The Witch and the Hundred Knight ist ein Action-RPG das von Nippon Ichi Software, unter anderem bekannt für die Disgaea-Reihe, entwickelt wurde. Die Geschichte dreht sich um die Sumpfhexe Metallia, die ihren heimischen, giftigen Sumpf nicht verlassen kann, jedoch das Bedürfnis hat sich die ganze Welt Untertan zu machen. Also beschwört sie den legendären Dämonen Hundred Knight, der fortan alle ihre Wünsche erfüllen und dafür sorgen muss, dass sich der Sumpf der Hexe über die ganze Welt ausbreitet. Doch schon bald fragt sich Hundred Knight was die Hexe wirklich im Schilde führt und warum sie ihren Sumpf nicht verlassen kann.

Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Hundred Knight und reist in unterschiedliche Gebiete, um diese im Namen Metallias zu erobern indem ihr besondere Säulen, die so genannten Pillars of Temperance, aktiviert. Jedes Gebiet ist dabei in sich geschlossen und kann frei erkundet werden. Dabei gibt es neben Schätzen natürlich auch einige Gegner, die euch ans Leder wollen. Doch man heißt nicht Hundred Knight, wenn man sich nicht wehren kann.

So kann man bis zu fünf verschiedene Waffen ausrüsten, die während der eigenen Attacken nacheinander eingesetzt werden. In der richtigen Reihenfolge angeordnet kann man so Angriffsketten bilden und enormen Schaden anrichten. Es gibt fünf verschiedene Waffentypen – Schwert, Hammer, Speer, Lanze und Stab – die sich nicht nur in Angriffsart, sondern auch in Reichweite und Geschwindigkeit unterscheiden. Der richtige Einsatz der verschiedenen Waffen spielt im Kampf eine große Rolle, da die Gegner unterschiedliche Schwächen haben. Ist ein Gegner beispielsweise schwach gegen Schneidangriffe, ist ein anderer dagegen immun und hingegen schwach gegen Magieangriffe. Durch den regelmäßigen Einsatz der Waffen werden diese außerdem hochgestuft und somit stärker.

Um die Verteidigung zu verbessern kann man jeweils bis zu zwei Rüstungsteile und Accessoires anlegen, die nicht nur die physische Verteidigung stärken, sondern auch Resistenzen gegen Angriffstypen und Statusveränderungen verbessern. Auch diese Ausrüstungsgegenstände können verbessert und somit verstärkt werden. Darüber hinaus verfügt jeder Gegenstand auch noch über eine gewisse Rarität, welche nicht nur deren Wert, sondern auch deren maximalen Level beeinflusst.

Ein weiterer Aspekt, der Einfluss auf eure Kampfeskraft hat, sind die unterschiedlichen Facetten, die man im Laufe des Spiels erhält. Eine Facette ändert dabei nicht nur das Aussehen von Hundred Knight, sondern auch dessen Waffenaffinität und die grundsätzlichen Attributwerte. Praktischerweise können diese Facetten jederzeit im Kampf gewechselt werden, sofern sie zuvor im Hauptquartier ausgewählt wurden. Wie nicht anders zu erwarten, kann man natürlich auch die Facetten hochstufen und somit verbessern.

Doch damit noch nicht genug, erlernt man im Laufe des Spiels verschiedene Tochka, magische Fähigkeiten, die man ebenfalls im Kampf einsetzten kann. Diese werden jedoch auch dafür benötigt um beispielsweise unüberwindbare Hindernisse in den Gebieten zu zerstören und somit neue Wege zu eröffnen.
Wer fleißig kämpft wird jedoch nicht nur mit Erfahrungspunkten für Facetten, Waffen und Rüstungen belohnt, sondern sammelt auch Bonuspunkte. Für jeweils 100 dieser Punkte schaltet man einen Gegenstand auf der Bonusliste frei, den man bei verlassen des Gebiets erhält.

In den abgeschotteten Gebieten trifft man auch immer wieder auf kleine Dörfer und deren Bewohner, die einem prinzipiell freundlich gesonnen sind. Abhängig vom eigenen Verhalten können sie jedoch auch feindseliger Natur sein. Jedenfalls kann man mit diesen NPCs sprechen, um mehr oder weniger interessante Dinge zu erfahren und auch in ihre Häuser eindringen. Wer seine fiese Seite ausleben will und stark genug ist kann die verschiedenen Häuser auch überfallen und den dort aufbewahrten Familienschatz stehlen.

