Nach dem Tropenausflug kehrt die Serie nun wieder in eisige Eiswüsten zurück. Nachdem der erste Teil der Reihe mit guten Ideen und einem stimmigen Setting auftrumpfen konnte, enttäuschte der zweite Teil der Reihe in allen Belangen. Capcom hat sich der Kritik angenommen und versucht nun die Serie wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Ihr übernehmt die Rolle des James Peyton, der sich als Södner auf fremden Planeten sein Geld verdient, um seine Familie auf der Erde versorgen zu können. Schon auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass die Serie wieder auf den richtigen Kurs gebracht worden ist: Kaum beginnt die Story, so finden wir uns wieder in eisigen Gefilden! Der Planet auf dem sich unser Held befindet nennt sich EDN III und euer Ziel ist es, die sogenannte Thermale-Energie, kurz T-Energie, abzubauen, die euer Arbeitgeber NEVEC vor kurzem entdeckt hat. Mit dieser Energie soll das Energieproblem der Erde gelöst werden. Was sich nach schnell verdienten Geld anhört, entpuppt sich als tödliche Mission, in der jeder Fehler Folgen hat.

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In der Third-Person-Ansicht erforscht ihr den Planeten, der durch Schlauchwege in verschiedene Areale geteilt ist. Eure Aufgaben sind es Pumpstationen zu leeren, Einrichtungen wiederaufzubauen und Monster in allen Größen zu bekämpfen. Das bekämpfen der Monster macht aber keine Probleme, da ihre Schwachstellen Orangefarben aufleuchten und ihr schnell den Dreh heraus habt. Mit Hilfe eures Mech’s, dem Anfangs noch nicht alle Ausrüstungen zur Verfügung stehen, stellt ihr euch den Gegnern mit verschiedensten Waffen in den Weg. Sollte der Mech zu viel Schaden erleiden, so müsst ihr euch solange alleine wehren, bis sich der Mech wieder von alleine repariert hat.

Was sich nach spannenden und abwechslungsreichen Schlachten anhört, entpuppt sich nach einiger Zeit als monotone Zeitfüller: Die Gegnerwellen wiederholen sich zu oft und das Schema ist schnell verstanden. Der wohl größte Kritikpunkt ist die Ausweichrolle. Diese vereinfacht Gefechte um einiges, da das Fenster, um auszuweichen, viel zu groß ist. Selbst wenn ihr viel zu spät reagiert und man meint, dass der Gegner euch getroffen haben muss, weicht der Protagonist einfach unbeschadet aus.

Aber auch Lost Planet 3 hat seine Momente. Zum Beispiel wenn ihr durch dunkle Gänge stapft und hinter Ecke mit einem Monster rechnet, erinnert das Spiel immer wieder an Dead Space 3, welches hier sichtlich als Vorbild gewählt wurde. Die Geräuschkulisse erzeugt zwar immer wieder spannende Momente, jedoch merkt man immer wieder zu schnell, dass einem kein Haar gekrümmt wird.

Euch stehen neben der Pistole auch zwei Waffenplätze zur Verfügung und kann diese an einem Spind oder Mech auch jederzeit wechseln, sollte man jedoch eine Waffe gewählt haben, die sich in den nächsten 2 Stunden nicht als nützlich erweist, so hat man ein Problem, da man während dieser Missionen nicht die Möglichkeit besitzt diese zu tauschen. Denn irgendwann trifft man auf spezielle Gegnertypen, bei denen nur bestimmte Munitionsarten greifen und solltet ihr diese nicht eingepackt haben, so entwickelt sich das Gefecht schnell zu einem langatmigen Spektakel.

Hat man Anfangs noch die Hoffnung, dass sich nach dem Öffnen der Weltkarte die Erkundungslust steigert, so wird man schnell enttäuscht. Hinzu kommen unsinnige Quick-Time Events in denen ihr zum Beispiel wild auf eine Taste hämmern oder dreimal in Folge auf einen Gegner einstechen müsst. Sollte sich dieser wehren, so werdet ihr zurückgeworfen und müsst nochmal von vorne beginnen.

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Das Spiel nutzt zwar die Unreal Engine, aber davon ist meistens nicht viel zu sehen. Zwar gibt es immer wieder schöne Kulissen zu betrachten, jedoch sind vor allem die Effekte ernüchternd. Für ein Spiel, dass auf einem eisigen und verschneiten Planeten stattfindet, wirkt der Schnee einfach nicht gut genug. Wenn sich viel auf dem Bildschirm abspielt, hat man das Gefühl dass die Framerate hin und her schwankt. Vor allem präzise Handlungen wie Nahkampf oder genaues Zielen mit Waffen werden dann oft zur Geduldsprobe.

Im Mutliplayermodus ist man nun nicht mehr in einer Fraktion unterwegs, stattdessen gibt es Action für fünf gegen fünf oder drei gegen drei auf fünf verschiedenen Karten, welche oft verwinkelt sind und so einigermaßen Unterhaltung bieten. Hier wird auch einigermaßen Unterhaltung geboten.

Fazit

Lost Planet 3 geht trotz guter Ansätze relativ schnell die Luft aus. Die mangelnde technische Umsetzung sowie nervige Spielmechaniken ziehen den Spielspaß zu stark runter. Man hätte auf absurde Wendungen im Spielverlauf verzichten können und das Spiel ein wenig straffen können, anstatt andauernd gegen die gleichen Gegnerwellen anzutreten. Mit dem Designwechsel hat man sich zu viel vorgenommen und am Ende bleibt nur noch wenig von der Entdeckerlust übrig.

Pro

  • Interessanter Einstieg
  • Mech und Waffenausrüstungen
  • Deutsche Lokalisation
  • Offene Welt

Contra

  • Story ist vorhersehbar
  • Dumme KI
  • Schwache Effekte
  • Grafik & Framerateprobleme
  • Quicktime Events
  • Kaum Gegnervielfalt

6/10

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