Mit dem Wonderbook hat Sony das Repertoire an Peripheriegeräten für die PS3 erneut erweitert und für das erste Spiel auch gleich prominente Unterstützung an Land gezogen. Niemand geringerer als J.K. Rowling persönlich zeichnet für die Inhalte des Book of Spells verantwortlich, das den Spieler erneut in das Harry Potter-Universum entführt. Die nötige Ausrüstung, um diesen Titel spielen zu können, ist ein PlayStation Eye, ein Move Controller und natürlich das Wonderbook. Nachdem man Kamera, Wonderbook und Move eingerichtet hat, wobei man von einer sehr ausführlichen Anleitung begleitet wird, kann man auch schon in das Geschehen eintauchen.

Ihr seid dabei ein Schüler in Hogwarts und habt die Erlaubnis ein spezielles Zauberbuch aus der Bibliothek zu holen, welches unterschiedlichste Zaubersprüche enthält. Euer Wonderbook verwandelt sich dabei natürlich in das besagte Zauberbuch, während euer Move Controller zu einem Zauberstab wird mit dem ihr in weiterer Folge allerlei Zauber wirken könnt.

Wonderbook: Book of Spells

Das Buch besteht aus fünf Kapiteln zu jeweils zwei Teilen. Da man bekanntlich mit den Grundlagen anfängt, fängt auch dieses Abenteuer mit Kapitel 1 an, in dem man die ersten vier Zaubersprüche erlernt. Nachdem man das Kapitel ausgewählt hat gilt es auch schon zum ersten Mal das Buch aufzuschlagen wodurch, dank Augmented Reality, auch das Buch im Spiel auf die nächste Seite wechselt. Bevor man sich nun ans Zaubern macht, gibt es immer eine kurze Erklärung zum Zauber, der ihr als nächstes erlernt. Teilweise hat man danach auch noch die Möglichkeit eine Hintergrundgeschichte in Form eines Puppentheaters zu erfahren, wobei man als Spieler in dieses Theater eingreifen kann. Einerseits um etwas mehr Bewegung in die Geschichte zu bringen und teilweise auch um verloren gegangene Wörter richtig einzusetzen. Natürlich kann man sich hier auch einen Spaß erlauben und absichtlich das falsche Wort wählen, wodurch oftmals eine witzige Situation entsteht.

Um einen neuen Zauber zu erlernen gilt es zuerst das Zauberwort, das auch ausgesprochen werden will, und danach die Geste zu erlernen. Die entsprechende Geste zeichnet man dann bei gedrückter Move-Taste auf den Bildschirm um den Zauber zu aktivieren und ihn in weiterer Folge auch nutzen zu können. In regelmäßigen Abständen gibt es auch eigene Übungsräume in denen der zuletzt gelernte Zauber geübt wird. Diese Räume stellen sich als durchaus ansprechende 3D-Räume dar, in denen man unterschiedliche Aufgaben lösen muss; beispielsweise muss man im Übungsraum für den Entriegelungszauber verschiedene Schatztruhen öffnen. Am Ende eines jeden Kapitels wartet dann ein Test auf euch, in dem ihr mit einer Reihe von Aufgaben über die gerade gelernten Zauber geprüft werdet.

Sobald ihr das erste Kapitel abgeschlossen habt, könnt ihr frei entscheiden welches der drei nächsten ihr spielen wollt. Das fünfte und letzte Kapitel kann erst dann absolviert werden, wenn die Kapitel 1-4 abgeschlossen wurden. Während man in manchen Kapiteln auch auf bereits gelernte Zauber zurückgreifen muss, sind die Kapitel größtenteils in sich geschlossen. Neben zaubern und umblättern müsst ihr im Laufe des Spiels auch noch auf andere Weise mit dem Spiel interagieren, indem ihr das Buch beispielweise mit eurer Hand von Staub und Schmutz befreit oder durch kippen des Buches, das von euch darauf vergossene Wasser ablaufen lasst.

Neben den bereits erwähnten Hintergrundgeschichten und Erklärungen zu den Zaubern, finden sich auch immer wieder weitere Notizen von der Autorin des Zauberbuchs und einem früheren Schüler im Buch, mit denen man interagieren kann. Darüber hinaus findet man, meist automatisch im Verlauf des Spiels, verschiedene Schätze und nach Abschluss eines Kapitels auch ein Gedicht, welches die Geschichte eines gescheiterten Hogwarts Studenten erzählt.

Wonderbook: Book of Spells

Da sich das Spiel an Kinder richtet, werden alle Texte von einem Erzähler vorgetragen, der seine Arbeit sehr gut macht und die Geschichten mit angenehmer Stimme und passend erzählt. Wahlweise kann diese Synchronisation im Menü auch ausgeschalten werden oder man unterbricht den Erzähler einfach, indem man manuell im Text weitergeht. Daneben finden sich auch angenehme Soundeffekte und eine atmosphärische Hintergrundmusik. Auch grafisch bietet der Titel einige feine Effekte, so beispielweise auch beim Text, der sich durch Berührungen mit dem Zauberstab verformen lässt, sowie ansprechend gestaltete 3D-Umgebungen, in denen man Übungen und Prüfungen absolviert.

Die Steuerung wurde sehr präzise umgesetzt, sodass der Einsatz der unterschiedlichen Zaubersprüche immer leicht von der Hand geht. Auch die Interaktion mit dem Buch und diversen Spielelementen funktioniert problemlos. Größter Kritikpunkt ist die doch sehr kurze Spielzeit, vor allem wenn man sich nicht weiter um optionale Notizen und Hintergrundgeschichten kümmert. Auch ist es schade, dass man vom Spiel recht eingeschränkt wird, da man die Zauber nur in den dafür vorgesehenen Übungen und Tests sinnbringend einsetzten kann. Ein frei begehbarer Bereich mit unterschiedlichen Herausforderungen hätte dem Titel gut getan.

Fazit

Wonderbook: Book of Spells mag sich zwar an Kinder richten, doch sollte man sich den Titel als experimentierfreudiger Spieler durchaus ansehen, vor allem auch dann, wenn man sich für die AR-Technologie interessiert. Das Spiel selbst präsentiert sich sehr atmosphärisch und aufgrund der unterschiedlichen Zauber auch abwechslungsreich. Sehr nett sind die unterschiedlichen Effekte und die immer wieder auftretenden Interaktionsmöglichkeiten wie das Reinigen des Buches oder das Eingreifen in die erzählte Hintergrundgeschichte. Leider ist der Titel sehr kurz geraten und man vermisst etwas die Freiheit die verschiedenen Zauber jederzeit sinnvoll einsetzen zu können.

Pro

  • Verschiedene Interaktionsmöglichkeiten
  • Abwechslungsreiche Zaubersprüche
  • Sehr gute Synchronisation

Contra

  • Wenig Freiheiten
  • Sehr kurz

6/10

Über den Autor

Kilian R.

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