Auf eurem Weg durch die verschiedenen Gebiete findet ihr neben Schätzen und Gegnern auch kleine Säulen, die es zu aktivieren gilt. An diesen kann man so genannte Grade Points, die man unter anderem durch Angriffsketten erhält, ausgeben. So lassen sich temporär die Attributwerte verbessern oder die überaus wichtigen Giga Calories wieder auffüllen. Dabei handelt es sich quasi um euren „Treibstoff“, der bei jeder Handlung, sei es Erkunden, kämpfen oder verteidigen, verbraucht wird. Fällt dieser Wert aut null, verliert man stetig an Lebenspunkten, bis man stirbt. Um dies zu verhindern muss man immer ein Auge auf den GCals-Wert in der oberen linken Ecke des Bildschirms haben.

Die GCals können auch durch den Einsatz von Items oder das Verschlingen geschwächter Gegner wieder aufgefüllt werden. Letzteres füllt euren Magen, der zugleich als Gegenstandsbeutel für im Gebiet erbeutete Gegenstände dient, jedoch mit Steinen. Sollte man einmal das zeitliche segnen, wird man zur zuletzt aktivierten Säule teleportiert, wodurch man einen oder mehrere zufällig ausgewählte Gegenstände aus dem Magen verliert. Auch werden die GCals um eine beträchtliche Menge verringert, wofür man jedoch wieder alle Lebenspunkte zurückbekommt.

An den kleinen Säulen kann man sich darüber hinaus auch zwischen bereits aktivierten Säulen hin und her teleportieren oder das Gebiet verlassen und in die heimische Basis zurückkehren. Tut man dies, oder hat man den Endboss besiegt und den Pillar of Temperance aktiviert, erhält man die im Gebiet gesammelten Erfahrungspunkte, die Items aus dem Magen, sowie die errungenen Bonusgegenstände.

Grafisch präsentiert sich The Witch and the Hundred Knight mit bunten und liebevoll gestalteten Umgebungen, soliden Modellen und Animationen, sowie den von Nippon Ichi Software gewohnten großen 2D-Zeichnungen der Protagonisten bei Gesprächen. Ebenfalls sehenswert sind die vielen unterschiedlichen Effekte, die vorwiegend in den Kämpfen eingesetzt werden. Beim Sound kann man sich auch eine gelungene englische sowie die original japanische Synchronisation freuen. Die Hintergrundmelodien erinnern stark an andere Spiele des Entwicklers und reichen situationsbedingt von fröhlich über traurig bis hin zu rockig.

Die Steuerung wurde sehr gut umgesetzt und so hat man Hundred Knight in jeder Kampfsituation immer unter Kontrolle. Das Gameplay besteht zwar hauptsächlich aus dem Erkunden der Gebiete und dem Kämpfen gegen Unmengen von Gegnern, doch bietet es mit teilweise kleinen Puzzlen, dem motivierenden Waffensystem und ebenfalls Unmengen an Gegenständen eine gute Motivation. Teilweise fühlt man sich jedoch an der Fülle der Informationen, die in den verschiedenen Menüs bereitgestellt werden, erschlagen und braucht etwas Einarbeitungszeit, bis man alle Mechaniken durchschaut hat.

Fazit

The Witch and the Hundred Knight ist ein motivierendes Action-RPG, welches mit einem innovativen Waffen- und Kampfsystem für stundenlangen Schnetzelspaß beim Erkunden neuer Gebiete sorgt. Wie von Nippon Ichi Software gewöhnt, erhält man dabei viele Möglichkeiten der Personalisierung und kann vieles an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass man sich vor allem anfangs von den vielen Informationen erschlagen fühlt.

Pro

  • Unmengen an Sammelgegenständen
  • Innovatives Kampf- und Waffensystem
  • Erkunden von Gebieten
  • Kaum Ladezeiten
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten…

Contra

  • …die jedoch etwas Einarbeitungszeit verlangen
  • Teilweise lange und uninteressante Dialoge
  • Leichte Bosskämpfe

7/10

Über den Autor

Kilian R.

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