Seit 2005 sind Traveller’s Tales für die Entwicklung der LEGO-Spiele verantwortlich und auch LEGO Der Hobbit wurde wieder vom selben Entwicklerteam umgesetzt. Mit LEGO Star Wars erschuf man ein neues Spielkonzept und jedes weitere Spiel der Serie konnte Verkaufserfolge verzeichnen. Auch das Setting Mittelerde wurde bereits mit LEGO Der Herr der Ringe etabliert und führt uns mit dem neuen Ableger zu bekannten Orten zurück. Ob der Titel mit neuen Elementen punkten kann, erfährt ihr in unserem Test.

Wie der Name schon sagt, hat man sich dieses Mal an der Hobbit Lizenz bedient und Mittelerde erneut in ein Bauklötzchen-Land verwandelt. Das Spiel basiert auf den ersten beiden Filmen der Hobbit-Trilogie. Die Verfilmung hat sich aber auch nur bedient, denn das Werk stammt von J.R.R. Tolkien und erschien natürlich in Buchform. Es handelt sich um die Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ und erzählt vom ersten großen Abenteuer Bilbo Beutlins, der ein Hobbit aus dem Auenland ist.

lego hobbit 1

Gandalf und die Zwerge (einer davon ist Thorin, der Thronfolger) versuchen das Zwergen-Königreich im Erebor (einsamer Berg) zurückzuerobern, denn dort hat sich der Drache Smaug eingenistet und das Zwergen-Hort zu seinem Eigen gemacht. Bilbo ist der Meisterdieb unter den Kumpanen und soll mit der Leichtfüßigkeit der Hobbits helfen. Viele bekannte Gesichter kommen vor und auch der eine Ring spielt eine entscheidende Rolle.

Spielerisch setzt man auf alte Stärken der Lego-Spiele und Innovation sucht man vergebens. Jeder Charakter kann verschiedene Waffen benutzen und schwache und starke Angriffe ausführen. Insgesamt gibt es fast 100 spielbare Charaktere mit individuellen Eigenschaften. Man kann beispielsweise einen Fernkämpfer mit einer Steinschleuder wählen oder auch Nahkämpfer mit riesigen Hämmern. Das Kampfsystem hat sich nicht verändert und das ist auch nicht so schlimm, denn es funktioniert immer noch prima. Die Quick-Time-Events wurden ein wenig verändert und es gibt nun verschieden Varianten davon. Die Bosskämpfe sind fordernd, aber auch nicht zu schwer und werden zwischendurch von schönen und teilweise lustigen Ingame-Sequenzen begleitet.

Das Aufbauen von, am Boden liegenden Lego-Steinen, funktioniert auch genauso wie bei den Vorgängern. Die Steine machen sich bemerkbar, indem sie wackeln und signalisieren, dass man hier eine Aktion vollführen kann. Will man große Gegenstände aufbauen, wie zum Beispiel Brücken, muss man zuerst die benötigten Rohstoffe sammeln. Diese erhält man manchmal von besiegten Gegnern oder von zerstörten Objekten, aber die Materialien können auch in Mienen und Höhlen abgebaut werden. Da trifft es sich perfekt, dass die Zwerge Meister im Bergbau sind.

Hat man die Rohstoffe beisammen, beginnt eine kleine Zwischensequenz und man gelangt zu einem Aufbausimulator. Eigentlich fertigen sich die Bauwerke von selbst an und die kleinen Steinchen fallen vom Himmel herab. Zwischendurch muss man selbst einen Bauklotz setzen um den Vorgang fortführen zu können. Ist der Aufbau fertig, erscheint das Bauwerk und man kommt im Level weiter.

Optisch glänzt das Spiel, speziell auf PS4 und Xbox One, wie noch kein Lego-Spiel bisher. Die Wassereffekte im Auenland oder die fantasievollen Elben-Städte, sehen auf der neuen Konsolengeneration einfach nur schön aus. In der offenen Welt gibt es viele Gebiete zu erkunden, die alle perfekt zum Lego-Universum passen. Schade ist es, dass viele Orte eins zu eins von LEGO Der Herr der Ringe übernommen worden sind. Hier haben sich die Entwickler auf den Lorbeeren ausgeruht und einige Gebiete völlig unverändert gelassen.

Die Zwischensequenzen wurden filmreif inszeniert und überzeugen weiterhin mit einer Mischung aus Lego-Charm und Spannung. Auch dieser Titel lebt vom fantastischen Lego-Humor, der die jüngere Generation, aber auch die Erwachsenen anspricht. Erzählt wird die Geschichte der ersten beiden Hobbit Filme und der dritte Teil könnte später als DLC erscheinen.

Über die Soundkulissen dürften sich alle „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ Fans freuen, denn es gibt viele originale Soundtracks, die auch im Spiel verwendet wurden. Bei der Synchronisation hat man auch keine Fehler zugelassen und übernahm schlicht und ergreifend die Sprachsamples aus dem Film. Einige Ausnahmen gibt es, aber diese fallen nicht zu sehr ins Gewicht. Die Hobbit-Linzenz wurde hier perfekt ausgenutzt.

lego hobbit 2

Beeindruckend ist auch der Umfang von LEGO Der Hobbit, denn neben der eigentlichen Geschichte gibt es auch viele Nebenmissionen. In ganz Mittelerde findet man Aufgaben, die es zu lösen gilt und die uns neue Materialien oder andere Boni bescheren. Die Story hat man ungefähr nach 10 – 15 Stunden durch. Will man jedoch alle Geheimnisse lüften und seine Sammelleidenschaft ausleben, sollte man mehr Zeit für diesen Titel einplanen, denn zu entdecken gibt es in diesem Spiel genug.

Der Multiplayer ist den Entwicklern auch in diesem Teil sehr gut gelungen und man profitiert auch weiterhin vom Drop-in/Drop-out-Modus. Das bedeutet andere Spieler können jederzeit und mit einem Knopfdruck ins Spielgeschehen einsteigen oder aufhören zu spielen. Einen online-Modus findet man leider nicht. Schade, denn das Spielprinzip, würde perfekt mit einem online-Modus harmonieren.

Fazit

LEGO Der Hobbit macht alles prima und gehört zu den besseren Titeln der Lego-Serie. Man setzte auf alte Stärken und konnte diese sehr gut mit dem Hobbit-Universum verbinden. Die Optik ist schöner denn je und akustisch konnte man, mit den schönen klängen Mittelerdes, auftrumpfen. Spielerisch ging man auf Nummer sicher und setzte auf das alte Kampfsystem und auf den üblichen Multiplayer mit Drop-in/Drop-out-Modus. Meiner Meinung nach gingen die Entwickler zu wenig Risiko ein und dieser Eindruck zieht sich durch das ganze Spiel. Ein online-Modus würde perfekt in das Spielgeschehen passen und fehlt der Serie immer noch immens. Trotzdem bekomme ich von den Lego-Spielen immer noch nicht genug und auch wenn Innovation anders aussieht, vergnügt mich das Spielsystem und weckt den Sammelinstinkt in mir. Fans der Serie und Tolkiens sollten zugreifen und sich diesen Fanservice nicht entgehen lassen.

Pro

  • Typischer Lego-Humor
  • Fast 100 verschiedene Charaktere
  • Hobbit und Herr der Ringe Soundtracks
  • Sehr schöne Optik (PS4/Xbox One)
  • Toller Multiplayer

Contra

  • der noch immer keinen online-Modus bietet
  • zeitweise Ruckeln
  • wenig Innovation
  • Viele Gebiete von LEGO Der Herr der Ringe übernommen

7,5/10

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