Bereits zum fünften Mal schicken uns die Entwickler von Guerilla Games mit Killzone: Mercenary an die Front und lassen uns den Kampf zwischen ISA und Helghast hautnah miterleben. Im Gegensatz zu den bisher erschienen Teilen wurde Killzone: Mercenary erstmals nicht direkt von Guerilla Games, den Erfindern der Serie, sondern von Guerilla Cambridge entwickelt. Ebenfalls neu im Spiel ist, dass man sowohl auf Seiten der ISA als auch der Helghast seinen Dienst tut.

Dabei schlüpft man die Rolle des Söldners Arran Danner, der als ehemaliger UCA Soldat keine Skrupel hat für beide Seiten in den Kampf zu ziehen, solange der Betrag am Scheck stimmt. Die Geschichte beginnt direkt nach den Ereignissen von Killzone und bringt den Spieler zu verschiedenen Events der Killzone Trilogie. Als eine vermeintliche Routinemission, bei der ein Botschafter und seine Familie aus Pyrrhus evakuiert werden müssen, schief geht, erkennt Danner den Wert des Sohnes des Botschafters. Als beide Seiten immer verzweifelter versuchen den Jungen in ihre Finger zu bekommen, fragt sich Danner, ob der Preis des Sieges wirklich mit Geld aufgewogen werden kann.

Die Kampagne umfasst insgesamt neun Missionen, die je nach Spielstil, Können und Schwierigkeitsgrad jeweils bis zu einer Stunde dauern können. Anders als in anderen Teilen der Killzone-Reihe, lassen Gegner diesmal keine Waffen fallen, mit denen man sich in weiterer Folge ausrüsten kann. Vielmehr findet man Ausrüstungskisten über die man mit dem Waffenhändler Blackjack kommunizieren und seine Ausrüstung anpassen kann. Neben verschiedenen Waffen und Granaten kann man hier auch unterschiedliche Kampfrüstungen erstehen, die verschiedene Eigenschaften besitzen und individuelle Taktiken unterstützen. So verfügt die Rüstung mit dem Namen „Infiltrator“ beispielsweise eine bessere Mobilität und Geräuschunterdrückung, dafür aber eine geringere Verteidigung.

Killzone: Mercenary

Natürlich ist der Waffenhändler kein herzensguter Mann, der seine Ware verschenkt, sondern jeder Gegenstand kostet bares Geld, das man sowohl während der Missionen als auch nach Abschluss dieser erhält. Während der Missionen gibt es, wie zu erwarten, für jeden Kill etwas Geld auf das Konto, wobei leise Kills, Kopfschüsse oder ähnliche Sonderaktionen mehr Bares bringen als schnödes Abschießen. Wenn man das zeitliche segnet werden prompt 50 Vektadollar vom Konto für die Wiederbelebung abgebucht. Wer einen Selbstmord begeht, indem er sich beispielsweise in die Luft sprengt oder von einer Klippe fällt, wird sogar mit dem doppelten Betrag belastet.

Insgesamt kann man sich mit zwei Waffen, einem Granatentyp, einer Rüstung und einem Van-Guard ausrüsten. Van-Guards sind Maschinen, die verschiedene Fähigkeiten besitzen und nach Gebrauch eine gewisse Abklingzeit haben, bevor sie erneut eingesetzt werden können. So hat man mit dem Carapace ein tragbares Schild, kann mit dem X3-Jmr feindliche Signale und Drohnen stören oder man benutzt die Sky Fury um verheerende Schläge aus der Luft auszuführen.

Ebenfalls neu ist die im linken unteren Eck angezeigte Minimap, die neben der Umgebung auch alle Feinde und zu rettenden NPCs anzeigt. Somit wird das Planen des nächsten Spielzugs erleichtert und man kann sich für verschiedene Situationen die richtige Taktik zu Recht legen. Außerdem werden auf der Karte auch die Positionen der Waffenkisten markiert, über die ihr mit Blackjack kommunizieren könnt.

