Titanfall heißt der neueste Multiplayer-Ego-Shooter, der vom Entwicklerteam Respawn Entertainment entwickelt und von Electronic Arts vermarktet wird. Alleine schon der Name des Gründers von Respawn Entertainment, Vince Zampella, sorgt für aufsehen, denn der war vorher unter anderem bei Infinity Ward angestellt und war bei der Erschaffung vom Blockbuster-Titel Call of Duty beteiligt. Viele Mitarbeiter sind ihm gefolgt und deshalb ist die Erwartungshaltung für Titanfall sehr hoch. Ob der große Hype für diesen Titel berechtigt ist, erfährt ihr in unserem Test. Titanfall gibt es für die Xbox 360, den PC und die Xbox One, wir haben uns die letztere Version näher angeschaut.

Es benötigt auch noch im Jahr 2014 sehr viel Mut, einen reinen Online-Multiplayer auf den Markt zu bringen und diesen wie einen Vollpreistitel zu vermarkten. Ich denke das Respawn einen Schritt in die korrekte Richtung gewagt hat, denn wer kauft sich schon ein Battlefield oder ein Call of Duty wegen der Single Kampagne? Mit Sicherheit sehr wenige, also hat man sich hier auf den Fokus konzentriert und alle Ressourcen auf das Hauptaugenmerk der Ego-Shooter gelegt und das ist nun mal der Online-Modus. Und dies hat prima funktioniert und ist jeden Cent wert, aber dazu kommen wir später.

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Ganz ohne Story ist der Titel natürlich nicht davon gekommen und in einer Online-Kampagne, in der man einige Missionen erledigen muss, erfährt man Details über die Hintergrundgeschichte und wer eigentlich gegen wen Krieg führt. Titanfall spielt in der Zukunft und Kämpfe toben in Raumkolonien. Das besondere daran sind die bemannten „Titanen“ die von „Piloten“ gesteuert oder ferngesteuert werden. Die Titanen werden von Raumschiffen abgeworfen und daher leitet sich auch der Titelname ab. Im Grunde genommen gibt es zwei große Parteien, die sich bekriegen. Zum einen wäre da der Konzern IMC, der die Titanen hat bauen lassen, um die Beutezüge zu erleichtern und die Macht zu veranschaulichen. Zum anderen gibt es noch die M-COR, die aus Kolonisten besteht und sich nicht unterjochen lassen will und deshalb auch mit Titanen dagegen hält.

Eigentlich würde diese Story den Hintergrund für viele spannende Geschichten bieten, aber wie schon erwähnt hat man den Fokus auf andere Elemente gelegt. Trotzdem will man mehr über die Geschichte erfahren, vielleicht aus guter alter Gamer-Gewohnheit oder aber auch aufgrund der wunderschönen Schauplätze. Ich meine mich interessiert es schon warum auf einem Planeten riesige dinosaurierähnliche Wesen herumfliegen oder kolossal im Hintergrund alles in Grund und Boden stampfen.

Ein bisschen von der Geschichte bekommt man bei den Landungen vor einem Kampf und während Schlachten mit und je nach dem wie ein Gefecht ausgeht, ändert sich auch die Story ein wenig. Dies bietet Motivation um die Kampagne öfter durchzuspielen, damit man auch keinen Story-Happen verpasst. Im Eifer des Gefechts geht es meistens sehr hektisch zur Sache, dennoch würde ich jedem empfehlen einfach mal in einer ruhigen Sekunde stehen zu bleiben und die prachtvollen Hintergründe zu beobachten. Man hätte weitere Story-Elemente hinzufügen können um mehr von den Welten zu erfahren, auf denen man die Gefechte austrägt.

Respawn, EA und Microsoft sehen Titanfall als den ersten Shooter der neuen Generation an und dies könnte tatsächlich stimmen. Spielten sich alle Ego-Shooter in den letzten paar Jahren relativ ähnlich bis gleich, punktet Titanfall mit einigen neuen Elementen, die dem Genre gut tun werden und vielleicht sogar das Gameplay revolutionieren. Eines dieser Elemente ist das Jetpack, dass dem Spiel viele neue Möglichkeiten bietet und mit Hilfe dessen man einige Bewegungen durchführen kann, die bei anderen Shootern nicht möglich sind. Man kann an Wänden entlang laufen und von Wand zu Wand hechten und diese übermenschlich wirkenden Aktionen, lassen ein neues Spielgefühl aufkommen. Mit einem Doppelsprung ist es auch möglich Abgründe zu überqueren und kleine Abkürzungen zu entdecken, die ansonsten nicht auffallen würden. Generell fällt einem die Bewegungsfreiheit bei Titanfall auf, denn es gibt fast keinen Weg wo man nicht irgendwie hinkommt.

Neben den Jetpacks machen natürlich die Titanen den Unterschied zu anderen Shooter-Größen klarer. Die Titanen können während eines Gefechts geordert werden und die Giganten werden dann von einem Raumschiff bzw. Flugschiff abgeworfen. Der Pilot (so heißen die menschlichen Soldaten, die die Titanen steuern und befehligen) hat die Möglichkeit einen Titanen fernzusteuern und kann ihm beispielsweise befehlen, ein Gebiet zu bewachen oder dem Piloten zu folgen.

