Während die Monster Hunter-Serie ihre Anfänge auf der PS2 und PSP hat, veröffentlicht Capcom neue Teile der Serie seit einiger Zeit nur noch auf Nintendos Konsolen, wodurch jene, die diese Konsolen nicht besitzen, natürlich leer ausgehen. Tecmo Koei sieht darin seine Chance den ausgehungerten Spielern, die sich nach einem solchen Jagdspiel sehnen, eine Alternative anzubieten und veröffentlicht mit Toukiden: The Age of Demons ein von Monster Hunter inspiriertes Spiel für die PSP und PS Vita. Entwickelt wurde der Titel von Omega Force, die vor allem für ihre Dynasty Warriors Serie und anderen Warriors/Musou Spiele bekannt sind.

Toukiden: The Age of Demons versetzt euch in eine Fantasiewelt mit mittelalterlichem japanischem Touch. Die Geschichte spielt in Nakatsu Kuni, einem Land das von jeher von den so genannten Slayern beschützt wurde. Vor acht Jahren tauchte ein mächtiger Dämon aus der Unterwelt auf und läutete eine Ära voller Unheil ein. Ihr schlüpft in die Rolle eines solchen Slayers, der in das Dorf Utakata, eine der letzten Verteidigungslinien gegen die Dämonen, geschickt wird und dort für den Schutz und das Überleben der Menschheit sorgen soll.

Genretypisch erstellt ihr aus vorgefertigten Körperteilen einen Helden und weißt ihm eine der verschiedenen Waffentypen zu. Diese Entscheidung ist natürlich nicht endgültig, da man seine Ausrüstung jederzeit ändern kann. Zu Beginn empfiehlt es sich die verschiedenen Trainings zu absolvieren, da man hier in die grundlegende Steuerung des Spiels und auch in die Feinheiten der einzelnen Waffentypen eingeführt wird. Insgesamt könnt ihr aus sechs verschiedenen Waffentypen wählen, die sich sowohl in Angriffen als auch in der Kampfdistanz voneinander unterscheiden und so unterschiedliche Spielweisen erlauben. Während das Schwert beispielsweise eine ausgewogene Waffe für den Nahkampf darstellt, kann man mit dem Bogen aus der Distanz attackieren. Die Kettensichel wiederum erlaubt einen Mix aus beidem und kann sowohl für Nah- als auch Fernkampf eingesetzt werden.

Neben den Waffen braucht ein Slayer natürlich auch die richtige Rüstung, um im Kampf gegen die Oni bestehen zu können. Hier kann man verschiedene Rüstungsgegenstände für Kopf, Rumpf, Arme und Beine anlegen. Neben dem Standardattribut der Abwehr, hat jeder Ausrüstungsgegenstand auch noch eine bestimmte Elementabwehr, wodurch sie sich mehr oder weniger für den Kampf gegen bestimmte Gegner eignet. Trägt man ein komplettes Set einer Rüstungsart, erhält man Boni, welche die Statuswerte des Kriegers verbessern.

Der Ausgangspunkt einer jeden Mission ist Utakata, in dem ihr euch frei bewegen und mit den dort ansässigen Bewohnern unterhalten könnt. Neben unbedarften Dorfbewohnern finden sich hier auch ein Laden zum Einkaufen von Materialien und Gegenständen, sowie ein Schmied bei dem man seine Ausrüstungsgegenstände und Waffen verbessern oder neue erstellen kann. Für letzteres benötigt man natürlich verschiedene Materialien, die man auf den unzähligen Missionen sammelt. Um eine Waffe oder einen Ausrüstungsgegenstand zu verbessern, muss man diese lediglich regelmäßig benutzen. Dadurch kann man die verschiedenen Gegenstände bis neun Mal aufwerten.

Die große Halle ist der Ausgangspunkt aller Missionen, die man bei der Empfangsdame annehmen kann. Daneben finden sich auch noch verschiedene Quests, die meist das Besorgen bestimmter Gegenstände oder das Vernichten vorgegebener Feinde voraussetzen. Komischerweise kann man hier lediglich fünf Quests zugleich aktivieren, was jedoch nicht nötig ist, um diese zu verfolgen. Man kann nämlich einfach die geforderte Anzahl an Gegenständen sammeln, die Quest dann annehmen und sofort abschließen. Somit erschließt sich der Mechanismus nicht ganz und hätte gleich weggelassen werden können, um Verwirrungen vorzubeugen.

Hat man sich für eine der zur Verfügung stehenden Missionen entschieden, kann man noch bis zu drei weitere Charaktere auswählen, die einen in den Kampf begleiten und dort vom Computer gesteuert werden. Während bei manchen Missionen die Begleiter vorgegeben sind, kann man andere auch vollkommen alleine bestreiten. Bevor man zu einer Mission aufbricht kann man auch noch am hiesigen Schrein ein wenig Geld spenden und beten. Mit eine wenig Glück erhält man dadurch für die bevorstehende Aufgabe Boni, wie beispielsweise eine bessere Verteidigung oder eine verstärkte Angriffskraft.

Sobald ihr eine Mission startet werdet ihr in das zugehörige Gebiet transportiert, wobei sich der geneigte Monster Hunter Spieler sofort wie zu Hause fühlt. In der rechten oberen Ecke findet sich die Gebietskarte auf der man die verschiedenen Abschnitte und deren Verbindungen untereinander sieht. Je nach Mission sind nur bestimmte Abschnitte des Gebiets begehbar.

