Nachdem Electronic Arts 1994 mit NBA Live 95 eine beliebte Basketball-Videospielreihe aus dem Boden stampfte, hat man 2011 beschlossen der Reihe eine Pause zu gönnen, da sie immer weniger Anhänger fand und nicht gegen die Konkurrenz bestehen konnte. Mehrmals wurde die Veröffentlichung verschoben oder die Produktion gar komplett über Bord geworfen. Doch nun feiert EA mit NBA Live 14 auf den Next-Gen-Konsolen seine Rückkehr. Ob das Spiel überzeugen kann, erfahrt ihr im Test!

Sobald man das Spiel startet, fällt einem sofort auf, dass sich EA Sports von der eigenen Fifa Reihe inspirieren hat lassen. Wer die Fußballsimulation schon mal gespielt hat, weiß, was NBA Live 2014 zu bieten hat: Neben der Be-a-pro Karriere dürfen natürlich auch die Trainerkarriere, sowie der Ultimate Team-Modus nicht fehlen. In diesem „sammelt“ ihr verschiedenste NBA-Athleten, um sie dann in eurem Team spielen zu lassen.

Nachdem ihr im Karrieremodus euren persönlichen Athleten zusammengestellt habt, dürft ihr auch schon los starten. Nachdem ihr euer erstes Spiel mit anderen Kollegen gespielt habt, werdet ihr mit Hilfe der Draft-Runde in eine beliebige Mannschaft versetzt und ehe ihr realisiert, was gerade passiert ist, startet ihr auch schon in eure erste Saison. Was hierbei negativ auffällt ist, dass mein frisch erstellter Athlet bei den Denver Nuggets einem Ty Lawson die Position streitig macht und diesen gänzlich ersetzt. Darunter leidet nicht nur der Spielaufbau, sondern auch der Realismus, da dieser in etlichen Spielen gar nicht mehr eingewechselt wurde. Hier mag man als Laie wohl mit den Schultern zucken, aber spätestens hier schüttelt man als NBA-Fan den Kopf. Glücklicherweise ist auch wieder das Levelsystem, welches man bereits aus Fifa kennt, mit dabei.

Im Trainermodus helft ihr eurem Team durch die Saison und zieht die Fäden im Hintergrund. Man kümmert sich neben der Aufstellung auch um Neuverpflichtungen und sorgt so dafür, dass das Team stets selbstgesteckte Ziele erreicht. Deren Erfüllung wird mit speziellen Punkten belohnt, mit welchen ihr wiederum eure Spieler und euren Trainerstab aufrüsten könnt. Neben diesen Punkten könnt ihr natürlich eure Spieler in das Training schicken um deren Attribute zu verbessern. Leider hat man hier aber keinen Einfluss darauf, auf welche Attribute sich die Spieler konzentrieren sollen. Ein gezieltes Training ist also nicht möglich, schade!

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Des Weiteren ist die Steuerung gewöhnungsbedürftig: Man hat das Gefühl kaum Kontrolle über die Offensive und Defensive zu haben. Selbst dem Gegner den Ball abzunehmen erweist sich des Öfteren als schwierig. Sofern man das „Bounce TeK-Dribbling System“ nutzt, lassen sich alle Spieler mit dem rechten Stick steuern. Aber auch hier vermisst man die Vielfalt, die man bereits seit Jahren von der 2K-Serie kennt.

Technisch bewegt sich NBA Live 2014 auf einem soliden Level. Vor allem in der Nahaufnahme machen die Spieler einen guten Eindruck. Sobald sich die Kamera aber ein wenig aus dem Spielgeschehen entfernt, erscheint die Kulisse recht detailarm. Trotz der neuen Ignite-Engine ist noch viel Luft nach oben. Immerhin sitzen mit Mike Breen und Jeff Van Gundy zwei der unterhaltsamsten Kommentatoren am Kommentatorentisch.

Fazit

Nach einer längeren Pause ist die Basketball-Simulation von EA Sports wieder da. Trotz guter Ansätze will der Funke einfach nicht überspringen. Die Spielmodi sind teilweise sehr lieblos gestaltet und die Spielmechanik wirft oft Fragen auf. Das Gameplay ist stellenweise zu ungenau und zu träge, selbst Dunks fühlen sich nicht so wuchtig an, wie bei NBA 2K14. Technisch bleibt das Spiel ebenfalls hinter den Erwartungen. Fans von virtuellem Basketball sollten dieses Jahr lieber zu NBA 2K14 greifen und hoffen, dass die Entwickler nächstes Jahr ein ausgereifteres Produkt abliefern.

Pro

  • ESPN-Lizenz
  • Kommentatoren-Duo
  • Spieler in Nahaufnahme sehen sehr gut aus
  • BounceTEK mit guten Ansätzen…

Contra

  • …aber dann doch unausgereift
  • KI Fehler
  • Steife Animationen
  • Bugs und Glitches (Verrenkungen der Gliedmaßen,…)
  • Spielmodi

6,5/10

Über den Autor

Ralph T.

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