Wer den Namen Naughty Dog hört, weiß sofort, dass er für höchste Qualität steht und die von diesem Unternehmen stammenden Spiele neue Grenzen setzen. Mit den exklusiv auf Sony Konsolen erhältlichen Spielereihen Crash Bandicoot, Jak and Daxter und Uncharted haben sie sich nicht nur einen guten Ruf, sondern auch eine große Fangemeinde gesichert. Der neueste Streich aus dem Hause Naughty Dog ist das Action-Adventure Survival Horror Spiel The Last of Us.

Die Geschichte spielt 20 Jahre nach dem Ausbruch einer Seuche, welche die menschliche Bevölkerung gnadenlos dahinrafft und gegen die es keinerlei Heilung gibt. Joel ist einer jener, die den Ausbruch der Seuche miterlebt und bis heute überlebt haben. Eines Tages erhält der unbarmherzige Überlebende den Auftrag die 14-jährige Ellie aus einer Quarantänezone des Militärs zu schmuggeln. Was als einfache Aufgabe beginnt, wird zu einer erbarmungslosen Odyssee quer durch Amerika.

Gleich von Beginn an werdet ihr mit der harschen und dichten Atmosphäre des Spiels konfrontiert und könnt euch so gut in die Rolle von Joel hineinversetzen. Durch die Pandemie hat sich die Zivilisation radikal verändert: verlassene Städte werden von der Natur zurückerobert, infizierte Menschen laufen Amok und Überlebende kämpfen rücksichtslos ums Überleben.

Um sich in dieser Welt behaupten zu können braucht es nicht nur Waffen und Vorräte, sondern vor allem Köpfchen. Im Laufe des Spiels erhaltet ihr verschiedene Handfeuer- und großkalibrige Waffen, mit denen ihr euch sowohl gegen die Infizierten als auch andere Überlebende verteidigen müsst. Während man mit den Schusswaffen aus – mehr oder weniger – sicherer Distanz gegen Feinde vorgehen kann, muss man stets auf seinen Munitionsvorrat achten, denn Vorräte sind in dieser Welt knapp und können über Leben und Tod entscheiden.

 The Last of Us

Daher gibt es natürlich auch die Möglichkeit in den Nahkampf zu gehen, den ihr entweder mit bloßen Händen oder einer Nahkampfwaffe – wie beispielsweise einem Brett oder Rohr – bestreiten könnt. Zwar spart man auf diese Weise Munition, doch ist der offene Nahkampf, vor allem gegen mehrere bewaffnete Gegner, auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Hier kommt das zuvor angesprochene Köpfchen ins Spiel. Schleicht man sich unerkannt an einen Gegner heran, kann man diesen lautlos ausschalten und spart dabei praktischerweise Munition. Darüber hinaus kann man so auch verhindern, dass andere in der Nähe befindliche Gegner auf einen Aufmerksam werden.

Da sich ein offener Kampf jedoch nicht immer vermeiden lässt, kann man auch noch auf ein paar praktische Gegenstände zurückgreifen, die man mit den passenden Komponenten selbst zusammenbasteln kann. Öffnet man den Rucksack, währenddessen das Spiel nicht pausiert wird, erhält man eine Übersicht über alle gesammelten Komponenten und deren Verwendungszweck. Da der Platz im Rucksack beschränkt ist, kann man sowohl von den Gegenständen als auch von den Zutaten nur eine bestimmte Anzahl mit sich tragen, wodurch man sich genau überlegen muss wofür man diese einsetzt. So kann man sich beispielsweise mit einem Tuch und Alkohol ein Medikit oder einen Molotowcocktail basteln.

Bei den Kämpfen ist es sehr wichtig sich zuerst Gedanken über seine Vorgehensweise zu machen, anstatt einfach blind nach vorne zu stürmen, da sich unterschiedliche Gegner auch unterschiedlich verhalten. So gibt es verschiedene Arten von Infizierten. Während euch sogenannte Runner sehen können, sind die Clicker blind und reagieren auf laute Geräusche. Als kleine Hilfe kann man auf Joels Lauschmodus zurückgreifen, um einen Überblick über die aktuelle Situation zu erlangen. Im Lauschmodus kann man Gegner, die in irgendeiner Form Lärm verursachen, durch Wände ausmachen und so seine Strategie anpassen. Wem dieses Feature überhaupt nicht zusagt und wer es nicht unabsichtlich im Spiel einsetzen will, kann es bequem über das Optionsmenü deaktivieren.

Ist man nicht gerade damit beschäftigt um sein Leben zu kämpfen, sollte man die Umgebung genau durchforsten um Zutaten, Munition und andere Sammelgegenstände wie Artefakte oder Bauteile einzusammeln. Artefakte sind verschiedene Schriftstücke, durch die man mehr über die Welt von The Last of Us und das Schicksal verschiedenster Menschen erfährt. Mit Bauteilen kann man an Werkbänken seine Waffen verbessern. Ebenfalls auffindbar sind Talentbücher, wodurch man effizientere Gegenständer herstellen kann. Natürlich können auch die Fähigkeiten von Joel selbst verbessert werden. Für jede Verbesserung ist eine bestimmte Anzahl an Tabletten erforderlich, die man ebenfalls beim Durchforsten der Umgebungen finden kann.

