Nach einer achtjährigen Pause halten wir mit Sly Cooper: Thieves in Time endlich einen neuen Teil der beliebten Sly-Reihe in Händen. Entwickelt wurde der Titel vom amerikanischen Entwickler Sanzaru Games, die bereits für die Umsetzung der Sly Trilogy verantwortlich zeichneten.

Die Geschichte spielt direkt nach den Ereignissen von Sly 3: Honor Among Thieves. Sly täuscht eine Amnesie vor um mit der Interpool-Agentin Carmelita zusammen sein zu können, Murray ist ein erfolgreicher Rennfahrer und Bentley baut zusammen mit Penelope eine Zeitmaschine. Als jedoch die Worte im Thievius Raccoonus, dem Buch des Meisterdiebs, zusammen mit Penelope zu verschwinden beginnen, ruft Bentley das alte Team wieder zusammen, um die Schäden an der Geschichte der Coopers zu korrigieren und herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist. Carmelita findet unterdessen heraus, dass sie von Sly getäuscht wurde und will ihn nun endgültig hinter Gitter bringen.

Um die Geschichte von Slys Familie zu korrigieren, muss das Team in unterschiedliche Zeitperioden reisen und dort Slys Vorfahren zu Hilfe eilen. Diese Reise führt euch dabei an die unterschiedlichsten Orte wie beispielsweise das feudale Japan, den wilden Westen und sogar in die Uhrzeit. In jeder Zeitepoche hält sich ein Schurke aus der Gegenwart auf, welcher der Cooper-Familie schadet indem er Slys Vorfahren in die Quere kommt. Es ist nun an euch und eurem Team den Vorfahren zu helfen und den Schurken dingfest zu machen.

Ihr verfügt in jeder Epoche über einen Unterschlupf, welcher der Ausgangspunkt eurer Missionen ist. Dort könnt ihr euch für einen der Charaktere, zu denen sich im Laufe des Spiels auch die geretteten Vorfahren gesellen, entscheiden, wobei praktischerweise angezeigt wird, welcher Charakter gerade eine Mission zu bewältigen hat. Einmal entschieden verlässt man die Höhle und findet sich in einem frei begehbaren Level wieder, den man nach Lust und Laune erkunden kann.

Erfreulicherweise gibt es diesmal wieder die Hinweisflaschen zu finden, die im dritten Teil der Serie – sehr zum Unmut der Fans – entfernt wurden. Wie gewohnt gilt es 30 dieser Flaschen zu finden, um dann einen Tresor öffnen zu können, der einen nützlichen Schatz enthält. Die so gefundenen Schätze geben euch verschiedene Vorteile wie beispielsweise mehr Gold oder den Goldmagneten. Der Tresor selbst will dann natürlich auch noch mit einem kleinen Minispiel geknackt werden. Zusätzlich dazu gibt es auch Waschbärmasken, die sowohl im frei begehbaren Level, als auch in den verschiedenen Missionen versteckt sind. Durch das Sammeln dieser kann man Extras wie beispielsweise neue Outfits oder geheime Waffen freischalten, die man über das Pausenmenü aktivieren kann.

Während man sich durch den frei begehbaren Level bewegt trifft man natürlich auf pflichtbewusst patrouillierende Gegner, die sofort Alarm schlagen, sollten sie euch entdecken. In jeder Epoche trefft ihr so auf drei unterschiedliche Gegner, die sich jedoch alle gleich verhalten. Während die großen Gegner mit einer Lichtquelle nach euch suchen (und euch bemerken sobald ihr diese betretet), müsst ihr bei den kleinen Gegnern außer Sichtweite bleiben. Da die Gegner durchaus aggressiv vorgehen, sollte man es tunlichst vermeiden entdeckt zu werden und die Feinde aus dem Hinterhalt erledigen. Dies erlaubt es euch auch sie auszurauben und dadurch mehr Geld zu erbeuten als durch bloßes Besiegen. Darüber hinaus findet ihr hin und wieder auch einen Schatz in den Taschen der Gegner, der dann sofort zu Geld gemacht wird.

Aufmerksame Spieler werden in den weitläufigen Levels auch verschiedene Schätze erspähen, die man als Meisterdieb natürlich nicht einfach liegen lassen kann. Will man einen Schatz bergen muss man ihn jedoch innerhalb einer vorgegebenen Zeit zurück zum Unterschlupf bringen, wobei der Schatz verloren geht sobald man Schaden nimmt. Dort angekommen wird der Schatz sofort zu Geld gemacht und wandert in euren Unterschlupf, wo ihr ihn euch genauer ansehen könnt. Darüber hinaus kann man durch das Finden aller Schätze in einem Gebiet auch noch einen Arcade-Automaten im Unterschlupf freischalten und sich so an kleinen Spielen versuchen. Das so gesammelte Geld, das ihr übrigens auch für das Besiegen von Gegnern oder Zerstören von Umgebungsgegenständen erhaltet, könnt ihr im Thief Net für neue Fähigkeiten ausgeben.

