JoJo no Kimyō na Bōken, bei uns eher bekannt als JoJo’s Bizarre Adventure, ist eine japanische Manga Serie, die von Hirohiko Araki stammt. Die Serie gibt es schon seit 1986 und wie bei vielen Mangas, folgte auch eine Anime-Umsetzung. JoJo’s Bizarre Adventure: All Star Battle ist ein Prügelspiel für die Playstation 3 und wurde vom japanischen Entwicklerteam CyberConnect2 entwickelt. Der Titel erschien bereits letztes Jahr in Japan und seit einigen Tagen ist er auch bei uns erhältlich.

Die Entwickler von CyberConnect2 sind auch für die Umsetzung der Naruto: Ultimate Ninja Storm Teile verantwortlich und diese überzeugen bekanntlich mit schönen Anime-Sequenzen und mit der originalgetreuen Story, die manchmal sogar fortgeschrittener ist, als der Anime. Dies wäre auch beim neuen Titel wichtig, denn der Manga ist bei uns eher unbekannt, da es noch keine deutsche Umsetzung gibt. Ob JoJo’s Bizarre Adventure: All Star Battle eine ähnliche Spielerfahrung bietet, erfährt ihr in unserem Test.

Die Story handelt von der Familie Joestar, die aus England stammt und von deren befeindeter Familie Dio Brando. Im Verlauf der Jahre hatte der Manga verschiedene Protagonisten, die immer in einer neuen Zeitspanne und in neuen Gebieten lebten. Die beiden Clans haben natürlich auch übernatürliche Kräfte, die so ähnlich wie bei Dragonball funktionieren. Dann gibt es noch die Stands, die wie ein zweiter Körper aus den Kriegern heraustreten.

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Spielerisch bietet das Beat ’em up zwar nicht das aller komplexeste Kampfsystem, kann aber im Großen und Ganzen überzeugen. Die Kämpfe fühlen sich zeitweise etwas träge an, da der Titel deutlich langsamer ist als die meisten anderen Prügelspiele. Es gibt schwache-, mittlere- und starke Angriffe, die sich alle zu verschiedenen Combos verbinden lassen. Am Bildschirm hat man einen Balken, den man aufladen kann, um sogenannte Super-Attacken auszuführen.

Im Spiel selbst stehen dem Spieler die typischen Beat ’em up Modi zur Verfügung. Es gibt einen Arcade-Modus, indem man 8 aufeinanderfolgende Kämpfe gegen KI-Gegner bestreitet und verschiedene Objekte freischalten kann. Freischaltbares sind zum Beispiel Bilder und neue Charaktere. Im Kampagnen-Modus spielt man über das Playstation-Network und hat die Möglichkeit Anpassungsmedaillen zu gewinnen, die man zur individuellen Charakteranpassung verwenden kann. Der Gegen-Modus ermöglicht packende Kämpfe gegen Freunde oder online-Spieler. Und wie der Name schon sagt, kann man im Trainings-Modus seinen Kampfstil verfeinern, um für die richtigen Schlachten gewappnet zu sein.

Das Herzstück des Titels soll aber der Story-Modus sein, denn dort kann man die originelle Geschichte von JoJo’s Bizarre Adventure nachspielen. Auch in diesem Modus können neue Charaktere freigeschalten werden und mit dem verdienten Gold kann man neue Galeriegegenstände kaufen. Zu Beginn entscheidet man sich für einen Charakter und von diesem wird dann die Story erzählt. Hier kommen wir auch schon zum großen Negativpunk, denn die Geschichte wird nur über Textinhalte vermittelt. Es gibt keine Video-Sequenzen und man bekommt nur ein wenig Lesefutter zwischen den Kämpfen. Erwartet man sich hier ein Story-Telling a la „Naruto: Ultimate Ninja Storm“, wird man enttäuscht.

Für kurze Zeit Spaß, hatte ich besonders mit dem Gegen-Modus. Dort kann man nicht nur gegen Freunde antreten, sondern auch online gegen andere Mitspieler kämpfen. Die verschiedenen Charaktere sind gut ausbalanciert und man fühlt sich gegen niemanden wirklich unterlegen. Aber auch hier hat man nur als Fan der Serie langfristig Spaß, denn Genrekollegen sind „JoJo’s Bizarre Adventure: All Star Battle“ weit voraus, was das Kampfsystem angeht.

Den übelsten Nachgeschmack bekomme ich, wenn ich an die Kampagne denke, denn dort sind fragwürdige Free-to-play-Elemente verbaut, die man hätte ruhig weglassen können. Das Spielprinzip an sich wäre sehr interessant. Man kämpft gegen KI-Gegner, die die Technik von anderen online-Spielern übernommen haben. Man hat jedoch eine begrenzte Anzahl an Versuchen zur Verfügung und danach ist der Versuche-Balken weg. Will man diesen wieder aufladen, muss man entweder einige Zeit warten, oder den Balken für Echtgeld wieder aufladen. Blöd nur, dass sehr viele freischaltbare Gegenstände nur über den Kampagnen-Modus erhältlich sind.

Die skurrile Optik passt sehr gut zu dem Manga und die Ingame-Sequenzen, nach einer erfolgreichen Combo, sehen auch genial aus. Jeder Charakter hat seine eigenen Spezial-Moves und man möchte echt jeden gesehen haben. Die schöne Optik wird mit passender Japano-Musik abgerundet. Sehr gut finde ich die japanischen Originalstimmen und das die Texte auf Deutsch sind. Hinzufügen sollte man, dass man eine Kampagnendatei (170MB) im Playstation-Store herunterladen muss, bevor man einen Online-Kampf oder die Kampagne starten kann.

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Fazit

JoJo’s Bizarre Adventure: All Star Battle ist sicher ein interessantes Spiel für Fans der Serie. Spieler, die ein gutes Kampfspiel suchen, sollten aber lieber die Finger von diesem Spiel lassen. Klar kann man den Titel spielen, aber mittlerweile gibt es zig Kampfspiele, die ein komplexeres und ausgewogeneres Kampfsystem bieten. Den Storymodus hat man auch völlig versemmelt, denn die Geschichte wird nur über Texte vermittelt. Am schlimmsten finde ich den Kampagnen-Modus, der einen förmlich zu Käufen mit echtem Geld zwingt, damit man überhaupt weiterspielen kann. Die online-Kämpfe waren für kurze Zeit spaßig und die Optik und die skurrilen Special-Moves wussten auch zu motivieren. Fans der Serie werden ohnehin zuschlagen, aber Spieler die ein gutes Kampfspiel suchen, sind mit anderen Titeln besser beraten.

Pro

  • Toller Grafikstil
  • Viele Charaktere
  • Japanische Synchronisation

Contra

  • Mittelmäßiges Kampfsystem
  • Storytelling findet über Texte statt
  • Free-to-play-Konzept in einem Vollpreisspiel

5/10

Über den Autor

Anel.K

Mein Name ist Anel Kubat, ich wohne in Salzburg und bin Redakteur bei nextgen.at. Ich mag so ziemlich alle Arten von Games, doch am liebsten spiele ich RPGs.

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