Was für Nintendo die Super Smash Bros.-Serie, die es nun schon seit einigen Jahren gibt, ist für Sony PlayStation All-Stars Battle Royale. Man nehme Charaktere aus unterschiedlichsten Spielen, gebe ihnen verschiedenste Kampffähigkeiten, würze das Ganze mit dynamische 3D-Arenen und heraus kommt das neueste Prügelspiel aus dem Hause Sony. Teil der illustren Prügelrunde sind neben PlayStation-exklusiven Charakteren wie Nathan Drake, Cole McGrath und Kratos auch bekannte Gesichter aus Titeln von Drittherstellern wie Dante oder Big Daddy.

Ihnen allen gemein ist, dass sie sich nicht nur gegenseitig die Köpfe einschlagen, sondern dass sie dabei auch auf ihre speziellen Fähigkeiten zurückgreifen können, die man schon aus den jeweiligen Spielen kennt. Während Nathan Drake beispielweise mit Pistole, MG, Granate und natürlich seinen Fäusten kämpft, kann Kratos auf seine Chaosklinen, den Bogen und andere Waffen zurückgreifen. Dadurch spielen sich die verschiedenen Charaktere einzigartig und erlauben unterschiedliche Taktiken, je nachdem welche Angriffe sie besitzen.

 PlayStation All-Stars Battle Royale

Wer nicht erst im Kampf die verschiedenen Fähigkeiten seines Charakters ausprobieren will, kann auf den Genre-typischen Trainings-Modus zurückgreifen. Als Einzelspieler führt der erste Weg ansonsten in den ebenfalls gut bekannten Arcade-Modus, in dem man die „Geschichte“ eines jeden Charakters spielen kann. Diese wird meist mit Bildern und ein oder zwei kurzen Zwischensequenzen erzählt und trägt nicht viel zum Spiel bei. Im Arcade-Modus tritt man in mehreren Runden gegen zufällige Gegner an bis man zum jeweiligen Spezialgegner des gewählten Charakters kommt. Als letzter Obermotz erwartet euch jedes Mal das ehemalige Sony Maskottchen Polygon Man. In den „Vorrunden“ tretet ihr gegen unterschiedlich viele Gegner in den zwei verschiedenen Spieltypen an. Zum einen gibt es den Zeitkampf, bei dem zum Schluss derjenige als Sieger hervorgeht, der am meisten Kills geschafft hat. Im zweiten Spieltyp endet das Spiel sobald ein Spieler die vorgegebene Anzahl an Kills erreicht hat.

Anders als bei traditionellen Kampfspielen gibt es bei PlayStation All-Stars Battle Royale keine Gesundheitsanzeigen, an denen ihr euren derzeitigen Zustand ablesen könnt. Dies hat einen ganz einfachen Grund: mit herkömmlichen Angriffen könnt ihr nicht getötet werden und könnt selbst auch keinen Gegner vernichten. Vielmehr ladet ihr mit Angriffen lediglich eure AP-Leiste auf und verliert auch wieder Punkte wenn ihr getroffen werdet. Habt ihr mindestens eine von drei Stufen erreicht, könnt ihr einen verheerenden Spezialangriff einsetzten, der eure Gegner auslöscht, sofern ihr sie trefft. Mit jeder Stufe der AP-Leiste verstärkt sich dieser Angriff bis ihr auf Stufe 3 für eine bestimmte Zeit lang quasi in einen Blutrausch verfallt und mit jedem Treffer einen Gegner vernichtet.

Leider ist dieses System ein zweischneidiges Schwert. Zum einen bringt es etwas mehr Taktik ins Spiel, da man überlegen muss, welche AP-Stufe man einsetzen will. Je mächtiger die Stufe, umso länger sammelt man AP dafür. Auf der anderen Seite kann es teilweise frustrierend sein, wenn man mühsam AP sammelt und dann keinen Gegner mit dem Spezialangriff vernichtet, was ja nur mit solchen Angriffen möglich ist. So werden alle Angriffe, die man bis dahin gelandet hat, quasi negiert und das ganze Spiel beginnt von neuem.

