Literarische Höllendimensionen
Ein dunkler Wald. Einsam sitzt der Kreuzritter Dante an einem Lagerfeuer und stickt sich einen kreuzförmigen Stofffetzen in seinen Körper. Wenig später steigt der gebrochene Mann die Höllenpforte hinab, um Luzifer zu finden. Seine geliebte Beatrice wurde von unbekannter Hand getötet und der Teufel hat ganz bestimmte Pläne mit ihrer Seele. Auch in der literarischen Vorlage, der göttlichen Komödie, steigt Dante die Höllenpforte hinab. Allerdings aus weit weniger dramatischen Beweggründen, sondern viel mehr unbeabsichtigt, nachdem er in einer Hölle einen Weg ins Inferno entdeckt.

Wie ihr schon an der kurzen Inhaltsbeschreibung des Games, aber auch der literarischen Vorlage erahnen könnt, sind die Entwickler von Visceral Games recht frei mit dem Stoff umgegangen. Das Spiel vereint Dantes Werk nämlich unter anderem mit biblische Thematiken und historischen und mythologischen Figuren und Ereignissen. So spielt die Geschichte zur Zeit der dritten Kreuzüge und greift die historischen Hintergründe durch Flashbacks immer wieder auf. Dabei handelt es sich allerdings nicht um dröge Zwischensequenzen in Spielgrafik, sondern toll inszenierte Zeichentrickfilmchen.
Der literarischen Vorlage entsprechend, wandert man als Dante durch die neun Kreise der Hölle, die jeweils einer Sünde zugeteilt sind. Die Entwickler haben offensichtlich sehr viel Wert darauf gelegt die Umgebung so bedrohlich und verstörend wie möglich zu gestalten. Höllenfeuer toben um einen, der Boden droht jede Sekunde weg zubrechen, gequälte Menschenseelen schreien vor Schmerzen und betteln um Vergebung. Das lässt selbst den härtesten Spieler kaum kalt. Bei den Gegnern handelt es sich entweder um Menschen die für ihre Vergehen in einem der neun Kreise gelandet sind, oder um Höllenkreaturen. So begegnet man etwa Pontius Pilatus, oder dem Höllenhund Cerberus.