Tom Clancy’s Splinter Cell: Blacklist ist der mittlerweile sechste Teil der Splinter Cell-Reihe und der direkte Nachfolger zu Splinter Cell: Conviction. Die Geschichte startet in Guam, wo Sam Fisher und sein alter Freund Victor Coste gerade dabei sind von Andersen AFB aufzubrechen, als die ganze Basis zerstört wird. Kurz darauf bekennt sich die Terrororganisation „The Engineers“ zum Anschlag und verkündet, dass dies nur der Auftakt einer Serie von Angriffen gegen die USA, genannt The Blacklist, sei. Die Angriffe werden nur dann gestoppt wenn Amerika alle im Ausland stationierten Truppen abzieht. Da dies nicht zur Debatte steht werden Sam, der Hacker Spezialist Charlie Cole, Isaac Briggs und Anna „Grim“ Grimsdóttir der neuen Antiterroreinheit „Fourth Echelon“ zugeteilt, mit dem Ziel die Engineers aufzuhalten.

Die Basis für alle ihre Operationen stellt dabei eine Frachtmaschine mit dem Codenamen „Paladin“ dar. Sie dient der Truppe nicht nur als Unterschlupf, sondern fungiert auch als Hauptmenü für den Spieler von dem aus neue Missionen in Angriff genommen werden kann. Zwischen den Einsätzen kann man sich mit seinen Mitstreitern unterhalten, und so auch verschiedene Nebenmissionen absolvieren, sowie Upgrades an der Frachtmaschine selbst und an Ausrüstungsgegenständen vornehmen. Das dafür benötigte Geld erhält man natürlich aus den unterschiedlichen Missionen.

Bereits in der ersten Mission zeigt sich, dass die Entwickler mit Splinter Cell: Blacklist wieder zurück zu den Wurzeln der Serie gehen und weniger Fokus auf die Action legen. Vielmehr muss man sich wieder in den Schatten bewegen und möglichst unauffällig bleiben. Natürlich kann man sich auch offene Gefechte mit den Gegnern liefern, doch ist man dabei schnell in der Unterzahl und dadurch auch recht schnell an der Schwelle zum Tod.

Besser ist es also verdeckt in den Schatten zu agieren und möglichst oft Gebrauch von den unterschiedlichen Gadgets zu machen, mit denen man sich ausrüsten kann. So können Gegner beispielsweise mit Hilfe von Tränen- oder Schlafgas unschädlich gemacht werden oder mittels Rauch- oder Blendgranate lediglich für kurze Zeit abgelenkt werden. Man kann auch einfach vom Tricopter Gebrauch machen und mit diesem die Umgebung auskundschaften und dabei auch gleich ein paar Gegner betäuben.

Eine neue und praktische Funktion bietet die „Aussschalten“-Fähigkeit, die man durch das Ausschalten von Gegnern verfügbar macht. Diese Fähigkeit erlaubt das automatische und präzise Ausschalten zuvor markierter Gegner, sofern diese in Reichweite sind. Nach einem Einsatz der Fähigkeit muss diese natürlich erst wieder aufgeladen werden, damit man sie erneut einsetzen kann.

Größtenteils hat man im Spiel die Möglichkeit nach seinen eigenen Vorlieben vorzugehen und einen eigenen Spielstil zu entwickeln. Am Ende einer Mission wird dann abgerechnet und man wird in drei verschiedenen Kategorien bewertet: Ghost, Panther und Assault. Jede dieser drei Kategorien steht für einen Stil. Für Ghost sammelt man Punkte wenn man unauffällig bleibt und keine Gegner tötet. Wer unauffällig Gegner ausschaltet sammelt Punkte für Panther und wer sich im offenen Gefecht heimisch fühlt, wird bei Assault jede Menge Punkte machen.

Splinter Cell: Blacklist

All diese Punkte werden zusammengezählt und um Sonderpunkte ergänzt und mittels eines Multiplikators in bares Geld umgewandelt mit dem man, wie bereits erwähnt, die Paladin und die eigene Rüstung verbessern kann. Wer Geld in den Ausbau der Paladin steckt kann sich beispielweise zu einem Radar verhelfen, auf dem während einer Mission Feinde und auch versteckte Informationen, die man in jeder Missionen finden kann, angezeigt werden. Darüber hinaus kann man so auch neue Waffen oder eine bessere Regeneration freischalten.

