Mit Lightning Returns: Final Fantasy XIII wird das letzte Kapitel der vor vier Jahren begonnenen Final Fantasy XIII-Trilogie erzählt und diese somit zu einem Ende gebracht. Es handelt sich dabei um einen direkten Nachfolger von Final Fantasy XIII-2, wobei die Geschichte 500 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers spielt.

Das entfesselte Chaos hat die Welt von Gran Pulse verschlungen und lediglich ein paar kleine Inseln, genannt Nova Chrysalia, zurückgelassen. Das neue Cocoon, welches nach dem Hauptgott des Final Fantasy XIII Universums, Bhunivelze, benannt ist, dient der Welt als Mond. Über die vergangenen Jahrzehnte haben sich zwei Glaubensrichtungen entwickelt, welche die Menschen und das Leben auf Nova Chrysalia stark beeinflussen. Während der Orden der Erlösung den Gott Bhunivelze verehrt, glauben die Kinder von Etro an die gleichnamige Göttin und stellen sich gegen die Erlöserin, welche die Menschen erlösen und in die von Bhunivelze neu geschaffene Welt geleiten soll.

Diese Erlöserin ist niemand anderes als Lightning, die von Bhunivelze persönlich für diese Aufgabe ausgewählt wurde und der die Wiederbelebung von Serah versprochen wurde, sofern sie ihre Sache gut macht. Ihr zur Seite steht mit Hope Estheim ein alter Bekannter, der ihr bei der Aufgabe hilft, so viele Seelen wie möglich zu retten. Dabei trifft Lightning auf alte bekannte, die auf unterschiedliche Weise eine große emotionale Bürde auf sich geladen haben und die Lightning nun retten soll. Eine zugegeben recht glanzlose und schwache Story, die sich leider auch im Laufe des Spiels nicht sonderlich bessert.

Das Spiel beginnt sieben Tage vor dem Ende der Welt und die Zeit läuft während des Spieles stetig weiter. Dabei entspricht eine Stunde unserer Zeit einem Tag in Lightning Returns: Final Fantasy XIII. Die Zeit wird jedoch durch Zwischensequenzen, Kämpfe und während man sich im Menü befindet angehalten. Auch erlernt man eine spezielle Fähigkeit, mit der man die Zeit anhalten kann, um mehr dieser Kostbarkeit zur Verfügung zu haben. Jeden Tag um sechs Uhr früh, wird Lightning automatisch zurück in die Arche teleportiert, die als Hauptquartier dient und in der die Zeit still steht. Hier findet man immer wieder neue Ausrüstungsgegenstände, kann sein Inventar auffüllen oder sich mit Hope unterhalten.

Außerdem befindet sich hier auch der heilige Baum Yggdrasil, dem Lightning die gesammelten Seelen übergibt. Hat sie genug der Seelenenergie, Eradia genannt, übergeben, gewinnt man einen weiteren Tag. Insgesamt kann man die Lebenszeit der Welt somit auf maximal 13 Tage verlängern. Eradia sammelt man, indem man Haupt- oder Nebenaufgaben abschließt. Letztere können entweder über das Wunschbrett, welches in allen großen Städten von Chocolina betrieben wird, oder durch direktes Sprechen mit NPCs angenommen werden.

Die vielen Aufgaben sind dabei wenig abwechslungsreich und verlangen von euch meist bestimmte Gegenstände zu finden, was wiederum meist durch das Besiegen von Monstern bewerkstelligt wird. Manche der Aufgaben sind zeitlich begrenzt und müssen bis zu einer gewissen Uhrzeit abgeschlossen werden. Die Zeitkomponente ist auch beim Durchkämmen der Städte ein wichtiger Punkt, da manche Bereiche nur zu bestimmten Zeiten zugänglich sind.

Während man sich umherbewegt tauchen auch immer wieder Monster auf, die man bekämpfen kann, aber nicht muss, sofern sie nicht unausweichlich vor euch im Gang auftauchen, der euch zu eurem nächsten Ziel bringt. Noch bevor der Kampf beginnt kann man die Gegner durch drücken der R1-Taste angreifen und sich so einen kleinen Vorteil verschaffen, da ein überraschter Gegner mit weniger TP in den Kampf startet. Werdet ihr überrascht, startet jedoch ihr mit weniger TP.

Das Kampfsystem, welches Style-Change Active Time Battle System, getauft wurde, ist eine Mischung des Paradigmensystems der vorangegangenen Teile mit dem Kostümsystem von Final Fantasy X-2. So könnt ihr bis zu drei Kampfgarnituren in den Kampf ziehen, wobei jede über eine eigene ATB-Leiste verfügt. Eine Kampfgarnitur besteht aus einem Kleidungsstück, einer Waffe und einem Schild. Die verschiedenen Angriffe, die man jeder Garnitur zuweisen kann, sind dabei den Aktionstasten zugeordnet und verbrauchen unterschiedlich viele ATB. Durch drücken der L1 und R1 Tasten kann man jederzeit zwischen den Kampfgarnituren wechseln.