Während man sich mit seinen Kontrahenten prügelt darf man aber auch die Arena selbst nicht aus dem Auge lassen. Sind die Gefahren nämlich aktiviert, hält auch die jeweilige Arena einige schmerzhafte Passagen bereit. Außerdem ändern sich die dynamischen Arenen während des Kampfes, sodass sich auch das Kampfgeschehen entsprechend den Änderungen verlagern kann. Zusätzlich tauchen, bei aktivierter Option, auch unterschiedlichste Gegenstände auf, die man benutzen kann. Darunter fallen natürlich allerlei Waffen aber auch Schuhe, die eure Geschwindigkeit erhöhen oder Kisten, die AP-Perlen enthalten.

Am Ende eines Kampfes erhält euer aktueller Charakterabhängig von eurer Leistung Erfahrungspunkte mit denen er Stufen aufsteigen kann. Diese dienen jedoch lediglich zum Freischalten von neuen Kostümen, Intros und Outros der Charaktere sowie allerlei Grafiken, mit denen ihr eure Profilkarte personalisieren könnt. Als Einzelspieler könnt ihr euch außerdem noch im Herausforderungsmodus versuchen in dem ihr ebenfalls Erfahrungspunkte und Goodies erhaltet. Die größte Stärke des Spiels ist definitiv der Mehrspielermodus, den man sowohl off- als auch online mit bis zu drei Freunden spielen kann. Zu den bereits aus dem Einzelspielermodus bekannten Spieltypen gesellen sich noch ein Last Man Standing Modus sowie die Möglichkeit als Teams gegeneinander anzutreten.

PlayStation All-Stars Battle Royale

Graphisch weiß PlayStation All-Stars Battle Royale mit feinen Charaktermodellen und Animationen, sowie den sehr gut in Szene gesetzten dynamischen Arenen zu überzeugen. Auch die unterschiedlichen Effekte tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Der Sound weiß durch die originalen Synchronsprecher der verschiedenen Charaktere und die unterschiedlichen Musikstücke, die passend zur Arena verändert werden, zu gefallen. Wobei sich hier natürlich auch Stücke finden können, die dem einen oder anderen nicht so zu sagen. Die Steuerung reagiert, wie man es sich von so einem Spiel erwartet, sehr gut, wobei man sich etwas Einarbeitungszeit bei den verschiedenen Charakteren gönnen sollte. Leider geht vor allem bei Matches mit vier Spielern teilweise die Übersicht verloren, wenn man von einer Ecke der Arena in die andere katapultiert wird. Noch unübersichtlicher wird die ganze Sache, wenn mehrere Spieler den gleichen Charakter benutzen. Zwar kann man prinzipiell das Aussehen (zum Beispiel Kleidung und Farbe) ändern, doch fallen solche Dinge während der schnellen Kämpfe kaum auf.

Fazit

PlayStation All-Stars Battle Royale versucht das Spielprinzip von Super Smash Bros. auf die Sony-Konsolen zu bringen und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Doch hinterlässt der Titel einen etwas zwiespältigen Gesamteindruck. Zum einen freut man sich darüber die PlayStation-Stars gegeneinander antreten lassen zu können, doch fühlen sich manche Charaktere etwas fehl am Platz und gezwungen an. Auch ist der Einzelspielermodus etwas enttäuschend wohingegen der Mehrspielermodus umso mehr Spaß macht, vor allem wenn man seinen Freunden die Niederlage von Angesicht zu Angesicht unter die Nase reiben kann. Positiv anzumerken ist, dass sich die Charaktere aufgrund ihrer Fähigkeiten unterschiedlich spielen, wobei man etwas Zeit investieren muss um sie zu meistern. Ob das AP-System eine gute oder eine schlechte Idee ist, muss wohl jeder Spieler für sich selbst entscheiden.

Pro

  • Die Charaktere spielen sich unterschiedlich
  • Verschiedene Anpassungsmöglichkeiten
  • Viele freischaltbare Goodies
  • Dynamische Arenen
  • Unterstützt Cross-Buy und Cross-Play

Contra

  • Teilweise unübersichtlich
  • Alle Charaktere von Anfang an zugänglich
  • Manche Charaktere wirken deplatziert

7.5/10

Über den Autor

Kilian R.

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