Bei der Ausrüstung kann man das Geld in verschiedene Waffen, Rüstungen, Hilfsmittel und neue Brillen stecken. Letztere bieten dadurch immer neue Ansichten wie beispielsweise Sonar, wodurch man Feinde auch hinter Mauern ausmachen kann. Waffen können zudem auch noch mit unterschiedlichen Extras verbessert werden.

Während die Hauptmissionen, welche die Geschichte vorantreiben, nur alleine absolviert werden können, kann man die verschiedenen Nebenmissionen entweder solo oder kooperativ mit einem Freund spielen. Die Zusammenarbeit konzentriert sich hierbei jedoch mehr darauf, wie man am besten Feinde überwältigt, um das Missionsziel zu erreichen. Nur an vergleichsweise wenigen Stellen gilt es sich beispielsweise per Räuberleiter zu helfen und somit wirklich kooperativ zusammenzuarbeiten.

Der bereits aus Splinter Cell: Pandora Tomorrow bekannte online Modus „Spione vs. Söldner“ kehrt nach einer längeren Pause wieder zurück. Hier kann man sich in unterschiedlichen Spielmodi mit Spielern aus der ganzen Welt messen und auch einmal in die Rolle der Söldner schlüpfen. Während man als Spion auf die Gadgets aus dem Hauptspiel zurückgreifen kann und in gewohnter Third Person Ansicht durch die Levels streift, schlüpft man als Söldner in eine First Person Ansicht. Darüber hinaus braucht es gute Augen, da man leider nicht über die äußerst praktische Multifunktionsbrille von Sam verfügt und die umherschleichenden Spione somit nur schwer ausmachen kann. Vielleicht sin die online Modi gerade deswegen so abwechslungsreich und spannend.

Bei der grafischen Präsentation kann Splinter Cell: Blacklist leider nicht mit aktuellen Top-Titeln mithalten, was man vor allem an den Charakteren sieht. Sie mögen zwar schön modelliert sein, doch fehlt es ihnen an Persönlichkeit und vor allem an Mimik, wie man in den Großaufnahmen immer wieder zu sehen bekommt. Auch wenn die Umgebungen grafisch ebenfalls nicht mit dem derzeitigen Standard mithalten können, sind sie sehr abwechslungsreich und bringen den Spieler an verschiedenste Schauplätze.

Der Sound weiß besser zu überzeugen als die Grafik und wartet mit einer guten Synchronisation und stimmungsvollen Musikstücken auf, die situationsabhängig zum Einsatz kommen und diese so gut untermalen. Was bei der Synchronisation jedoch etwas seltsam anmutet ist, dass NPCs in einem Moment englisch und im nächsten Moment wieder deutsch sprechen. Entweder wurden hier nicht alle Tonspuren ins Deutsche übersetzt oder es gibt einen gröberen Fehler bei der Auswahl der Soundfiles.

Fazit

Splinter Cell: Blacklist schafft es ausgezeichnet dem Spieler das Gefühl zu geben ein Geheimagent zu sein, der sich an Orten bewegt, an denen er eigentlich nichts zu suchen hat. So versteckt man sich im kleinsten Schatten um möglichst nicht entdeckt zu werden und schaltet seine Gegner so leise wie möglich aus. Natürlich greift man auch auf sein Arsenal an Gadgets zurück, um sich das Leben zu erleichtern und alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Auch Splinter Cell-Veteranen werden ob der verschiedenen Schwierigkeitsgrade, die bis zu „Perfektionist“ reichen, sicherlich genügend gefordert werden.

Pro

  • Fokus auf Stealth
  • Größtenteils freie Spielweise möglich
  • Verschiedenste Schwierigkeitsgrade
  • Spione vs. Söldner ist zurück

Contra

  • Veraltete Grafik
  • Teilweise Ruckler
  • NPCs wechseln von englischer auf deutsche Synchronisation (oder umgekehrt)

8,5/10

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