Erst vor einigen Monaten erschienen ein Professor Layton und ein Phoenix Wright Titel für den 3DS und schon jetzt dürfen sich Fans auf das Crossover, der beiden Spieleserien, freuen. Für Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney haben sich die Entwickler von Level 5 und Capcom zusammengetan, um zwei tolle Spieleserien zu verbinden. Meine Befürchtung lag darin, dass man kein gutes Spielerlebnis im Ganzen erhält, sondern nur zwei halbe Portionen, doch diese Ängste waren grundlos.

Um die beiden Geschichten sinnvoll miteinander zu verknüpfen, benötigt man eine außergewöhnliche Story. Der Staranwalt Phoenix Wright muss aufgrund eines internationalen Austausches der Anwaltskammer nach London reisen. Auch dabei ist seine Partnerin, das Medium Maya Fey. Professor Layton und Luke helfen Sophie de Narrateur gegen eine scheinbar übermächtige Macht und werden somit in eine mittelalterliche Welt befördert, in der später auch Phoenix Wright und Maya landen.

Der Anwalt wird dort auch dringend gebraucht, denn in der neuen Welt finden noch ganz altertümliche Hexenprozesse statt. So skurril die Story auch klingen mag, hat man es hiermit geschafft, eine sinnvolle und passende Verbindung zwischen beiden Spielereihen zu erschaffen. Die Symbiose aus beiden Serien, nämlich Rätsel lösen und Prozesse gewinnen, passen perfekt in die neue Welt Labyrinthia.

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Spielerisch konnte man die Verschmelzung leider nicht so gut umsetzten. Das gesamte Spielgeschehen fühlt sich an, wie wenn man zwei unterschiedliche Spiele spielt. Es gibt die typischen Layton Rätsel, die es zu lösen gilt und es gibt die Gerichts-Sequenzen, wie immer schon bei den Phoenix Wright Teilen.

Der Professor Layton Part funktioniert genauso, wie wir es vom Rätselmeister gewohnt sind. Es gibt eine große Übersichtskarte, die uns per Stylus in die verschiedenen kleinen Gebiete befördert. Mit einem Antippen auf verdächtige Gegenstände bekommt man Münzen, die uns später bei schwierigen Rätseln helfen und Tipps zur Verfügung stellen. Diese Tipps müssen natürlich nicht benutzt werden. In den kleinen Gebieten lernt man auch Charaktere kennen, mit denen man sich unterhalten kann. Natürlich bleibt es nicht immer bei Gesprächen und es kann schnell passieren, dass man vor ein Rätsel gestellt wird.

Die verschiedenen Personen sind nicht ganz so liebevoll gestaltet wie in den Vorgänger Teilen Professor Laytons. Viele Charaktere wirken wie ein Produkt aus Einfallslosigkeit und Zeitdruck, doch einige neue Gesichter passen perfekt in das Layton Universum. Beispielsweise hat man mit Sophie de Narrateur eine tolle Persönlichkeit eingeführt, die perfekt in die Cartoon-Welt passt.

Die Rätsel sind manchmal sehr knackig, aber ab und zu auch ziemlich einfach. Man hat das Gefühl, dass einige Aufgaben sehr oft wiederholt und nur ein wenig anders verpackt werden. Klar passt das Thema Labyrinth sehr gut zu der Welt, in der man sich im Spiel bewegt, aber deshalb musste man auch nicht so viele Irrgarten-Rätsel verbauen. Dadurch, dass es sich um ein Crossover handelt, musste man natürlich mit einigen Elementen sparen. So gibt es auch weniger Rätsel, als wir es von anderen Professor Layton Spielen kennen. Der neueste Ableger schafft es gerade mal auf 70 verschiedene Rätsel, obwohl es mittlerweile schon Spiele mit über 160 Aufgaben gab. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn insgesamt ist das Spiel sehr Umfangreich und bietet locker über 25 Spielstunden.