Aber so richtig interessant wird es erst, wenn man in seinem Mech-Roboter platz nimmt und aus der Sicht des Giganten, das Schlachtfeld durchquert. Zu Beginn kommt man sich in einem Titan übermächtig vor, aber relativ schnell dürfte man bemerken, dass dem nicht so ist, denn bei einem Kampf als Titan gegen mehrere Piloten hat man es nicht gerade leicht. Jeder Pilot hat eine Waffe im Repertoire, die für den Kampf gegen die Riesen spezialisiert ist. Ist der Roboter fast zerstört kann man mit Hilfe eines Schleudersitzes flüchten, was von einer schönen In-Game-Sequenz begleitet wird.

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Natürlich gibt es nicht nur einen Titanen sondern Respawn hat drei verschiedene Mech´s ins Spiel integriert, die alle andere Eigenschaften und somit Stärken und Schwächen bieten:

  • Der Atlas: Der Allrounder unter den Titanen, bietet eine gute Mischung aus Geschwindigkeit, Angriffskraft und Verteidigung.
  • Der Ogre: Die Beste Panzerung, dafür aber sehr langsam.
  • Der Stryder: Sehr flink unterwegs, aber dafür die schwächste Panzerung.

Die Titanen und die verschiedenen Piloten bringen dem Spiel sehr viel strategische Tiefe, die einen hervorragenden Shooter ausmacht. Die Balance aus beiden Klassen aufrecht zu erhalten war mit Sicherheit ein schwieriges Unterfangen, aber den Jungs von Respawn ist dies sensationell gelungen. Dazu kommen noch die Jetpacks, die das ganze Spielgeschehen auf eine neue Stufe bringen und um eine Dimension erweitern.

Insgesamt bietet Titanfall über 15 verschiedene Maps und 5 Spielmodi an. Die Namen der Spielmodi sind: Pilot Hunt, Hardpoint Domination, Last Titan Standing und Attrition. Die Modi hören sich alle neu an, sind aber einfach andere Namen für die üblichen Verdächtigen. In anderen Shootern heißen diese Modi eher Last Man Standing und Deathmatch und spätestens da merkt man, dass man bei den Spielmodi eher unkreativ geblieben ist. Das einzige was man als Frischfleisch serviert bekommt ist der Modi: Last Titan Standing, denn hier startet man direkt in einem Titanen, genauso wie die Gegner, was ein frisches Spielgeschehen gleich zu Beginn ermöglicht.

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Dann gibt es da noch die Burn Cards, die dem Spieler noch mehr strategischen Freiraum bieten. Die Cards können zwar nur für eine gewisse Zeit oder bis zum nächsten Ableben benutzt werden, dennoch können die Karten den Unterschied ausmachen. Bestandteil dieser Karten kann zum Beispiel eine starke Waffe oder eine höhere Geschwindigkeit des Spielers sein.

Fazit

Wird Titanfall dem großen Hype rund um das Spiel gerecht? Ja, denn dieser Shooter könnte das Genre für immer verändern. In den letzten Jahren haben wir immer wieder die gleiche Kost serviert bekommen und dann kommt Titanfall und bringt gleich eine Menge an neuen Ideen und frischen Gameplayelementen mit, die sogar auf lange Zeit Spaß machen können. Die Jetpacks befördern das Game in eine neue Dimension und veranschaulichen, dass ein Schlachtfeld auch von der Vogelperspektive aus betrachtet, toll aussehen kann. Dann gibt es noch die Titanen, die dem Spiel mehr als nur gut tun und dem Shooter eine strategische Tiefe verleihen, die man nur selten in diesem Genre wiederfindet. Die wunderschönen Kulissen, in Verbindung mit einer sehr guten Balance zwischen Piloten und Titanen, ermöglichen epische Schlachten und hitzige Gefechte. Für mich ist der Titel tatsächlich der Shooter der neuen Generation geworden und wenn EA und Respawn fleißig an neuen DLCs basteln und mehr Titanen und Waffen zur Verfügung stellen, steht einem Langzeitspaß nichts mehr im Weg.

Pro

  • Jetpacks, die das Genre in eine weitere Dimension befördern
  • Balance zwischen Piloten und Titanen
  • Langzeitspaß durch freischaltbare Objekte
  • Levelcap kann fünf mal zurückgesetzt werden
  • Passender Sound bei Gefechten
  • 15 verschiedene Maps
  • Storytelling während Schlachten,

Contra

  • das leider ein wenig vernachlässigt wurde
  • seltene Framerateeinbrüche

9,5/10

 

Über den Autor

Anel.K

Mein Name ist Anel Kubat, ich wohne in Salzburg und bin Redakteur bei nextgen.at. Ich mag so ziemlich alle Arten von Games, doch am liebsten spiele ich RPGs.

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