Ein namenloser kleiner Junge sieht eines Tages in den Regen hinaus und entdeckt dort die Gestalt eines Mädchens, welches von einem Monster verfolgt wird. Im Wunsch ihr zu helfen eilt er ihr nach und wird, wie sie, unsichtbar. Lediglich der herabfallende Regen lässt seine Silhouette erscheinen. Doch in dieser seltsamen Welt, in die er gestolpert ist, lauern noch andere Wesen, die nur der Regen sichtbar macht.

Mit diesem interessanten Plot startet man in das von SCE Japan Studio in Zusammenarbeit mit Acquire und PlayStation C.A.M.P. entwickelte rain. Man schlüpft dabei in die Rolle des eben erwähnten Jungen und begibt sich auf die Suche nach dem mysteriösen Mädchen, welches im Regen aufgetaucht ist. Dabei durchwandert man verschiedenste Areale einer Stadt und muss dabei kleinere Aufgaben lösen, um seinen Weg fortsetzen zu können.

Die Steuerung ist dabei sehr simpel gehalten. Neben gehen und laufen kann man auch springen und mit gewissen Gegenständen interagieren. Das interessanteste an rain ist sicherlich die Spielmechanik mit dem Regen. Solange man sich in diesem umherbewegt kann man die Silhouette des Jungen sehen. Doch sobald man sich irgendwo unterstellt verschwindet die zuvor sichtbare Gestalt und man muss sich anhand der von ihr zurückgelassenen Fußabdrücke orientieren.

Wie bereits erwähnt ist man jedoch nicht alleine im Regen unterwegs, sondern trifft dort verschiedenste Geschöpfe, die einem meist nicht gut gesinnt sind. Denn sobald man von einem der Geschöpfe entdeckt wird, eröffnet dieses die Jagd auf euch. Zwar kann man sich an Stellen vor ihnen verstecken, an denen kein Regen fällt, doch gelingt dies nur solange sie nicht sehen, wie ihr in das Versteck lauft. Werdet ihr von einem der Geschöpfe erwischt, müsst ihr beim letzten Kontrollpunkt, die sehr angenehm verteilt sind, erneut beginnen.

Darüber hinaus reagieren die Geschöpfe auch auf Geräusche. Macht man also in irgendeiner Form Lärm, der lauter ist als der Regen (z.B. das Springen in einer Pfütze oder das Umstoßen einer Flasche), untersuchen die Geschöpfe den Ort des Lärms sofort und werden somit auch auf euch aufmerksam, wenn ihr euch nicht zuvor versteckt habt.

Ein weiterer interessanter Aspekt des Spiels ist die Zusammenarbeit der Charaktere, sobald ihr das Mädchen getroffen habt. Hierbei sei die ausgezeichnete KI erwähnt, die solche kooperativen Stellen problemlos spielbar macht. Im Laufe des Spiels gesellt sich noch eine weitere Spielmechanik in Form von Schlammpfützen hinzu. Wenn man durch eine solche hindurchläuft, bleibt der Schmutz an den Beinen hängen, wodurch diese auch in regenfreien Zonen sichtbar sind. Dies erleichtert zum einen die Navigation, zum anderen ist man so aber auch für die Geschöpfe sichtbar. Läuft man durch eine Wasserpfütze, kann man den Schmutz einfach wieder abwaschen.

Rain

Die Geschichte, die zum einen mit Aquarellbildern und zum anderen mit Texten, die während eurer Reise durch die Stadt auftauchen, erzählt wird, umfasst insgesamt acht Kapitel. Das Fehlen einer Sprachausgabe trägt dabei positiv zur Gesamtstimmung des Spiels bei, da dadurch das Gefühl der Einsamkeit und Verlorenheit verstärkt wird. Nur das Rauschen des Regens ist euer ständiger Begleiter auf der Reise durch die Dunkelheit der Nacht.

Das größte Manko des Spiels ist die Spieldauer, die circa drei Stunden beträgt. Hat man die Geschichte absolviert werden verlorene Erinnerungen freigeschaltet, die man von nun an in der Stadt finden kann. Einen weiteren Wiederspielwert, außer dem nochmaligen Erleben der Geschichte, bietet das Spiel jedoch nicht. Ein weiterer Kritikpunkt findet sich im wenig abwechslungsreichen Gameplay, das größtenteils aus herumlaufen besteht und aus dem man mit den interessanten Spielmechaniken mehr herausholen hätte können.

Die grafische Komponente trägt ihr übriges zum Spiel bei. Bei Nacht durchstreift man eine düstere, menschenleere Stadt, die eine gewisse Melancholie ausstrahlt. Dazwischen erleuchten Lampen den Weg und mysteriöse Geschöpfe bahnen sich ihren Weg durch den Regen. Natürlich muss man an dieser Stelle auch noch die gelungene Musik erwähnen, welche die jeweilige Situation, Mal mit sanften Mal mit rauen Klängen, gekonnt untermalt.

Fazit

Rain ist ein innovatives Adventure mit einer interessanten Spielmechanik, die seinesgleichen sucht. Mit einfachen Mitteln vermag das Spiel eine düstere und zeitenweise beklemmende Stimmung zu vermitteln, wie man sie sich in so manchem Horror-Spiel wünschen würde. Wer sich für ungewöhnliche Spiele interessiert und über die recht kurze Spielzeit von drei Stunden hinwegsehen kann, sollte sich rain auf alle Fälle genauer ansehen.

Pro

  • Stimmungsvolle Atmosphäre
  • Einzigartige Spielmechanik
  • Interessante Geschichte
  • Geheimnisse nach dem ersten Durchspielen

Contra

  • Kurze Spielzeit
  • Wenig Abwechslung

7/10

Über den Autor

Kilian R.

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