Man hat den Vorteil, auch als Phoenix Wright, spielen zu können, denn in diesem Spiel finden sich zwei Adventure-Varianten wieder. Musste man sich als Professor Layton immer wieder mit Rätseln herumschlagen, kann man als der Anwalt Phoenix Wright den Gerichtssaal unsicher machen und spannende Fälle aufklären.

Der Staranwalt hat es mit noch kniffligeren Verhandlungen zu tun und kann nun auch mehrere Zeugen gleichzeitig verhören. Bei früheren Titeln der Phoenix Wright Serie musste man noch alle Zeugen nacheinander ins Kreuzverhör nehmen. Eine weitere Neuerung sind die Hinweismünzen, denn diese können nicht nur im Layton Part, sondern auch im Gerichtssaal verwendet werden. Das Prinzip funktioniert sehr ähnlich, denn verdächtige Gegenstände, die Phoenix in der Verhandlung weiter bringen, werden gesondert angezeigt.

In der Welt von Labyrinthia ist alles ein wenig anders. Zusätzlich zur ohnehin abgedrehten Phoenix Wright Story kommen noch Magie-Elemente, die wir so in der Spieleserie noch nicht gesehen haben, hinzu. Im Großen und Ganzen haben die neuen Elemente äußerst positive Auswirkungen auf das Spielgeschehen und durch die Neuerungen kommt auch ein neues Spielgefühl auf.

Optisch kann der Titel auch überzeugen und man fühlt sich als ob man in einem Anime agiert. Egal ob man Labyrinthia erkundet oder einen Fall im Gerichtssaal löst, alles wirkt sehr stimmig und passend. Die schönste Gegend ist wahrscheinlich das gegenwärtige London und die Charaktere, die dort vorkommen. Zwar bieten viele Charaktere nicht die Tiefe, wie man sie von Layton und Phoenix Wright Spielen gewohnt ist, aber einige Personen wussten eindeutig zu überzeugen. Stimmungsvoll und spannend wirken die Anime-Sequenzen, die immer wieder erscheinen und die Story vorantreiben.

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Sehr gut gefiel uns auch die Spielmusik, denn hier hat man sich neben einigen neuen Melodien, vor allem an bekannten Musikstücken bedient, die schöne Erinnerungen wecken. Die deutsche Synchronisation ist auch prima gelungen und sogar der Anwalt Phoenix Wright spricht nun mehr Wörter aus, als „Einspruch“.

Fazit

Mit Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney haben die Entwickler von Capcom und Level 5, zwei meiner Lieblings-Adventures, zu einem Crossover verbunden. Beide Spieleserien ergänzen sich sehr gut und die packende Story motiviert bis zum Schluss. Über die etwas schwächeren Rätsel, als man es von Layton-Spielen gewohnt ist, kann man hinwegsehen, denn dieses Manko wird durch die neuen Elemente im Gerichtssaal, mit Phoenix Wright, locker weggemacht. Speziell die Anhörung mehrerer Zeugen auf einmal bringt dem Spielgeschehen eine völlig neue Würze. Es kommen viele neue Charaktere vor, die leider nicht aus der liebevollsten Feder entstanden sind, aber auch hier können neue Gesichter wie Sophie de Narrateur überzeugen. Layton und Phoenix Fans können sorglos zuschlagen und werden nicht enttäuscht werden und alle anderen sollten sich diese tollen Spieleserien zu Gemüte führen.

Pro

  • Packende Story
  • Sehr ansehnliche Anime-Sequenzen
  • Layton und Phoenix in einem Spiel
  • Abwechslungsreicher als beide Spieleserien einzeln
  • Sehr Umfangreich
  • Deutsche Synchronisation
  • Neue Gameplay-Elemente im Gerichtssaal

Contra

  • Charaktere nicht so liebevoll wie gewohnt
  • Rätsel nicht ganz so fordernd
  • Viele ähnliche Rätsel

8/10

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