Sly Cooper: Thieves in Time

Natürlich besteht nicht das ganze Spiel aus dem Erkunden der jeweiligen Epoche, sondern auch aus unterschiedlichen Missionen, die euch in der Geschichte weiterbringen. In den meisten Fällen werdet ihr hierbei mit Sly unterwegs sein, doch gibt es auch immer wieder Aufträge für eure Teammitglieder, von denen jeder sein eigenes Spezialgebiet hat. Murray ist der Mann fürs Grobe und streckt mit seinen Muskeln nicht nur Gegner nieder, sondern hat auch die Fähigkeit Gegenstände zu werfen. Bentley hingegen entpuppt sich als Meisterhacker, wobei ihr das Hacken in Form von kleinen Minispielen übernehmt.

Eine Neuerung in Sly Copper: Thieves of Time sind die verschiedenen Kostüme, die ihr im Laufe des Spiels bekommt. Einmal freigeschaltet könnt ihr sie jederzeit anlegen und von ihren Spezialfähigkeiten profitieren. So erlaubt es euch das Samuraikostüm beispielsweise durch Feuer zu gehen und Feuerbälle zurückzuwerfen. In den verschiedenen Epochen finden sich auch sogenannte Kostümtüren, die jeweils nur mit einem bestimmten Kostüm geöffnet werden können. Dahinter verbirgt sich einer der begehrten Schätze des Levels.

Grafisch präsentiert sich der Titel im gewohnten und schön anzusehenden Comic-Gewand, wobei Sly-Fans gleich die neuen Charaktermodelle auffallen werden, die den Protagonisten spendiert wurden. Dazu gesellen sich feine Animationen, liebevoll designte Umgebungen, sehenswerte Effekte und das gelungene Interface Design. Beim Sound darf man sich als Fan über die bereits bekannten Synchronsprecher freuen, die ihre Sache wieder sehr gut machen. Passende Soundeffekte und Musikstücke runden das ganze ab.

Beim Gameplay hat sich gegenüber den alten Teilen nicht viel geändert, was dem Spaß aber keinerlei Abbruch tut. Die neuen Entwickler haben sich auf die Stärken der Serie konzentriert und diese sinnvoll erweitert wodurch es eine gute Mischung aus Action, Jump’n’run und Schleicheinlagen gibt. Aufgelockert wird das Ganze mit spaßigen Minispielen und der Jagd nach versteckten Schätzen. Der größte Kritikpunkt sind die Ladezeiten. Während Missionen im frei begehbaren Level flott geladen werden, muss man sich beim Starten des Spiels und bei jedem Wechsel zwischen Unterschlupf und Level etwas in Geduld üben.

Fazit

Sly Cooper: Thieves in Time ist ein sehr gut gelungenes Spiel, das eine schöne Abwechslung zum normalen Shooter- und Rollenspiel-Alltag bietet und an die gute alte Zeit erinnert, als Jump’n’Runs noch eine Vormachtstellung hatten. Die gut inszenierte Geschichte, die mit dem gewohnten Humor aufwarten kann, und das ausgefeilte Gameplay laden zu einer Reise durch die Zeit ein. Während man sich durch die Geschichte selbst recht schnell durchspielen kann bietet vor allem das Finden aller Schätze, Hinweise und Masken seinen ganz eigenen Reiz, wodurch man gerne mehr Zeit in den verschiedenen Zeitepochen verbringt. Die neuen Kostüme tragen ebenso zur Abwechslung bei, wie auch die Hack-Minispiele. Wer über die teilweise recht langen Ladezeiten hinwegsehen kann, wird mit Sly Cooper: Thieves in Time viele Stunden verbringen können.

Pro

  • Gut inszenierte Geschichte
  • Feines und abwechslungsreiches Gameplay
  • Motivierende Schatzsuche
  • Gelungene Minispiele
  • Sehr guter Humor
  • Detailverliebte Grafik

Contra

  • Recht lange Ladezeiten zwischen Unterschlupf und Level
  • Vorhersehbare Gegner
  • Kamera an engen Stellen teilweise störrisch

8/10

Über den Autor

Kilian R.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.