Auf eurem Weg durch die Abschnitte stellen sich euch natürlich immer wieder Dämonen in den Weg, die ihr aus dem Weg räumen müsst. Im Kampf habt ihr die Wahl zwischen leichten und schweren Angriffen, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Im Laufe der kämpfe füllt sich langsam die Waffenleiste auf. Ist diese voll, kann ein sehr starker Angriff ausgeführt werden, der großen Oni immensen Schaden zufügt und kleine sofort vernichtet. Nachdem man einen Gegner vernichtet hat, kann man ihn läutern, um verschiedene Gegenstände von ihnen zu erhalten.

Während kleine Oni, das Fußvolk der Dämonen, meist einfach zu besiegen sind, stellen große Oni quasi Bosskämpfe dar. Bei solch großen Gegnern können unterschiedliche Körperpartien vernichtet und einzeln geläutert werden. Auch ist hier etwas taktische Geschick gefragt, um möglichst heil aus dem Kampf davonzukommen. Hier spielen die Mitama eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um Seelen von Oni verschlungener Krieger, die man durch das Töten des jeweiligen Oni befreien kann. Einmal befreit stellen sie sich in euren Dienst und können in entsprechende Sockel einer Waffe eingesetzt werden.

Jeder Mitama ist einem von acht verschiedenen Kampfstilen zugeordnet und bringt unterschiedliche Boni mit sich. Einmal in einer Waffe ausgerüstet könnt ihr auch auf die vier verschiedenen Aktionen der Mitama zugreifen. Diese umfassen beispielsweise das Heilen von sich oder seinen Gruppenmitgliedern, verschiedene Angriffe oder auch Zustandsboni. Doch auch hier muss man taktisch vorgehen, da die unterschiedlichen Aktionen in ihrer Anwendung begrenzt sind. Die Mitama gewinnen durch regelmäßigen Einsatz an Erfahrung und können bei einer Dame in Utakata hochgestuft werden. Wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man die fehlende Erfahrung auch monetär erlangen. Durch das Verbessern der Mitama verstärken sich auch die jeweiligen Boni und es können auch neue hinzukommen.

Da man keinerlei Gegenstände mit sich führt ist man auf die Aktionen der Mitama angewiesen, um sich beispielsweise zu heilen oder gegen bestimmte Zustandseffekte zu schützen. Glücklicherweise finden sich in den verschiedenen Gebieten jedoch auch kleine Schreine an denen man beten kann und die entweder die Lebensenergie oder die Aktionen der Mitama wieder auffüllen. Daneben finden sich in den Gebieten auch noch weitere Gegenstände. Manche dieser Gegenstände und Schreine können jedoch nur mit dem „Auge der Wahrheit“ gefunden werden, welches einen Blick in die andere Dimension erlaubt und dadurch auch die Lebensenergie oder anfälligen Körperpartien von Oni aufdeckt.

Wer nicht nur alleine auf Dämonenjagd gehen will wird sich freuen zu hören, dass das Spiel auch über eine Mehrspielerkomponente verfügt, bei der man mit bis zu drei anderen Slayern ausziehen kann, um die Dämonen zu vernichten. Dabei kann man sich entweder über eine adHoc-Verbindung lokal oder über das Internet mit anderen Spielern verbinden. Verwegene Kämpfer können auch alleine in die online Lobby aufbrechen, um dort weitere Missionen, die es in der Einzelspielerkampagne nicht gibt, zu absolvieren.

Toukiden: The Age of Demons kann grafisch mit coolen Monstern und Ausrüstungsgegenständen, sowie schönen Animationen und Umgebungsgrafiken überzeugen. Auch die 2D-Grafiken, die beim Sprechen mit Charakteren angezeigt werden, sowie die Monsterartworks und das Interface Design wurden liebevoll und detailliert gestaltet. Befindet man sich auf einer Mission fällt jedoch auf, dass die Grafik nur in einem bestimmten Radius rund um den Charakter hochauflösend ist und jenseits dieser Grenze bereits sehr viele Details verloren gehen. Beim Sound finden sich schöne, jedoch nicht ganz so mitreißende Hintergrundmelodien und eine sehr gute japanische Synchronisation.

Fazit

Toukiden: The Age of Demons versucht seine Ähnlichkeit zu Monster Hunter nicht zu verstecken und hat viele gute Elemente eins zu eins übernommen. Jedoch bringt der Titel auch eine eigene Note in das Genre indem man das Inventar entfernt und mit den Mitama eine neue Art zu Kämpfen eingeführt hat. Auch wenn sich die verschiedenen Missionen im Kern sehr ähneln ist die Dämonenhatz äußerst motivierend und die Sammelleidenschaft verschiedener Gegenstände wird mit neuen Waffen und Rüstungen belohnt. Wer Monster Hunter mag sollte sich Toukiden: The Age of Demons auf jeden Fall ansehen.

Pro

  • Dämonenhatz im mittelalterlichen Japan
  • Unzählige Missionen und Sammelgegenstände
  • Verschiedenste Waffen und Rüstungen
  • Mitama bringen taktische Möglichkeiten
  • Mehrspielermodus

Contra

  • Viele bekannte Elemente
  • Missionen und Quests ähneln sich sehr stark

8/10

Über den Autor

Kilian R.

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