19 Jahre ist es mittlerweile her, dass Super Mario World 2: Yoshi’s Island auf dem SNES erschienen ist. Nach einer Portierung des Titels für den Game Boy Advance 2002 folgte mit Yoshi’s Island DS 2006 der erste Nachfolger des erfolgreichen Jump’n’Runs. Weitere acht Jahre später halten wir nun mit Yoshi’s New Island den nächsten Titel in der Reihe in Händen, der sich ebenfalls als Nachfolger zum 1995 erschienen Yoshi’s Island sieht.

Die Geschichte beginnt mit einem Storch, der zwei Babys zu ihren Eltern bringt. Doch während der Reise wird er plötzlich vom bösen Zauberer Kamek attackiert und verliert daraufhin eines der beiden Bündel, in dem sich der kleine Mario befindet. Der Storch und das zweite Bündel, welches sich als Luigi herausstellt, werden von Kamek entführt. Der kleine Mario stürzt unterdessen auf das Ei Eiland, die einst friedliche Heimat der Yoshis, die seit langem von Baby Bowser terrorisiert wird. Gleich nach der sicheren Landung im Kreise der Yoshis macht sich Mario instinktiv auf, seinen verschollenen Bruder zu finden. Beeindruckt von seinem Wagemut entschließen sich die Saurier, dem kleinen zu helfen, indem sie ihn abwechselnd auf ihren Rücken tragen.

Man übernimmt nun abwechselnd die Rolle der verschiedenen Yoshis und muss dabei in insgesamt sechs Welten jeweils acht Levels absolvieren. In jedem vierten und achten Level muss man sich dann gewohntermaßen einem Bosskampf stellen. Während man sich im Original so zwei Bossen pro Welt gegenüber sah, wird man in Yoshi’s New Island im ersten Schloss immer mit Kamek selbst und erst im zweiten mit einem Boss konfrontiert. So läuft und springt man durch verschiedene Umgebungen und muss dabei nicht nur auf herumstreunende Gegner, sondern vor allem auf Baby Mario aufpassen. Sobald man sich nämlich an einer der unzähligen Gefahren verletzt, verliert man Mario und der Sternenzähler beginnt sich zu verringern. Sobald dieser abgelaufen ist, verliert man ein Leben.

Während der Sternenzähler zu Beginn eines jeden Levels auf 10 steht, kann man ihn durch das Sammeln von Sternen auf bis zu 30 erhöhen. Dadurch erhält man nicht nur mehr Zeit Baby Mario im Falle des Falles wieder einzufangen, sondern die Sterne stellen auch ein von drei Sammelobjekten dar. Die anderen beiden sind Blumen und rote Münzen, wobei es von ersteren 5 und von letzterem 20 pro Level zu finden gibt. Leider hat auch in Yoshi’s New Island, wie auch in allen anderen Mario Spielen, ein weiterer Sammelgegenstand Einzug gehalten, nämlich die Leben. Während man früher noch hart für seine Leben arbeiten und aufpassen musste, nicht zu oft zu sterben, wird man heute mit ihnen überhäuft, wodurch ihre Daseinsberechtigung an Sinnhaftigkeit verliert.

Wie bereits erwähnt stellen sich den Yoshis natürlich unterschiedliche Gegner in den Weg, die man auf unterschiedliche Weise ausschalten kann. So kann man den meisten einfach auf den Kopf springen, sie verschlucken, um in weiterer Folge Eier zu legen, oder sie mit selbigen abschießen. Dahingehend bietet Yoshi’s New Island eine, im wahrsten Sinne des Wortes, große Neuerung, nämlich Rieseneier. Diese sind jedoch nur an bestimmten Stellen verfügbar, an denen dann riesige Shy Guys verschlungen werden müssen. Diese Rieseneier müssen dann dazu verwendet werden, die Umgebung zu zerstören, um den Weg frei zu machen. Sammelt man mit dem rieseigen Ei dabei fleißig Münzen ein wird man mit Leben belohnt.

Wie bereits im Original können sich die Yoshis auch im neuesten Teil in Fahrzeuge verwandeln. Leider sind diese nicht mehr in die verschiedenen Levels integriert. Vielmehr muss man durch ein spezielles Tor gehen und spielt dann in einem abgeschotteten Areal. Während es wieder verschiedene Verwandlungen, wie beispielweise in einen Heißluftballon, eine Lore oder einen Presslufthammer, gibt, steuern sich alle Minispiele faktisch gleich. Das System muss gekippt werden, wodurch man das jeweilige Fahrzeug nach und rechts steuern kann. Abhängig von der aktuellen Verwandlung kann man dann noch mit einer beliebigen Taste eine Fähigkeit einsetzen. Jedes dieser Minispiele verfügt über ein Zeitlimit, welches durch das Aufsammeln von Uhren verlängert werden kann. Schafft man es vor Ablauf der Zeit nicht bis ans Ziel, kann man das Spiel beliebig oft wiederholen.

Am Ende eines jeden Levels wartet dann wie gewohnt der rotierende Blumenkreis, in dem man hineinspringen muss, um den Level zu beenden. Stoppt die Rotation dabei auf einer Blume sammelt man Medaillen, wobei man für 10 mit einem und für 20 mit drei Leben belohnt wird. Sammelt man je Welt 30 Medaillen, wobei man diese auch in bereits abgeschlossenen Levels nochmals sammeln kann, schaltet man ein Minispiel frei.

Grafisch präsentiert sich Yoshi’s New Island in einem handgezeichneten Stil, der zwar durchaus gelungen ist, jedoch nicht ganz mit dem Charme des Originals mithalten kann. Dafür wissen die feinen Animationen zu überzeugen. Etwas schlechter bestellt ist es um den Sound, bei dem teilweise Originalmelodien übernommen und krampfhaft verschlimmbessert wurden. Darüber hinaus dümpeln die Hintergrundmelodien vor sich hin und haben weder Charakter noch Charme.

Beim Gameplay hat man sich stark am Original bedient, was prinzipiell nichts Schlechtes ist. Dadurch zeigt sich jedoch lediglich, dass das neue Spiel keinerlei sinnvolle Innovationen und Neuerungen zu bieten hat und eine dreiste Kopie darstellt. Zwar bietet der Titel auch einen Mehrspielermodus an, in dem man sich zusammen mit einem Freund in Minispiele stürzen kann, doch ist die Enttäuschung recht groß, wenn man bemerkt, dass man diese nicht gegeneinander, sondern miteinander bestreitet. Ersteres hätte das Potential gehabt, dass man sich Yoshi’s Island ab und zu schnappt, um herauszufinden wer mehr Ballone zum platzen bringt oder mehr Münzen einsammelt. Doch so verlieren auch die Minispiele schnell an Reiz.

Fazit

Yoshi’s New Island versucht in die Fußstapfen eines enorm erfolgreichen und beliebten SNES Klassikers zu treten und scheitert dabei kläglich. Obwohl es sich fast aller Elemente aus dem Original bedient, schafft es das Spiel nicht den gleichen Charme, Reiz und die Herausforderung zu bieten, die Yoshi’s Island anno dazumal ausmachte und auch heute noch zu einem hervorragenden Spiel macht.

Pro

  • Sammelgegenstände
  • Präzise Steuerung
  • Feine Animationen
  • Verschiedene Fahrzeuge…

Contra

  • …, die sich jedoch gleich steuern
  • Musik
  • Bosskämpfe zu leicht
  • Hintergründe wiederholen sich oft
  • Keine sinnvollen Neuerungen
  • Langweilige Mehrspieler Minispiele

6/10

Über den Autor

Kilian R.

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