Ich will ehrlich sein, es ist schon sehr erfrischend zu sehen, dass ein Entwickler nicht ständig Fortsetzungen von einem beliebten Produkt rauspresst. Fortsetzung über Fortsetzung ist etwas das sehr viele Spielemarken ruiniert hat, und es ist schön zu sehen, dass sich Entwickler wie Rockstar oder nun auch Kojima Productions Zeit lassen, um ihr Produkt zu veröffentlichen. Klar sind sechs Jahre verdammt lange, doch wer Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes spielt, wird erkennen wohin die Zeit investiert wurde.

Doch zuerst sollte mal geklärt werden was Ground Zeroes eigentlich ist. Jeder weiß Mittlerweile, dass The Phantom Pain der fünfte Teil der Metal Gear Solid Reihe ist. Vor dem Release wurde Ground Zeroes als glorifizierte Demo verschrien, was nicht ganz der Wahrheit entspricht. Bei Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes handelt es sich um einen Prolog zu The Phantom Pain. Ein Prolog ist eine Einführung in die Geschichte muss aber nicht im Zusammenhang mit ihr stehen. Und so ist Ground Zeroes ein eigenständiges Spiel, das auch gleichzeitig als Einleitung zu The Phantom Pain dient.

Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes spielt einige Jahre nach den Ereignissen von Peace Walker. Zwei Komplizen von Big Boss wurden von dem Antagonisten „Skull Face“ gefangen genommen und gefoltert, um den Sitz von Big Bosses Privater Armee zu verraten. Die Aufgabe des Spielers ist es Chico und Paz zu befreien und in Sicherheit zu bringen. Es stimmt zwar, dass die Hauptmission in weniger als zwei Stunden absolviert werden kann, was aber nur einen Bruchteil des gesamten Spiels ausmacht, denn was es interessant macht sind die Side Ops. Von den Side Ops gibt es fünf am Stück von denen jede Mission ein anderes Set an Skills erfordert. Für manche muss man schleichen und so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf sich ziehen, bei anderen wiederum ist ballern bis der Arzt kommt angesagt.

Es ist offensichtlich, dass Ground Zeroes dazu dienen soll den Spieler mit den neuen Mechaniken bekannt zu machen. Die haben sich zu den Vorgängern nämlich gewaltig verändert, sich aus einer Situation frei schießen ist endlich eine valide Option und auch die kleine Karte am Rand des Bildschirm ist weg. Stattdessen kann man Gegner mit seinen Fernglas markieren um sie überall auf der Karte zu sehen, was die Karte zum Großteil ersetzt und dem Spiel eine ganz eigene Dynamik einhaucht. Auch das Gunplay fühlt sich nun endlich richtig gut an, der Rückstoß der Maschinengewehre ist ganz deutlich zu spüren und jede Waffe fühlt sich ein wenig anders an.

Auch die Bedienoberfläche wurde gründlich aufgeräumt und ist nun sehr simpel zu bedienen. Ein weiteres Novum für die Metal Gear Solid Reihe ist sich selbst regenerierende Lebensenergie, die allerdings nur bei leichteren Verletzungen wirkt. Sollte der Spiele zu Fahrlässig sein muss erste Hilfe geleistet werden um Big Boss am Leben zu erhalten.  Wo das Spiel briliert ist beim Schleichen, nie zuvor hatte man so viel Freiheit in einem Metal Gear Solid Spiel wie in Ground Zeroes, was auch zum Teil der offenen Welt geschuldet ist. Bei jeder Mission hat man die freie Wahl wie man sie angeht, ob man unbemerkt schleichen oder einen Soldaten nach dem anderen ausschalten will. Doch um das Ganze nicht in einen Spaziergang zu verwandeln haben die Entwickler von Kojima Productions eine sehr gute KI programmiert, die den Spieler zumindest auf den höheren Schwierigkeitsstufen ganz schön fordert.

Technisch ist Kojimas neuestes Werk ein kleines Wunder, es läuft mit 60 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 1080p, zumindest die von mir getestete Playstation 4 Version. Und es läuft auch durchgehend flüssig, ich konnte keinerlei Einbrüche der Bildrate feststellen. Das einzige technische Manko sind die Ladezeiten vor Missionsstart.

Fazit

Die vielen Änderungen in Gorund Zeroes sind eine willkommene Neuerung die das Metal Gear Solid Franchise dringend gebraucht hat. Selten spielte jemand die Metal Gear Solid Spiele wegen dem Gameplay, da es meistens der Konkurrenz  hinterher hinkte. Nun endlich kann das Gameplay dem Rest des Spiels Paroli bieten und macht es dadurch zu einem noch runderen Erlebnis. Wer sich an der geringen Spielzeit der Hauptmission nicht stört und gerade richtig Lust auf ein Schleichspiel hat kann hier ruhig zugreifen.

Pro

  • Grafik
  • Gameplay
  • Side Ops

Contra

  • Kurze Hauptmission
  • Wenig Dialog

8/10

Über den Autor

Andrej

Mein Name ist Andrej, ich komme aus Kärnten. Gaming zu einer meiner ganz großen Leidenschaften. Ich spiele alle Arten von Games, da ich der Meinung bin dass es in jedem Genre tolle Spiele gibt die es Wert sind zu spielen. Die Mass Effect und Uncharted Reihe sind derzeit meine liebsten Franchises obwohl The Legend of Zelda immer einen ganz besonderen PLatz in meinem Herzen haben wird.

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