2Was schon fast als Unmöglich angesehen war geschieht nun doch. Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers schafft es endlich nach Europa. Der zweite Teil der Shin Megami Tensei: Devil Summoner Reihe erschien erstmals 1997 für den Sega Saturn. 1999 schaffte es das RPG auf die Playstation, aber auch nur für den japanischen Markt. Als das Spiel dann letztendlich für den 3DS angekündigt wurde, konnte man nur hoffen, dass diesmal der europäische Markt nicht wieder außenvorgelassen wird. Und tatsächlich geht der Wunsch vieler Fans endlich in Erfüllung.  Der 3DS-Port von Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers erschien bereits letztes Jahr in Japan. Jetzt haben wir endlich die Gelegenheit ohne die üblichen Import- und Sprachprobleme das Rollenspiel zu genießen.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird es Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers in Europa sehr schwer haben. Die ältere Zielgruppe und somit die RPG-Veteranen zu Sega Saturn-Zeiten, werden schon früher etwas von dem Spiel gehört haben und die jüngeren Spieler werden sich in erster Linie vor allem mit der etwas veralteten Grafik anfreunden müssen. Ich will nicht behaupten, dass die jüngere Zielgruppe nichts mit Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers anfangen kann, denn genau dieses etwas veraltete Gameplay in Verbindung mit dem Zukunftskram bringen ein spezielles Spielgefühl, dass man nur bei wenigen Spielen findet.

Die Story von Soul Hackers spielt in Amami City, einer Stadt die zur damaligen Zeit auf dem höchsten Stand der Technik stand. Im Spiel selbst dreht sich alles um Paradigm X. Man könnte es auch als eine Art Netzwerk oder Forum bezeichnen, jedoch nur für die Stadt Amami City. Und so geht Paradigm X in die Beta-Phase und die ersten Tester werden per Zufallsverfahren ausgesucht. Der Protagonist, bei dem ihr euch den Namen aussuchen könnt und seine Freundin Hitomi wollen auch daran teilnehmen.  Der Hauptcharakter ist in einer Hacker-Gruppe namens „Spookies“ vertreten, deshalb stellt es für ihn kein Problem dar, sich in einen Computer zu hacken und sich in die Teilnehmerliste einzutragen. Nachdem er sich ausloggen wollte erscheint eine Stimme die ihn warnt und sich als Kinap vorstellt. Plötzlich kommt die Geschichte ins Rollen und die Ereignisse überschlagen sich. Nach merkwürdigen Visionen mit noch merkwürdigeren Konsequenzen begibt sich der Protagonist auf eine lange Reise.

Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers ist ein typischer Dungeon Crawler. Das besondere im Vergleich zu anderen Japano-Rollenspielen ist, dass der Protagonist aus der First-Person Perspektive gesteuert wird. Teilweise muss man auf einer Oberwelt Orte anklicken um dort hinzugelangen, aber ansonsten sieht man die Welt mit den Augen der Haupthelden. An einem Ort angekommen muss man diesen erkunden um die Karte auszubreiten.

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Wie der Titelname schon sagt geht es im Spiel primär um Dämonen die man beschwören kann. Das interessante an der ganzen Sache ist, dass die Dämonen erst rekrutiert werden müssen. Man redet einfach mit den Bestien, um sie davon zu überzeugen für unseren Protagonisten zu kämpfen. Sehr ausgeklügelt ist es auch, dass die Dämonen verschiedene Launen haben. Mal sind sie gut drauf, ein anderes Mal sieht das ganze wieder völlig anders aus. Man braucht also immer eine andere Taktik um die Helfer zu überzeugen. Im Gegensatz zum Protagonisten können sich die Dämonen nicht steigern und neue Fähigkeiten erlernen. Zu Beginn sind sie auch nicht gerade gehorsam, also sollte man sich nicht komplett auf die Dämonen verlassen. Um die Bestien im Kampf zu beschwören, braucht man MAG (Magnetite), mit denen man sehr sorgsam umgehen sollte.  Im späteren Spielverlauf kann man die Dämonen wie in anderen Shin Megami Tensei Teilen fusionieren, was einem mächtige Monster und einen klaren Vorteil im Kampf verschafft.

Das komplexe Kampfsystem wirkt am Anfgang etwas kompliziert, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat man sich schnell eingefuchst. Uns gefällt es immer sehr gut, wenn man Spielern viele Freiheiten lässt um jedem Spieler individuelle Kämpfe zu ermöglichen. Wenn man im späteren Verlauf der Story tief in das Spielgeschehen versinkt, kommt man sich vor wie einem guten Cyberpunk Roman. Was mir sehr viel Freude bereitet ist es, ein Zukunftsspiel zu spielen, jedoch aus den 90er Jahren betrachtet. Das bedeutet aus dem Standpunkt heute sind viele Gameplay-Elemente, die damals als Zukunft angesehen wurden, tatsächlich Realität. Oder kennt ihr noch jemanden, der nicht in einem sozialen Netzwerk oder zumindest in einem Forum vertreten ist?

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Die Grafik wirkt dem Alter entsprechend. Alles sieht ein wenig matschig aus und es fehlen einfach die Texturen, vor allem in der Hintergrundoptik. Speziell die Gesichter der Charaktere wirken aber sehr schön und kräftig. Wenn man davon ausgeht, könnte man meinen Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers wurde erst letztes Jahr entwickelt und ist nicht schon 15 Jahre alt.

Ein eindeutiger Pluspunkt ist der Soundtrack von Soul Hackers. Eine passendere Musik, die so zum Cyber-Punk Setting passt könnte man nicht finden. Die gesamte Sprachausgabe und die Texte sind auf Englisch. Leider hat es für eine deutsche Version nicht gereicht, aber wer halbwegs gut der englischen Sprache mächtig ist, kann der Story ohne Probleme folgen.

Die 3DS Version von Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers bringt auch einige Neuerungen mit. So hat man 30 zusätzliche Dämonen, ein neues Intro und einen neuen Themesong. In einem zusätzlichen Dungeon kann man Raidou Kuzunoha treffen. Einen Charakter aus anderen Devil Summoner Teilen. Und natürlich ist auch der teilweise unnötige 3D-Effekt mit von der Partie.

Fazit

Shin Megami Tensei: Devil Summoner: Soul Hackers ist sicher nicht mehr das beste Spiel, aber vieles wird dennoch richtig gemacht. Das sehr komplexe Kampfsystem macht richtig Laune, wenn man sich darauf einlässt. Es gibt einige Frustmomente, die man einfach überwinden muss. Die Hintergrundgrafik ist manchmal schon etwas verstörend, aber ansonsten merkt man Soul Hackers das Alter nicht 100 prozentig an. Die Zukunft aus den Augen der 90iger Jahre zu betrachten erweckt ein Spielerlebnis, dass Soul Hackers einzigartig macht

Pro

  • Passender Soundtrack
  • Komplexes Kampfsystem
  • Einzigartiges Setting
  • Viele verschiedene Dämonen

Contra

  • Schwierigkeitsgrad (Frustmomente garantiert)
  • Optische Darstellung

7/10

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