Das Herzstück des Spiels ist aber mit Sicherheit die spannende und atmosphärisch erzählte Geschichte, sowie die Interaktion der verschiedenen Charaktere untereinander. Hier sticht vor allem die Entwicklung der Beziehung zwischen Joel und Ellie hervor. Wer befürchtet mit Ellie einen Klotz am Bein zu haben, der irrt. Der quirlige Teenager hat es faustdick hinter den Ohren und weiß dies sowohl verbal als auch physisch zu beweisen. Wer das aufsehenerregende Abenteuer einmal abgeschlossen hat, kann es sogleich nochmal im New Game+ Modus angehen, in dem alle Verbesserungen und gefundenen Gegenstände übernommen werden.

Doch sollte man auch einen Blick auf den Mehrspielermodus von The Last of Us werfen, der mit einer interessanten Idee aufwartet. Eure Aufgabe ist es einen Clan zu gründen, wobei ihr euch für eine von zwei Seiten entscheiden müsst, und diesen für 12 Wochen am Leben zu erhalten. Zu Beginn besteht euer Clan nur aus ein paar Individuen doch diese wollen regelmäßig mit Vorräten versorgt werden. Diese erhaltet ihr durch das Absolvieren von online Matches, wobei zwei verschiedene Spielmodi zur Verfügungen stehen.

In jedem Modus treten zwei 4er Teams auf relativ kleinen Karten in einem Team-Deathmatch gegeneinander an. Im „Vorräte sammeln“-Modus verfügt jedes Team über eine bestimmte Anzahl an Respawn Tickets. Gewinner ist, wer das gegnerische Team ausgelöscht hat. Im „Überleben“-Modus gewinnt jenes Team, welches als erstes vier Runden für sich entscheiden konnte, wobei es innerhalb einer Runde keine Respawns gibt. Der Mehrspielermodus erweitert das Universum von The Last of Us und so finden sich alle Gameplay-Mechaniken aus dem Einzelspieler auch hier wieder.

Hat man ein Match absolviert, vergeht ein virtueller Tag und euer Clan ändert sich entsprechend der Ergebnisse des Matches. So schließen sich euch immer wieder neue Mitglieder an, wodurch die benötigte Menge an Vorräten steigt. Bringt ihr nicht genügend Vorräte aus euren Kämpfen mit, werden die Clanmitglieder krank. Je besser ihr also spielt und je mehr Mitglieder euer Clan hat, umso besser müsst ihr in Zukunft spielen, um euren Clan am Leben zu erhalten.

 The Last of Us

Wie man es sich von Naughty Dog erwartet, lässt die grafische Gestaltung des Spiels keinerlei Wünsche offen. Neben feinen Modellen und Animationen finden sich atemberaubend schöne Umgebungen und schaurig schöne Gegner. Auch die Mimik in den verschiedenen Zwischensequenzen trägt viel zur erzählten Geschichte und der Atmosphäre bei. Letztere lebt natürlich auch von der großartigen Musik, die in verschiedenen Szenen geschickt eingesetzt wird. Auch kann man sich über eine ausgezeichnete deutsche Synchronisation freuen.

Beim Gameplay erwartet den Spieler eine solide Steuerung, die leicht von der Hand geht und durch ein ausführliches Tutorial erklärt wird. Darüber hinaus finden sich auch immer wieder kleinere Rätseleinlagen, welche den Spielverlauf „auflockern“. Auch die KI sei an dieser Stelle erwähnt, denn in The Last of Us gleicht kein Kampf dem anderen. Sogar die gleichen Sequenzen – es kann ja durchaus einmal passieren, dass man stirbt – spielen sich je nach eurem Verhalten und den darauffolgenden Reaktionen der Gegner anders. Den einzigen negativen Punkt, den man an The Last of Us finden kann ist die einmalige, mitunter sehr lange Ladezeit beim Starten des Spiels.

Fazit

Wenn man von The Last of Us spricht, fallen einem sofort alle möglichen Superlative ein, die das Spiel absolut verdient hat. Die spannende und zugleich sehr dramatische Geschichte wird nicht nur mit wunderschönen Bildern, sondern auch einer ausgezeichneten Synchronisation erzählt und zieht einen von Anfang an in den Bann. Die dichte Atmosphäre lässt einen kaum verschnaufen und auch an ruhigen Stellen liegt der Finger nervös am Abzug einer Waffe. Dank New Game+ und dem interessanten Mehrspielermodus ist auch für genügend Langzeitmotivation gesorgt. The Last of Us sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Pro

  • Fesselnde Story
  • Ausgezeichnete Synchronisation
  • Großartige Grafik
  • Viele Sammelgegenstände
  • New Game+
  • Sehr gute KI
  • Interessanter Mehrspielermodus

Contra

  • Sehr lange, einmalige Ladezeit bei Spielstart

10/10

Über den Autor

Kilian R.

4 Responses

  1. Stefan B.
    Stefan B.

    Muss ich mir das Spiel wohl zulegen. 10/10 klingt ja mal wirklich viel versprechend. Naja, Naughty Dog halt eben 😉

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    • Kilian R.
      Kilian R.

      Auch wenns „nur“ ein 9/10 wäre, wärs auf alle Fälle empfehlenswert. Wie du schon sagtest: Naughty Dog halt ^^

      Antworten
  2. MissMadHat
    MissMadHat

    Also ich überleg mir doch glatt für Last of Us und Heavy Rain ne ps3 zu kaufen haa

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    • Kilian R.
      Kilian R.

      Das sind beides auf alle Fälle sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte und ich glaub, da finden sich noch ein paar Titel mehr für die sich eine PS3 lohnt 😉

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