Tim Burton präsentiert Super Mario, oder so ähnlich. Das ist was mir am Anfang durch den Kopf ging als Puppeteer auf der Gamescom 2012 vorgestellt wurde. Das wurde es dann letztendlich doch nicht, vielmehr ist Puppeteer ein wunderschönes Jump’n’Run mit einer einzigartigen Mechanik und Erzählweise, die es vom Einheitsbrei abhebt aber nicht zwangsläufig besser macht. Anders als bei Rayman oder Super Mario ist nicht die Sprungmechanik das zentrale Element und dient nur dazu um an Plattformen zu gelangen. Bei den meisten 2D Jump’n’Runs ist das Springen auch das zentrale Kampfsystem, bei Puppeteer übernimmt das jedoch die Schere die man nach Komplettierung des ersten Akts erhält. Die Schere macht sehr viel Spaß und bietet mehr Abwechslung als man in den meisten Sidescrollern bekommt.

Aber bevor ich mich zu sehr über die Mechaniken und die Präsentation ergieße, sollte erklärt werden worum es in Puppeteer eigentlich geht. Man übernimmt die Rolle von Kutaro, einem Erdenjungen dessen Seele über Nacht in dem Körper einer Puppe gesteckt wird. Dieses Schicksal teilen auch andere Kinder mit ihm und das macht sich der Mondbärenkönig zu nutze und versklavt die Puppen nachdem er die Mondgöttin aus ihrem Reich verbannt. Nun liegt es an Kutaro den fiesen Mondbärenkönig zu vertreiben und den zersplitterten Mondkristall wiederherzustellen. Doch Kutaro hat ein Problem. Er hat keinen Kopf. Da muss Abhilfe geschaffen werden. Im Laufe der sieben Akte bieten um die hundert Köpfe, die alle verschiedenst designed wurden Ersatz. Leider wirken sich diese nicht wirklich auf das Gameplay aus. Zwar hat jeder dieser Köpfe eine bestimmte Fähigkeit, die aber nur an gewissen Stellen von Nutzen ist, aber meistens keinen Unterschied macht.

Der größte Trumpf den das Spiel bietet ist das unglaubliche Leveldesign und die atemberaubende Präsentation. Das ganze spielt nämlich auf einer Bühne vor Publikum und dies macht sich im Laufe des Spiels ständig bemerkbar. So hört man Gelächter im Hintergrund wenn Kutaro seinen Kopf verliert und diesem nachlaufen muss um sein Leben behalten zu können. Das Charakterdesign ist einzigartig und wunderschön. Jede Figur wirkt als wäre sie individuell und sehr detailliert designed und ist ein Highlight für sich. Das einzige Problem der Level ist, dass sie sehr kurz sind und man sich nach einer Weile an den Effekten satt gesehen hat. Und häufig wird das Gameplay durch Cutscenes unterbrochen was bei Plattformern ein Problem ist da es einen aus dem Flow reißt.

Selbst der tollste Stil und die schönste Grafik können schlechtes Gameplay nicht wettmachen. Wobei ich das Gameplay von Puppeteer nicht als schlecht bezeichnen möchte, sondern mehr als ein Mittel zum Zweck. Die Sprungphysik erinnert  leicht an LittleBigPlanet und ist nicht so befriedigend wie die aus vergleichbaren Spielen wie Rayman Legends oder Donkey Kong Country: Returns. Die Schere bietet zwar Abwechslung im Gameplay, und ist ziemlich einzigartig in diesem Genre, kann das Ruder aber nicht herumreißen. Mit Hilfe des rechten Analog Sticks, oder des Move Controllers, den dann eine zweite Person bedient, kann mit den Hintergründen interagiert werden, wodurch man andere Puppen findet und Bonus Level freischalten kann. Einzig die Bosskämpfe heben sich von Genre Konkurrenten ab und machen unglaublich viel Spaß. Wird Kutaro von einem Gegner getroffen fällt ihm der Kopf ab und er hat ein gewisses Zeitfenster um diesen wieder zu erlangen. Sollte er es drei mal hintereinander nicht schaffen wird ein Leben abgezogen. Durch einsammeln von hundert Mondsplittern erlangt man Leben wieder und kann einen erneuten Versuch starten.

Fazit

Puppeteer ist ein wunderschönes Spiel, das sich am besten für Kinder eignet. Erwachsene Spieler oder gar Veteranen könnten sich an den simplen Mechaniken stören und an der Präsentation satt sehen. Doch wer auf dieses Genre abfährt bekommt mit etwa 10-12 Stunden Gameplay genug für sein Geld und wird den Kauf nicht bereuen.

Pro

  • Präsentation
  • Bosskämpfe

Contra

  • Viele Unterbrechungen
  • Kurze Level

 8/10

Über den Autor

Andrej

Mein Name ist Andrej, ich komme aus Kärnten. Gaming zu einer meiner ganz großen Leidenschaften. Ich spiele alle Arten von Games, da ich der Meinung bin dass es in jedem Genre tolle Spiele gibt die es Wert sind zu spielen. Die Mass Effect und Uncharted Reihe sind derzeit meine liebsten Franchises obwohl The Legend of Zelda immer einen ganz besonderen PLatz in meinem Herzen haben wird.

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