Ja Nintendo macht es schon wieder. Entgegen aller Trends und Tendenzen, fokussiert sich der japanische Konzern weiterhin auf familienfreundliche Spiele. Anstatt einen brutalen und in Blut getränkten Shooter zu entwickeln, setzt Nintendo seine Hoffnungen in Pikmin 3. Pikmin ist super niedlich und eine wundervolle Abwechslung zum braunen Einheitsbrei, den man sehr häufig vorgesetzt bekommt. Es ist schon fast 10 Jahre her seitdem der letzte Teil dieser Serie erschien, wenn man die Reiterationen auf der Wii nicht mitzählt. Waren es die 10 Jahre wert? Ist Pikmin 3 eine annehmbare Fortsetzung? Wird das der Wii U Retter werden?

Als aller erstes sollte gesagt sein, dass die Rolle des oder der Hauptprotagonisten nicht mehr Captain Olimar und sein Assistent Louie übernehmen. Dieses Mal schlüpft man in die Rolle ganz neuer Charaktere, es handelt sich um Charlie den Captain der Drake, das ist das Schiff unserer neuen Helden, den Ingenieur Alph und der pinkhaarigen Pilotin Brittanny.

Am Planeten Koopai gehen die Ressourcen aus, den Bewohnern droht der grausame Hungertod, und aus Verzweiflung senden sie Sonden aus um naheliegende Planeten zu scannen in der Hoffnung etwas essbares bergen zu können. Nachdem mehrere Versuche scheiterten, schien die Situation aussichtslos, bis die letzte Sonde zurück vom Planeten „PNF-404“ kam. Der Planet schien für die Bewohner Koopais genießbare Nahrung zu beherbergen. Aus dem Grund werden die drei Helden ausgesendet um die Situation zu prüfen, Samen zu bergen und die Infrastruktur Koopais wieder zu reparieren. Doch bei dem Anflug geht etwas furchtbar schief denn Alph, Charlie und Brittanny werden zur Bruchlandung gezwungen und temporär voneinander getrennt. An dieser Stelle beginnt unser Abenteuer.


Nachdem man als Captain Charlie den ersten Pikmin begegnet wird die Location in den Wald des Anfangs befördert wo das Abenteuer mit Alph beginnt. Die ersten Pikmin auf die Alph trifft sind die roten Pflanzen Monsterchen, tolle Kämpfer und resistent gegen Feuer. Sollte es gelingen mehr als 10 dieser niedlichen Bastarde auf den Rücken eines Gegners zu befördern, ist er geliefert. Leider sind die roten Pikmin nicht gut im Graben und können weder schwimmen noch sind sie in der Lage etwas gegen Glas auszurichten. Und das wäre schrecklich, unspielbar und sehr langweilig, wenn es die einzige Art von Pikmin wäre. Doch dem ist natürlich nicht so. Im Laufe der Geschichte begegnet man noch weiteren 4 Arten, die die Schwächen der roten Pikmin wettmachen aber auch ihre eigenen mitbringen.

Die zweiten Helfer, die einem zur Assistenz eilen sind die Stein Pikmin. Auf Feinde geworfen richten sie im Kampf am meisten Schaden an, können sich aber leider nicht an Monstern festhalten und fallen, nachdem sie auf den Gegner geworfen werden, auf den Boden. Befinden sie sich dort richten die schwarzen Stein Pikmin um einiges weniger Schaden an und sind nicht besonders effektiv im Kampf. Generell sind sie nicht besonders zum Kämpfen geeignet, da die suboptimale Steuerung auf dem Wii U Gamepad selten präzise Würfe erlaubt und vor allem in Boss Kämpfen oder Auseinandersetzungen mit mehreren größeren Gegnern kann dies fatale Folgen haben.

