, um der herannahenden Gefahr Herr zu werden und möglichst lange zu überleben.

Letzteres ist dabei natürlich die größte Herausforderung, da man sich zu Beginn des Spiels erstmal etwas einarbeiten muss, um die Mechaniken zu verstehen. Nachdem ihr von eurem U-Boot aus gestartet seid, tauchen auch schon die ersten Gegner auf. Je besser man spielt und je länger man überlebt, umso härtere Brocken warten auf euch. Ist man zu Beginn lediglich mit leichten Flugzeugen konfrontiert, tauchen später auch pfeilschnelle Kampfjets, schwer bewaffnete und aggressive Bomber und sogar riesige Kriegsschiffe oder stark bewaffnete U-Boote auf, die euch vom Himmel schießen wollen.

Mit jedem Treffer, sei es durch Schüsse oder Kollisionen, verliert ihr an Lebensenergie. Dies wird durch einen immer enger werdenden Kreis um euer Flugzeug angezeigt. Sobald man aufhört zu schießen, regeneriert sich die Lebensenergie wieder. Man muss jedoch nicht nur auf die umherschwirrenden Gegner aufpassen, sondern auch auf die Umgebung. Denn auch die Berührung mit dem Wasser oder den am höchsten gelegenen Wolken, fügt eurem Flugzeug Schaden zu.

Je mehr Gegner ihr hintereinander abschießt, umso höher der Punktemultiplikator, der nach einer gewissen Zeit ohne weitere Abschüsse wieder auf null fällt. Habt ihr euer virtuelles Leben ausgehaucht, was vor allem am Anfang sehr schnell passiert, werdet ihr mit eurem Score konfrontiert und könnt euch auch eine genaue Statistik ansehen, welche Gegner ihr abgeschossen habt, wie lange ihr in der Luft wart und wie viele Punkte ihr gesammelt habt. Darüber hinaus könnt ihr auch auf die online Rangliste zugreifen und sehen, wo ihr im Vergleich mit anderen steht.

Nachdem ihr die erste kleine Tutorialmission, in der ihr mit der Steuerung vertraut gemacht werdet, bestanden habt, werden auch Missionen freigeschaltet. Drei dieser Missionen sind immer gleichzeitig aktiv und geben verschiedene Ziele vor, wie beispielsweise das Abschießen einer bestimmten Anzahl von Gegnern in einem Einsatz oder insgesamt. Das Erfüllen solcher Missionen bringt euch Totenköpfe mit denen ihr wiederum neue Luftrauser-Teile freischaltet, die insgesamt über 100 verschiedene Kombinationen ermöglichen.

Im Hangar könnt ihr euren Luftrauser dann mit diesen Teilen ausstatten, wobei diese in drei Kategorien eingeteilt sind: Waffe, Rumpf und Antrieb. Bei den Waffen finden sich unterschiedlichste Kriegsmaschinen wie Maschinengewehr, Laser oder Homing Missiles, wobei jede Waffe ihre Vor- und Nachteile hat. Während man mit dem Laser beispielsweise einen durchgängigen Strahl hat, ist die Rotationsgeschwindigkeit eures Flugzeuges während dessen reduziert.

Die Rumpfausstattung hat meist Einfluss auf Verteidigung und Lebensenergie. So bietet eine schwere Panzerung einen besseren Schutz, verlangsamt euch jedoch gleichzeitig. Man kann sich jedoch auch mit einem nuklearen Rumpf ausstatten, der explodiert sobald ihr besiegt wurdet und so eure Feinde mit in den Tod nimmt.

Der Antrieb hat erwartungsgemäß Auswirkungen auf eure Fluggeschwindigkeit, bietet jedoch auch andere Extras. So gibt es beispielsweise einen Antrieb, der mit Kugeln betrieben wird und somit auch hinter euch fliegende Flugzeuge zerstören kann. Ein anderer wiederum erlaubt es euch ohne Schaden ins Wasser einzutauchen.

Grafisch präsentiert sich Luftrausers in feiner und einfacher Pixelgrafik, für die im Laufe des Spiels unterschiedliche Farbschemata freigeschaltet werden können. Nun darf man sich von dem einfachen Grafikstil nicht abschrecken lassen, denn das Spiel bietet feine Animationen und eine punktgenaue Kollisionsabfrage. Beim Sound gibt es passende Hintergrundmelodien, die teilweise zum Ohrwurm werden können.

Fazit

Luftrausers weiß mit einem einfachen Spielprinzip und einer ausgezeichneten Umsetzung dessen zu überzeugen. Die meist kurze Spielzeit pro Einsatz, die natürlich abhängig vom Können des Spielers ist, motiviert immer neue Einsätze zu fliegen und sich stetig zu verbessern. Durch die Anpassungsmöglichkeiten kann man seinen Luftrauser an den eigenen Spielstil anpassen oder verschiedenste Kombinationen ausprobieren. Einziger Wehrmutstropfen: ein Mehrspielermodus fehlt, bei dem man sich direkt duellieren kann. Dennoch sollten sich Shooter-Fans Luftrausers auf alle Fälle ansehen.

Pro

  • Präzise Steuerung
  • Feines Gameplay
  • Anpassungsmöglichkeiten des Flugzeugs
  • Retro Feeling durch feine Pixelgrafik

Contra

  • Kein Mehrspielermodus

8,5/10

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.