Während Käufer von God of War: Ascension am 31. Mai die Demo zu The Last of Us anspielen können, hatten wir bereits jetzt die Möglichkeit das neueste Spiel von Naughty Dog auszuprobieren. Die Demo beinhaltet zwei Abschnitte: Lincoln und Pittsburgh, die zeitlich gesehen auch in dieser Reihenfolge stattfinden. Lincoln bietet einen ruhigen und angenehmen Einstieg in die Spielwelt, sowie vereinzelte Kampfszenen. Da es in Pittsburgh gleich von Beginn an etwas rauer zur Sache geht, sollte man also zuerst Lincoln einen Besuch abstatten.

Sobald man einen der beiden Abschnitte startet wird man von einer äußerst realistischen und wunderschönen Welt empfangen, die nur darauf wartet erkundet zu werden. Im Vergleich zu Uncharted merkt man auch gleich, dass The Last of Us erwachsener und ernster ist. Auch die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Joel und Ellie spielt eine große Rolle. So freut sich Ellie auf dem Weg durch den Wald, als sie Leuchtkäfer entdeckt und ermutigt Joel dazu sie sich anzusehen.

Doch ist das Mädchen keinesfalls naiv, wie sich im weiteren Verlauf der Demo herausstellt. Sie weiß sich sowohl verbal als auch physisch zu wehren und wirft unsympathischen Leuten nicht nur allerlei starke Worte an den Kopf, sondern zieht ihnen auch Mal ein Eisenrohr über eben diesen. Sie ist eine starke und selbstbewusste Persönlichkeit, welche die beiden mit ihrem teilweise aufbrausenden Temperament wohl in so manche unglückliche Situation bringen dürfte.

Wann immer man die Gelegenheit dazu hat die Umgebung zu erkunden, sollte man dies auch tun. So findet man nämlich verschiedene Gebrauchsgegenstände, die man in weiterer Folge zu neuen kombinieren kann. Außerdem können sie auch dazu verwendet werden, Nahkampfwaffen aufzurüsten, wobei diese Verbesserungen jeweils nur eine bestimmte Anzahl an Benutzungen aushalten. Mit gesammelten Pillen können außerdem Joels Fähigkeiten verbessert werden. Bei der Untersuchung der Umgebung finden sich neben Munition mitunter auch neue Waffen wie beispielsweise ein Bogen. Glücklicherweise kann Joel unbegrenzt viele Waffen mit sich tragen, sodass man nicht vor die Wahl gestellt wird, welche Waffe man behält und welche man zurücklässt.

Und das ist auch gut so, denn man ist keinesfalls alleine in der Welt von The Last of Us. Neben weiteren überlebenden stellen sich euch natürlich die Infizierten entgegen. Und auch wenn man beim Erkunden denkt, eigentlich gar nicht so wenig Munition zu haben, stellt sich dies bei Konfrontationen schnell als tödlicher Irrtum heraus. Während man menschliche Gegner natürlich recht schnell mit einem gezielten Kopfschuss ausschalten kann, stellt sich das ganze bei den mutierten Clickers etwas schwieriger dar.

Diese sehr robusten Mutanten benötigen einige Kugeln, bis sie das zeitliche segnen. Kommt man in die Verlegenheit ihnen nicht genügend entgegen setzen zu können, so stirbt man bei einem Nahkampfangriff von ihnen sofort und muss vom letzten Checkpoint erneut starten. Dies könnte potentiell zu frustrierenden Stellen führen, verdeutlicht aber die missliche Lage, in der sich die Überlebenden und somit auch Joel und Ellie befinden.

Prinzipiell ist man aber nicht immer dazu gezwungen zu kämpfen. Man kann sich genauso gut an Gegnern vorbeischleichen oder deren Aufmerksamkeit durch das Werfen von Flaschen oder Trümmern auf eine andere Stelle lenken. Dies ist vor allem in Situationen, in denen ihr von mehreren Gegnern umzingelt seid, ein Vorteil. So auch in Pittsburgh, wo ihr in einem Laden von einer Bande festgehalten werdet.

The Last of Us

Hier zeigt sich auch schnell, dass man immer auf der Hut sein muss damit man von der gelungenen KI nicht überrumpelt wird. Können die Gegner euch nämlich nicht sehen, suchen sie euch an dem Ort, an dem sie euch zuletzt gesehen haben. Danach schwärmen sie aus und können euch so auch schnell von hinten überraschen. Immerhin verfügt Joel über eine Fähigkeit, mit der er seine Gegner belauschen kann und diese auch durch Wände hindurch angezeigt werden. Dadurch kann man sich natürlich eine passende Strategie zulegen, wie man gegen die verbleibenden Feinde vorgeht.

Wenn man nicht gerade mit Kämpfen oder dem Untersuchen der Umgebung beschäftigt ist, gilt es manchmal auch kleinere „Puzzles“ zu lösen, wobei dieser Ausdruck fast etwas zu stark ist. Um im Lincoln-Abschnitt beispielsweise weiterzukommen, muss man sich von Dach zu Dach bewegen. Da man jedoch nicht einfach hinüberspringen kann, muss man sich eine Brücke beschaffen. Dazu benutzt man eine umherliegende Planke, lehnt diese an die Mauer, klettert auf das Dach, holt die Planke nach oben und legt sie über den Abgrund, um diesen danach passieren zu können.

An anderer Stelle gilt es dann auch einmal eine Leiter zu benutzen, um weiterzukommen. Solche Passagen sorgen sicherlich für Abwechslung, doch sind die in der Demo gezeigten etwas zu offensichtlich und auch zu einfach, als dass sie als interessantes Element angesehen werden könnten. Es bleibt zu hoffen, dass solche Passagen im endgültigen Spiel dem Spieler etwas Kreativität abverlangen, da sie ansonsten zu uninspirierten such-und-hol-Aktionen verkommen könnten.

Fazit

Die Demo gibt einen kleinen und kurzen Einblick in die Welt von The Last of Us und zeigt auch in aller Kürze die zentralen Mechaniken des Spiels. Während die Grafik- und Soundkulisse bereits jetzt vollends überzeugen können, bleibt am Ende der Demo dennoch ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück. Dies kann (und wird) jedoch daran liegen, dass die Naughty Dog-Spiele sehr Story-lastig sind und der Gesamteindruck stark von der Mischung aller enthaltenen Elemente abhängt. Ich für meinen Teil freue mich immer noch auf The Last of Us und vermute, dass es mir bei diesem Spiel so ergehen wird wie damals bei Uncharted. Auch damals konnte mich die Demo nicht überzeugen und mittlerweile zählt die Serie zu meinen Favoriten.

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Über den Autor

Kilian R.

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