Ist die Unterstützung der Stein Pikmin erst einmal gesichert, kann die Pilotin Brittanny gerettet werden. Die Arme ist in einer Art Gefäß gelandet, wo sie eine Glaswand von der Freiheit trennt. Dort wird sie natürlich nicht lange verweilen denn Alph mit seinem Gefolge von Pikmin eilt herbei um die arme aus der Misere zu befreien. Nachdem die Stein Pikmin die Glaswand niederreißen schließt sich uns die Pilotin an. Doch um das Wiedersehen zu feiern, bleibt keine Zeit, denn der Captain ist noch irgendwo da draußen und muss gerettet werden. Doch das ist nicht das einzige Problem, die Versorgung die die Astronauten mitbrachten neigt sich dem Ende zu und die Nacht naht. Und wenn uns die Vorgängerteile etwas beigebracht haben, ist es, dass man in der Nacht nicht draußen verweilen will, denn wenn die Nacht kommt, ist es nur an einem Ort sicher, dem Schiff, der letzten Bastion die unsere Helden vor den Monstern der Nacht schützt.

Auch die Pikmin begeben sich zurück in ihre kleine Zwiebel, wo sie die Nacht verbringen, um dem Drama zu entkommen. Leider geschieht es oft, dass die kleinen Helfer im Gefecht fallen oder in Ecken und Löchern vergessen werden und nach Ablauf des recht kurzen Tages ihr Leben leider lassen müssen. Dies ist eine Sache, die dem Titel angekreidet werden muss. Die Pikmin bleiben tatenlos stehen wenn sie unpräzise geworfen werden und in ihrer nähe keine Objekte zu tragen, Gegner zu bekämpfen oder Wände zum abreißen sind. Fatal ist das in Endgegner Kämpfen, die dadurch nicht besonders viel Spaß machen und zu einer sehr hohen Todesrate der Pikmin führen können.

pikmin-3-gameplay

Brittanny und Alph sind wieder vereint und können sich auf die Suche nach Captain Charlie machen, auf dem Weg dorthin dürfen die Nahrungsreserven nicht übersehen werden. Sollten keine Früchte gesammelt werden, geht der Vorrat auch einmal dahin und alle Hoffnung Koopai zu retten ist verloren. Nach dem Absuchen verschiedener Gebiete geht ein Signal vom Captain ein. Er befindet sich in einem Schneegebiet. Auf dem Weg dahin geschieht ein Unglück, Brittanny und Ralph werden wieder voneinander getrennt doch dieses Mal landet unsere Pilotin in einer Höhle wo sie den gelben Pikmin begegnet. Niedliche Dinger, schlank und etwas größer als die roten, können wegen ihrer geringeren Körpermasse höher geworfen werden und dadurch an Stellen kommen die mit den roten und schwarzen Pikmin unerreichbar waren. Eine weitere ihrer Fähigkeiten ist dass sie immun gegen Elektrizität sind und dadurch als Leiter fungieren können, um zum Beispiel nicht intakte elektrische Kreise zu reparieren

Das Schneegebiet ist genau wie die bisherigen auch wunderschön anzusehen. Pikmin 3 beweist dass die Wii U Hardware genauso gut, wenn nicht sogar ein wenig besser ist als das, was wir bisher hatten. Nicht nur die Level sind sehr gut designt, sondern auch die verschiedensten Gegnertypen sehen sehr gut aus und sind großartig animiert. Performanceprobleme treten nur dann auf wenn man sich mit dem Gamepad zu weit weg von der Wii U entfernt, aber das liegt nicht am Spiel, sondern an der Hardware. Auch mit 100 Pikmin auf dem Schirm bleibt dir Framerate stabil, es gibt kein ruckeln kein tearing gar nichts, das Spiel läuft durchgehend flüssig. Das Einzige was man an der Grafik aussetzen kann sind die Bodentexturen, die wirken manchmal so, als ob sie einfach in das Spiel kopiert wurden.

Auf der Suche nach Charlie wird das Gebiet erkundet und man trifft auf die verschiedensten Gegner. Durch das Erlegen der Monster vermehren sich die Pikmin, doch beim Tragen der Gefallenen Kreaturen fällt auf, das die Wegfindung der Pikmin nicht besonders gut ist. Es passiert häufig, dass sie direkt in Gegner laufen oder an Hindernissen hängen bleiben. Auf der Suche nach dem Captain gelangt man in eine Höhle, wo der erste Endgegner auf unsere Helden wartet. Und um ganz ehrlich zu sein, ist der Kampf nicht besonders spaßig. Die Steuerung auf dem Gamepad ist nicht wirklich dafür geeignet. Das wiedervereinte Trio kann sich endlich voll und ganz auf die Mission konzentrieren und beginnen die zahllosen Früchte zu sammeln. Naja es sind 62 an der Zahl, die an unmöglichen Stellen über die 5 Gebiete verteilt sind. Es ist aber keine Voraussetzung alle 62 Früchte einzusammeln, wer daran nicht interessiert ist, kann auch nur so viele sammeln wie benötigt werden um die Astronauten am Leben zu erhalten (1 Frucht pro Tag).

