the_caveThe Cave ist das neueste Werk von Ron Gilbert, der für die Adventure-Klassiker Maniac Mansion und Monkey Island verantwortlich zeichnet. Die Geschichte dreht sich um eine magische, sprechende Höhle, die aus einem verzweigten Tunnelnetzwerk besteht und willige Abenteurer mit dem Versprechen anlockt, etwas über sich selbst und ihre Zukunft zu erfahren. Jedoch beherbergt die Höhle auch ein dunkles Geheimnis. Sieben tapfere Helden haben sich am Höhleneingang eingefunden: der Ritter, der Mönch, der Hillbilly, die Zwillinge, die Zeitreisende, die Abenteurerin und die Wissenschaftlerin. Jeder dieser Charaktere hat seine eigene Geschichte und verfolgt natürlich sein eigenes Ziel. Um jedoch durch die Höhle zu kommen, müssen sie zusammenarbeiten.

Zu Beginn des Spieles müsst ihr euch für drei dieser sieben Charaktere entscheiden, mit denen ihr die Reise durch die Höhle wagt. Jeder Charakter wird nach der Auswahl einer Richtungstaste auf dem Steuerkreuz zugeordnet, sodass man einfach und schnell zwischen allen Beteiligten wechseln kann. Im Gegensatz zu den anderen Adventures von Ron Gilbert, steuert ihr eure Recken in der Höhle direkt und müsst neben Jump’n’Run-Passagen auch einige Rätsel lösen. Um dies zu bewerkstelligen müssen die drei Charaktere meist zusammenarbeiten. Teilweise sind jedoch auch die Spezialfähigkeiten der Helden gefragt, von denen jeder eine besitzt.

So kann sich die Zeitreisende beispielsweise über eine kurze Distanz teleportieren und somit verschlossene Türen umgehen. Der Hillbilly wiederum besitzt die Fähigkeit die Luft anzuhalten und kann dadurch zu Teilen der Höhle tauchen, die die anderen nicht erreichen können. Basierend auf den Spezialfähigkeiten eurer Charaktere verläuft auch euer Abenteuer, da man nur mit Hilfe der Fähigkeiten bestimmte Wege erreichen und somit neue Bereiche in der Höhle erkunden kann. Es kann auch durchaus vorkommen, dass ihr mit einer Heldentruppe an einem Bereich vorbeikommt, den ihr nur mit einem anderen Charakter betreten könnt.

Die Rätsel, die euch in der Höhle erwarten, sind unterschiedlichster Natur. Mal gilt es verschiedene Schalter umzulegen und ein anderes Mal einen gewissen Gegenstand (jeder eurer Helden kann einen Gegenstand tragen) zu finden. Die räumlich gesehen größten und auch schwersten Rätsel finden sich jedoch in den „Räumen“, die dem jeweiligen Charakter gewidmet sind. So gelangt ihr mit dem Ritter beispielsweise in eine Burg, in der ihr das sagenumwobene Excalibur findet. Bevor ihr euch jedoch daran versucht es aus dem Stein zu ziehen, müsst ihr noch die Tochter des Königs um den Finger wickeln. Dafür müssen die drei Abenteuer natürlich wieder zusammenarbeiten, doch benötigt man vor allem die Spezialfähigkeit des Ritters, um die verschiedenen Rätsel, die hier auf einen warten, lösen zu können. Diese Räume stellen auch gleichzeitig die innersten Sehnsüchte des jeweiligen Charakters dar, die ihn oder sie erst in die Höhle gelockt haben.

Während eurer Reise durch die Höhle findet ihr auch immer wieder Höhlenmalereien für jeden Charakter in eurem Team. Insgesamt gibt es pro Charakter acht Malereien, die mit Bildern und einem kurzen Text die Hintergrundgeschichte des jeweiligen Recken erzählen. Erst wenn ihr die Höhle erfolgreich durchquert habt, erhaltet ihr zwei zusätzliche Bilder, die das Ende der jeweiligen Geschichte beinhalten. Natürlich ist ein solches Abenteuer auch mit gewissen Gefahren verbunden und so kann es schon einmal passieren, dass ein Charakter aufgrund eines Falles aus zu großer Höhe oder anderen Gefahren stirbt. Doch praktischerweise wird er in der Nähe seines Todespunktes auch gleich wieder zum Leben erweckt.

Eine große Stärke des Spiels ist der gelungene Humor, der vor allem von der Höhle, aber auch von den verschiedenen Charakteren, die ihr in der Höhle trefft, versprüht wird. So beginnt das Schmunzeln bereits bei der Einführungssequenz des Spiels und wird, dank der sarkastischen Kommentare der Höhle, auch während des Abenteuers immer wieder angefacht. Die verrückten Charaktere, die man in der Höhle trifft, tragen ihr Übriges dazu bei. Sehr positiv ist auch der offline Koop-Modus, bei dem man mit bis zu zwei Freunden durch die Höhle streifen kann. Jeder Spieler übernimmt dabei die Rolle eines Helden und kann diesen dann steuern wenn er dran ist (es ist also nicht möglich, dass alle Charaktere auf einmal herumrennen).

The Cave

Grafisch präsentiert sich das Spiel in einer gelungenen 3D-Grafik, die in einer 2D-Ansicht präsentiert wird. Neben stimmungsvollen und abwechslungsreichen Umgebungen, erwarten euch auch liebevolle Charaktermodelle mit charakteristischen Animationen, die den Protagonisten Leben einhauchen. Auch sehr schön anzusehen sind die unterschiedlichen Effekte, wie herabfallende Felsen, Explosionen oder das Wasser. Der Sound weiß mit einer hervorragenden englischen Synchronisation, stimmungsvollen Hintergrundmelodien und passenden Soundeffekten zu überzeugen.

Die Steuerung der Charakter ist sehr simpel und akkurat umgesetzt, sodass man das ganze Abenteuer problemlos bewältigen kann. Abgesehen natürlich von den Rätseln, bei denen man seine grauen Zellen teilweise ordentlich anstrengen muss, was jedoch nur positiv anzusehen ist. Mit einer Heldentruppe benötigt man ca. vier bis fünf Stunden durch die Höhle, wobei die Zeit natürlich auch davon abhängt, wie schnell man die unterschiedlichen Rätsel lösen kann und wie viel Zeit man sich für die Erkundung der Höhle nimmt.

Fazit

Mit The Cave greift Ron Gilbert wieder einmal in seine Trickkiste und zaubert ein Adventure voller Humor und Rätsel aus dem Hut. Dabei erinnert das Prinzip mit den drei verschiedenen Charakteren nicht nur an sein eigenes Spiel Maniac Mansion, sondern auch an Lost Vikings, welches ähnliche Gameplay-Mechaniken bietet. Durch die feine und einfache Steuerung wird ein problemloser Einstieg in das Spiel ermöglicht und die unterschiedlich schweren Rätsel sprechen sowohl Anfänger als auch Adventure-Veteranen an.

Pro

  • Großartiger Humor
  • Akkurate und einfache Steuerung
  • Unterschiedlichste Rätsel von leicht bis schwer
  • Verschiedene Charakteren mit einzigartigen Fähigkeiten
  • Optionaler Koop-Modus

Contra

  • Spielerische Wiederholungen
  • Insgesamt wenige charakterspezifische Situationen

8/10

Über den Autor

Kilian R.

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