Die umherstreifenden Gegner kann man nicht nur mit Waffengewalt, sondern natürlich auch durch Nahkampfangriffe unschädliche machen, wobei man bei einem solchen Angriff schnell reagieren, und mit dem Finger in der angezeigten Richtung über den Touchscreen wischen muss. Schleicht man sich von hinten an einen ahnungslosen Gegner an, kann man ihn auf diese Weise unbemerkt ausschalten und spezielle Gegner sogar verhören, damit sie geheime Informationen preisgeben. Natürlich finden sich solche Informationen, von denen es in jeder Mission sechs Stück gibt, auch in Computern, die man hacken muss.

Das Hack-Spiel, das man auch absolvieren muss, um beispielsweise Türen zu öffnen, verlangt von euch verschiedene Symbolteile zu benutzen, um die Verschlüsselung zu knacken. Dabei kommt es natürlich wieder auf Geschwindigkeit an, denn euch bleibt nur eine gewisse Zeit, bevor der Hackvorgang fehlschlägt. Doch auch ein Fehlschlag ist nicht sonderlich schlimm, da man es danach gleich nochmals versuchen kann.

Hat man eine Mission erfolgreich abgeschlossen, kann man sie jederzeit über das Hauptmenü wiederholen. Einerseits um zuvor vergessene Informationen zu finden oder um einen von drei weiteren Aufträgen zu spielen, bei denen bestimmte Vorgaben erfüllt werden müssen. So gilt es beispielsweise bei einem „Verdeckt“ Auftrag einer Mission ab einer gewissen Stelle in der Mission nicht entdeckt zu werden. Leider ist das Spiel hier etwas zu genau und sieht den Auftrag auch dann als verloren an, wenn der Partner entdeckt wird. Da dies zu einem Neustart beim letzten Kontrollpunkt führt, kann die Sache etwas frustbehaftet werden.

Neben den Einzelspielermissionen findet sich auch noch ein online Mehrspielermodus, der neben den altbekannten Deathmatch und Teamdeathmatch-Modi auch den aus Killzone 2 und Killzone 3 beliebten Spielmodus Kriegszone umfasst, bei dem sich die Ziele dynamisch ändern und man sich somit auf verschiedene Situationen einstellen muss. Auch im online Mehrspieler kann man alle aus der offline Kampagne bekannten Waffen und Ausrüstungsgegenstände einsetzen und muss sich auch im Hacken beweisen.

Killzone: Mercenary

Grafisch zählt Killzone: Mercenary zu den schönsten PS Vita Spielen, die man sich zurzeit kaufen kann. Feine Modelle, hochauflösende Grafiken und sehenswerte Effekte stehen hier an der Tagesordnung. Auch das Interface und die Menüführung wissen zu gefallen. Beim Sound erwarten euch gewohnt volle Waffensounds und eine gelungene Synchronisation.

Auch die Steuerung wurde sehr gut an die PS Vita angepasst und so steuert man sein Alter Ego flott und problemlos durch die verschiedenen Missionen. Funktionen wie der Waffenwechsel, der Einsatz der Granate oder das Aktivieren des Van-Guards wurden auf den Touchscreen verlegt und sind dort bequem mit den Daumen erreichbar. Einziger Kritikpunkt an der Steuerung ist, dass der Nachladebutton nicht immer prompt reagiert, was in hitzigen Gefechten schon einmal für enge Situationen sorgen kann.

Fazit

Wer die Killzone-Serie mag wird um Killzone: Mercenary nicht herumkommen. Zwar kann die Story auch diesmal nicht wirklich überzeugen, doch bietet das Spiel feine Shooter-Action, die von einer detaillierten Grafik und ausgezeichnetem Gameplay angetrieben wird. Das Suchen von Informationen, die Hack-Spiele, sowie die Möglichkeit verschiedene Taktiken anzuwenden sorgen für Abwechslung in den unterschiedlichen Missionen. Zusätzlich kann man sich auch noch im online Mehrspielermodus mit Spielern aus der ganzen Welt messen.

Pro

  • Feines Gameplay
  • Unterschiedliche Taktiken möglich
  • Jede Mission mit verschiedenen Aufträgen spielbar
  • Ausgereifter online Mehrspielermodus
  • Ausrüstung frei wählbar

Contra

  • Nur neun Missionen
  • Schwache Story
  • Nachladebutton reagiert nicht immer

8/10

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