Mit Kite Fight versuchen die Entwickler des indischen Unternehmens Gameshastra Kindheitserinnerungen wieder wach zu rufen und eine einfache Möglichkeit zu bieten, das Gefühl des Drachensteigens in einem aufleben zu lassen. Anstatt also mit einem Drachen nach draußen zu gehen und verzweifelt zu versuchen, diesen in die Luft zu bekommen, greift man einfach zur PlayStation Move und nimmt den virtuellen Drachen an die Leine. Der klare Vorteil daran: man muss sich nicht bewegen und abstürzen kann der Drachen auch nicht. Der Nachteil: es macht leider nicht so viel Spaß wie das reale Gegenstück. Aber dazu später mehr.

Damit man nicht unwissend in die 20 Level umfassende Meisterschaft einzusteigen, muss man zuvor ein kleines Tutorial absolvieren, in dem man den Umgang mit seinem Drachen erlernt. Die Steuerung ist dabei simpel: durch das Bewegen des Move Controllers beeinflusst man die Flugbahn des Drachen. Hält man den Trigger gedrückt, bleibt der Drachen in der Luft stehen. Schüttelt man den Controller in diesem Zustand bekommt man einen Geschwindigkeitsschub, führt man eine Drehbewegung aus, vollführt auch der Drache ein Drehmanöver.

Natürlich ist man nicht der einzige der seinen Drachen steigen lassen will wodurch der Luftraum natürlich etwas enger wird. An dieser Stelle macht auch der Titel des Spiels, Kite Fight, Sinn, denn diese Eindringlinge wollen natürlich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden. Dies bewerkstelligt man, indem man die Schnur des Drachen zerreißt, wodurch dieser zu Boden stürzt. Hierbei gibt es prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten: entweder man rammt den Drachen ein paar Mal, oder man kreuzt seine eigene mit der fremden Schnur und zerstört diese indem man immer wieder auf die Move-Taste drückt oder Geschwindigkeitsschübe und Drehmanöver einsetzt. Natürlich versuchen die anderen Drachen dabei auch euch zu vernichten.

Mit diesem Grundwissen wird man dann in die Meisterschaft entlassen, in der es verschiedene Herausforderungen zu bestehen gilt. Mal müssen Luftballons zerplatzt werden, ein anderes Mal muss man in einer vorgegebenen Zeit genügend Punkte sammeln, oder einfach eine bestimmte Zeit lang überleben. Letzteres wird durch allerlei umherfliegende Objekte wie RC Hubschrauber, Bumerangs oder Vögel erschwert. Einige Herausforderungen verlangen natürlich auch das Vernichten anderer Drachen.

Im Laufe des Spiels wird man dann noch mit einer Spezialanzeige vertraut gemacht, die sich bei verschiedenen Manövern füllt. Ist sie einmal voll kann man eine von drei Spezialfähigkeiten einsetzen, die einem das Leben erleichtern können. So kann man den Drachen beispielsweise für kurze Zeit unzerstörbar machen, wenn man die Titan-Fähigkeit einsetzt. Außerdem gibt es acht verschiedene Drachen freizuspielen, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. So hat jeder einen anderen Wert für Gesundheit und die unterschiedlichen „Angriffsmanöver“.

Hat man die Meisterschaft erfolgreich abgeschlossen wird noch der Survival Modus freigeschaltet, in dem es naturgemäß darum geht, so lange wie möglich zu überleben. Darüber hinaus kann man sich auch noch mit Freunden an einer Konsole vergnügen und seine Drachen gegenseitig vom Himmel holen.

Kite Fight

Grafisch bietet Kite Fight sehr detaillierte und hochauflösende Hintergründe, die der Drachenfliegerei als Kulisse dienen. Die restlichen Modelle, wie die Drachen selbst, die Hände, welche die Schnüre halten, sowie die verschiedenen Gefahren  wurden gut, wenn auch nicht so hochauflösend wie die Hintergründe, umgesetzt. Bei der Musik, die sich je nach Austragungsort der Herausforderung ändert, finden sich verschiedenste Stücke, wobei durch die vermehrt langsamen Titel kaum Spannung aufkommt. Zwar wird die Musik rasanter, wenn man Gefahr läuft vom Himmel geholt zu werden, doch hat diese einen eher nervenden als anspornenden Effekt.

Die Steuerung wurde solide umgesetzt und so kann man seinen Drachen durch die Bewegung des Move Controllers meist genau über den Himmel steuern. Teilweise fällt es jedoch schwer einen anderen Drachen gezielt mit einem Geschwindigkeitsschub anzugreifen, da hierfür die Genauigkeit der Steuerung nicht immer ausreicht.

Fazit

Wer selbst schon mal einen Drachen an der Leine gehabt hat, kennt das Hochgefühl wenn er höher und höher in die Lüfte steigt und den Ärger wenn er dann ebenso schnell wieder abstürzt. Leider vermag Kite Fight keines dieser beiden Gefühle zu vermitteln. Zwar kann man den Drachen durch das Bewegen des Move Controllers beliebig über den virtuellen Himmel tanzen lassen, doch lässt die Mühelosigkeit mit der dies geschieht, keine Spannung aufkommen. Auch die Herausforderungen können daran leider nicht allzu viel ändern.

Pro

  • Verschiedene Drachen mit unterschiedlichen Eigenschaften
  • Mehrspielermodus
  • Kurze Ladezeiten
  • Detaillierte Hintergründe

Contra

  • Unspektakuläres Gameplay
  • Steuerung teils zu ungenau für Manöver
  • Wenig Abwechslung

5/10

Über den Autor

Kilian R.

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