Das kommende Soul Sacrifice ist ein Action-RPG, das exklusiv für Sonys PlayStation Vita erscheinen wird und von den beiden japanischen Studios Marvelous AQL und Japan Studio entwickelt wurde. Für das Konzept zeichnet niemand geringerer als Keiji Inafune, seines Zeichens Designer von Mega Man und Produzent der Onimusha- und Dead Rising-Spiele, verantwortlich. Während die Demo ab 17. April im PlayStation Network bezogen werden kann, hatten wir das Glück bereits jetzt einen Blick auf das Spiel werfen zu können.

Man schlüpft in die Rolle eines Sklaven, der einem mächtigen und grausamen Zauberer dient und kurz davor steht geopfert zu werden. Bevor er jedoch einen schmerzhaften Tod stirbt, findet er ein magisches, sprechendes Tagebuch, welches vom Zauberer selbst verfasst wurde. Das Buch verspricht einen Ausweg aus der misslichen Lage, wenn man es schafft das Buch zu Ende zu lesen. Was sich einfach anhören mag stellt sich jedoch als Herausforderung dar, da man dabei die Geschichte des Zauberers nicht nur liest, sondern auch in sogenannten Phantom Quests selbst durchlebt.

In jeder Quest gilt es natürlich ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wobei sich dies in der Demo auf das Vernichten bestimmter Monster beschränkte. Dabei reist man in unterschiedliche Areale, die es dann zu durchforsten gibt. Um sich gegen die verschiedenen Monster zur Wehr setzen zu können, kann man von verschiedenen Opfergaben Gebrauch machen, durch die man unterschiedliche Waffen beschwören oder die Gegner direkt mit Zaubern attackieren kann. Natürlich gibt es auch defensive Zauber, die zum eigenen Schutz oder Heilung eingesetzt werden können.

Allen Opfergaben gemein ist jedoch, dass sie ihre Benutzung auf eine bestimmte Anzahl beschränkt ist, bevor sie unbrauchbar werden und in weiterer Folge repariert werden müssen. Der Kern des Spiels dreht sich hierbei um die Entscheidung, ob man einen gefallenen Feind opfert oder rettet, wodurch man entweder seine Verteidigung oder den Angriff verbessern kann. Stirbt man selbst oder ein Verbündeter im Laufe einer Mission kann man sich ebenfalls entscheiden ob man sich selbst oder den anderen opfert oder rettet. Wird man geopfert ermöglicht man seinen Verbündeten die Ausführung eines mächtigen Zaubers und wird selbst zum Geist. Doch auch dann ist das Spiel noch nicht vorbei, denn in der Geistform kann man Gegner schwächen oder Verbündete stärken.

Am Ende einer Mission wird dann abgerechnet, wobei ihr durch unterschiedliche Aktionen, wie mehrmaliges Opfern oder das Ausführen eines Konters, Punkte sammelt. Abhängig von den Punkten werdet ihr dann mit Opfergaben belohnt. Diese können zwischen den Missionen verwaltet, angelegt und auch verbessert werden. Im Laufe des Spiels erhaltet ihr auch Zugang zu weiteren Anpassungsmöglichkeiten. So kann man seinem rechten Arm verschiedene Siegel zuweisen, die Verbesserungen wie eine höhere Lebensenergie oder eine bessere Verteidigung mit sich bringen.

Auch hat man die Möglichkeit bis zu zwei Verbündete an seine Seite zu stellen, die einem in den unterschiedlichen Missionen helfen. Neben dem bereits erwähnten opfern von gefallenen Gegnern oder Verbündeten, kann man auch noch Teile von sich selbst opfern. Hat man während eines Kampfes einen gewissen Teil seiner Lebensenergie eingebüßt, kann man einen Teil seines Körpers opfern, was jedoch auch negative Konsequenzen hat. Opfert man beispielsweise seine Haut wird man dauerhaft mit einem Fluch belegt, der die Verteidigung um die Hälfte reduziert. Glücklicherweise kann dieser Fluch jedoch mit den Tränen des Tagebuchs wieder gelöscht werden.

Nachdem man in der Demo den ersten Teil der Geschichte abgeschlossen hat, schaltet man noch ein paar weitere Phantom Quests frei, die sich im Schwierigkeitsgrad deutlich von den ersten Missionen unterscheiden, wobei man selbst bei diesen in den Bosskämpfen schon etwas besser aufpassen muss. Praktischerweise kann man bereits abgeschlossene Quests immer wieder absolvieren und somit sich selbst und auch seine Opfergaben verbessern und stärken. Da die Server derzeit natürlich noch nicht online sind, konnten wir den Mehrspielermodus leider nicht testen. Beim Erscheinen des Spiels soll es dann jedoch möglich sein, entweder via Ad-hoc-Modus oder per Internet, mit bis zu drei Spielern in die Schlacht zu ziehen.

Womit die Demo jedoch bereits jetzt überzeugen kann ist die düstere und dichte Atmosphäre, die einerseits durch die Geschichte und andererseits durch die fein gestalteten Umgebungen und kreativen Gegner vermittelt wird. Neben der gelungenen grafischen Gestaltung, trägt natürlich auch der Sound zur teilweise sehr beklemmenden Stimmung bei. Während die Demo bereits einen sehr guten und durchaus auch tiefen Einblick in das Spiel bietet, bleiben noch die Fragen nach der Langzeitmotivation und dem Zusammenspiel im Mehrspielermodus.

Fazit

Als Fan von Monster Hunter und der Souls-Reihe trifft Soul Sacrifice natürlich genau meinen Geschmack, da es eine gelungene Mischung aus beiden Spielreihen bietet. In abgeschlossenen Arealen jagt man bizarre Geschöpfe, wobei der Schwierigkeitsgrad eine taktische Vorgehensweise verlangt. Die unterschiedlichsten Anpassungsmöglichkeiten versprechen dabei genügend Tiefgang und die Entscheidung einen gefallenen Gegner oder Verbündeten zu opfern oder zu retten, stellt den Spieler auch noch vor ein moralisches Dilemma. Spieler, die eine der beiden zuvor genannten Serien mögen, sollten sich den Titel auf alle Fälle genauer ansehen.

Über den Autor

Kilian R.

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