Bei Wolfenstein: The New Order handelt es sich um einen Ego-Shooter vom schwedischen Entwicklerteam MachineGames. Um die Serie war es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden, doch der neueste Ableger hat sich einen guten Releasezeitpunkt ausgesucht, denn die Spieleanzahl der aktuellen Konsolengeneration ist eher bescheiden. Den Titel gibt es für die PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One. Wir haben uns die Versionen der aktuellen Konsolengeneration näher zu Gemüte geführt.

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Die bisherigen Wolfenstein Teile spielten direkt zur Zeit des zweiten Weltkriegs, doch der neue Ableger erkundet neue Gewässer. Der Protagonist B.J. Blazkowicz fällt für 14 Jahre ins Komma und erwacht im Jahre 1960. Mittlerweile hat das „Regime“ die volle Macht und der Hauptcharakter schließt sich den Gegnern dieser Größe an. Besonders die neue Zeitspanne gestaltet ein völlig neues Feeling, welches der Serie gut tut.

Schon beim Schauplatz merkt man, dass sich die Entwickler nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und es wagen neue Wege zu gehen. Die Vermittlung der Story wurde generell sehr gut gelöst, denn die Charaktere sehen prima aus und dank den teilweise sehr spannenden und humorvollen Zwischensequenzen, freut man sich auf jeden erledigen Abschnitt. Auch die Dialoge mit den zahlreichen NPC´s sollte man sich nicht entgehen lassen, denn es gibt viele ausgeklügelte Anspielungen, die man ansonsten verpassen würde. Es gibt zwei alternative Handlungsstränge, die aber nur leicht voneinander abweichen.

Das Gameplay ist nicht besonders aufregend und man findet alle gängigen Shooter-Features wieder. Die Auswahl an Waffen ist sehr groß, jedoch gibt es nicht wirklich etwas Neues. Die Schusswechsel mit den Gegnern beschränken sich meisten auf: in Deckung gehen, schießen und wieder in Deckung gehen. In den verschiedenen Bereichen gibt es sehr viel zu entdecken und man sollte nicht rasch nach vor preschen, sondern die Gebiete gründlich erkunden. Manchmal findet man spannende Zeitungsausschnitte oder dicke Waffen, die man ansonsten verpassen würde. Die KI reagiert manchmal ziemlich dumm und stellt dem Spieler oftmals keine Herausforderung dar. Die letzten Spielstunden nehmen abrupt an Fahrt auf und gegen Ende muss man sich regelrecht durch die Level beißen.

Optisch kann Wolfenstein: The New Order durchaus begeistern und speziell die Xbox One und die PS4 Versionen sehen sehr detailreich aus. Die schön designten Charaktere werden von stimmigen Animationen begleitet, die Realismus ausstrahlen und die Power der neuen Konsolen ausnutzen. Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite und viele Gebiete und Kleinigkeiten schauen noch nicht fertig aus. Zu Beginn des Spiels sehen die ersten Gebiete sehr ähnlich aus und man fühlt sich als würde man einen langen Schlauch entlang gehen, der immer wieder aus denselben Texturen besteht. Schöne Lichteffekte, die in aktuellen Shooter-Größen nicht fehlen dürfen, hat man völlig außen vor gelassen.

Was den Entwicklern sehr gut gelungen ist, sind die konstanten Spannungsmomente. Nach der ersten (etwas müden) Stunde, nimmt die Story an Fahrt auf und B.J. Blazkowicz stürzt sich von einer Gefahr in die Andere. Es gibt sehr viele verschiedene Schauplätze, die den Texturenmatsch aus der ersten Spielstunde vergessen machen. Teilweise sind Bereiche vorhanden, die man von einem Wolfenstein Titel überhaupt nicht erwartet hat.

Passend zum Gemeplay ist auch die gesamte Soundkulisse. Der Soundtrack selbst ist sehr gut und auch die Geräusche während des Spiels sind sehr gelungen. Bei heißen Gefechten kann es mal vorkommen, dass die Tonlage nicht gerade perfekt ist, aber darüber kann man locker hinwegsehen, wenn man die realistischen und satten Waffengeräusche beim Nachladen hört.

Pro

  • Abwechslungsreiches Leveldesign
  • Witzige Charaktere
  • Spannende Handlung
  • Toller Soundtrack
  • Viel zu Entdecken
  • Humorvolle Dialoge

Contra

  • Mühsamer Einstieg
  • Einige Schlauch-Gebiete
  • Oftmals merkwürdige KI

Über den Autor

Anel.K

Mein Name ist Anel Kubat, ich wohne in Salzburg und bin Redakteur bei nextgen.at. Ich mag so ziemlich alle Arten von Games, doch am liebsten spiele ich RPGs.

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