Zu Beginn ist das Kampfsystem etwas gewöhnungsbedürftig, doch stellt man sich schnell auf die neuen Möglichkeiten ein. Hat man sich einmal gemerkt welche Angriffe bei welcher Kampfgarnitur auf welcher Taste liegen, kann man diese schnell und zielrichtend kombinieren. Zusätzlich zu den normalen Angriffen, kann man auch sogenannte EP-Fähigkeiten einsetzen, sofern man genügend EP hat. Diese Fähigkeiten erlauben beispielsweise die Flucht aus einem Kampf, was jedoch eine Stunde kostet, den Einsatz eines starken Heilzaubers oder anderer Kampffähigkeiten.

An und für sich kann man Lightning mittels linkem Analogstick auch frei in der Kampfarena bewegen, doch da sie sich nur sehr langsam bewegt macht diese Option nur wenig sinn. Wie bereits aus den Vorgängern bekannt, kann man einen Gegner per R2-Taste analysieren und mittels Angriffen auf dessen Schwachpunkt in einen Schockzustand versetzen, wodurch der Gegner verwundbarer wird. Natürlich kann man auch Heilgegenstände einsetzen, wobei man nur eine beschränkte Anzahl, zu Beginn des Spiels sind dies lediglich sechs Stück, mit sich führen kann.

Nach einem Kampf wird man mit Gil und von Gegnern fallen gelassenen Gegenständen belohnt. Manchmal verliert ein Gegner auch einen Kristall, der euch einen Angriff, also physische oder magische Angriffsfertigkeiten, beschert. Außerdem erhält man EP, die jedoch keine Erfahrungspunkte sondern viel mehr Energiepunkte für die EP-Fähigkeiten darstellen. Ein Hochleveln wie in anderen Rollenspielen gibt es bei Lightning Returns: Final Fantasy XIII nicht. Die Statuswerte wie Angriff, TP oder Magie werden durch das Abschließen von Missionen verbessert, wobei die Hauptmissionen die meisten Boni mit sich bringen.

Neben Aufgaben finden sich in den Städten natürlich auch allerlei Händler, die ihre Ware feilbieten. So kann man neben Ausrüstungsgegenständen, die man zur Zusammenstellung der Kampfgarnituren benötigt, auch Heilgegenstände erstehen. Darüber hinaus kann man auch seine Angriffsfertigkeiten synthetisieren und somit verstärken.

Mit dem  Outerworld Service wurde auch eine Mehrspielerkomponente gedacht, über die man seine Kampfergebnisse oder Bilder seines Abenteuers mit anderen Spielern teilen kann. Spricht man einen solchen Outerworld Charakter an, erfährt man etwas über dessen Ausrüstung und kann praktischerweise auch ein Souvenir, beispielsweise in Form eines Heilgegenstandes, käuflich erwerben. Dies ist besonders dann praktisch, wenn gerade kein Händler in der Nähe ist.

Grafisch hat sich gegenüber der Vorgänger nicht viel getan. Zwar finden sich vor allem in den Kämpfen sehr sehenswerte Effekte, die jedoch gerne eine Angriffsabsicht des Gegners verdecken können, doch finden sich außerhalb teilweise verwaschene Texturen sowie krislige Schatten und Ränder bei filigranen Grafiken. Während der Sound eine gewohnt gute Synchronisation bietet, hinterlässt der Soundtrack einen eher zwiespältigen Eindruck.

Eine weitere Schwäche des Spiels ist die schlechte KI, die man an den Passanten und NPCs in den Städten beobachten kann. Spricht man beispielsweise mit einem NPC so läuft ein anderer schon mal gerne stur in einen der beiden Gesprächspartner und schubst diese fröhlich herum. Oder ein Charakter läuft ein paar Mal gegen die Wand bis er sich wieder seines Zieles besinnt und doch noch den Weg um die Ecke schafft.

Fazit

Lightning Returns: Final Fantasy XIII bringt die Final Fantasy XIII-Trilogie zu einem Ende, wenn es auch kein glorreiches ist. Die Story ist ein schwacher Abklatsch davon, was man von der Serie gewohnt ist und auch die einst liebgewonnenen Charaktere sind nur noch blasse Abbilder ihrer selbst. Dazu kommen sich wiederholende Aufgaben und das völlige Fehlen eines Levelsystems. Positiv anzumerken sei an dieser Stelle jedoch das überarbeitete Kampfsystem, welches nach einer kurzen Einarbeitungsphase schnelle und taktische Kämpfe erlaubt.

Pro

  • Kampfsystem
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten
  • Interessantes Zeitkonzept

Contra

  • Schwache Story
  • Blasse Charaktere
  • Wiederholende Missionen

6,5/10

Über den Autor

Kilian R.

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