pikmin-3

In jedem der Gebiete befindet sich ein Endgegner den man besiegen muss, um in der Story weiter zu kommen. Im Verlauf der Geschichte wird man mit neuen Mechaniken und Gegnern konfrontiert, wird dabei aber nie überfordert. So gesellen sich die fliegenden pinken Pikmin zu unserer illustren Truppe. Wie bereits erwähnt sind sie in der Lage zu fliegen also können sie sich einen Luftkampf mit den Fluggegnern liefern, nur da sie leider nicht so gute Kämpfer sind, muss man in den meisten Kämpfen, in denen sie eingesetzt werden, mit einer hohen Verlusten rechnen. Den letzten Teil unserer Armee bilden die blauen Pikmin die in der Lage sind Gegner im Wasser anzugreifen und unter Wasser zu atmen.

Hat man alle Pikmin-Arten beisammen kann man sich auf den Weg zum letzten Gebiet machen. Ich habe dieses nach etwas weniger als elf Stunden erreicht, was in etwa 43 Tage sind. Wer nach dem Durchspielen der Story immer noch Lust hat sich weiterhin in der Welt aufzuhalten, jedoch nicht die Kampagne noch mal von vorne durchspielen will, kann sich zwischen dem Bingo Modus oder den Missionen entscheiden. Der Bingo Modus ist ein lokaler Splitscreen Multiplayer, bei dem es darum geht als Erster die vorgegebenen Objekte zu sammeln. Dieser Modus wird am besten mit zwei Wii-Motes gespielt, da die Objekte auf der Karte vom Gamepad anzeigt werden und dem Spieler mit dem Pad einen unfairen Vorteil einräumt. Der Missions-Modus ist ein Co-op Modus, in dem man bestimmte Ziele in einem Zeitfenster zwischen 7-10 Minuten erfüllen muss. Und in dem Modus gibt es zwei weitere Pikmin-Arten, nämlich den Gift und Lila Pikmin. Beide dieser Modi bieten viel Abwechslung und machen mit Freunden sehr viel Spaß, vor allem da die Kampagne keine Co-Op Funktion hat.

Fazit

Wer auf der Suche nach einem Spiel für seine Wii U ist sollte Pikmin 3 nicht ignorieren. Das von Nintendo entwickelte Spiel macht nicht nur alleine, sondern auch mit Freunden sehr viel Spaß, ist familienfreundlich und für fast jeden zu empfehlen. Die tolle Grafik und der fantastiche Sound runden das Ganze noch ab. Leider halten die suboptimale Gamepad Steuerung, die zu kurzen Tageszyklen, und die schlecht designten Bosskämpfe das Spiel etwas zurück. Wer bisher noch kein Interesse an der Wii U hatte wird auch von Pikmin 3 nicht überzeugt werden können, wer aber bereits eine Wii U zuhause hat sollte unbedingt zugreifen

Pro

  • Sounddesign
  • Abwechslung
  • Liebevolle Welt
  • Pikmin

Contra

  • Bosskämpfe
  • Gamepad Steuerung
  • Zu kurze Tage

8.5/10

2 Responses

  1. VidocQ

    Gurt Testbericht, aber wer spielt den schon Pikmin mit dem Gamepad? Das spie wurde doch vorrangig für WiiMote Steuerung entwickelt, das sollte noch auf der Pro Seite stehen.

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    • Andrej
      Andrej

      Ja stimmt schon, aber ich konnte nicht davon ausgehen jeder der eine Wii U besitzt auch eine Wii-Mote + Nunchuck hat. Ein Gamepad hat jeder. Aber du hast schon recht es ist um einiges angenehmer mit der Wii-Mote

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