Hotline Miami ist ein 2D Top-Down Action Spiel, das bereits im Oktober 2012 für Windows PCs erschienen ist. Ein gutes halbes Jahr später wurde das Spiel nun auch für die PlayStation 3 und PS Vita veröffentlicht. Erfreulicherweise unterstützt Hotline Miami Cross Saving, sodass man seinen Spielstand über beide Systeme hinweg benutzen kann.

Man schlüpft in die Rolle eines namenlosen Protagonisten, der auf seinem Anrufbeantworter immer wieder seltsame Nachrichten erhält, die ihn an verschiedenste Orte führen. Allen gemein ist der Auftrag, der hinter den Anrufen steckt: die Auslöschung aller Menschen an besagtem Ort. Während man zu Beginn des Spiels bezüglich der Hintergründe der Anrufe noch vollkommen im Dunkeln tappt, entfaltet sich im Laufe des Spiels eine bizarre und surreale Geschichte voller Gewalt.

Als Auftragskiller braucht es natürlich die richtigen Werkzeuge um seinen Job richtig machen zu können und davon stehen euch in Hotline Miami genügend zur Auswahl, wobei man sie sich zuerst einmal erarbeiten muss. Zu Beginn eines jeden Kapitels findet ihr euch außerhalb des jeweiligen Schauplatzes wieder und müsst euch zuerst für eine Tiermaske entscheiden. Die Masken dienen natürlich der Verschleierung der eigenen Identität, haben jedoch auch noch andere positive Auswirkungen wie beispielsweise eine bessere Verteidigung, erhöhten Angriff oder eine schneller Bewegung.

Setzt ihr nicht eine entsprechende Maske auf, startet ihr immer ohne Waffe und müsst die ersten Feinde im Nahkampf ausschalten. Praktischerweise kann man hier auch Türen für seine Zwecke nutzen und durch ein schwungvolles Öffnen den Gegner K.O. schlagen. Damit ist die Sache jedoch noch nicht getan, denn zu Boden gegangene Gegner stehen nach kurzer Zeit wieder auf und sind dann alles andere als gut auf euch zu sprechen. Um dies zu verhindern, gilt es auch zu Boden gegangene Gegner endgültig auszuschalten indem man beispielsweise deren Kopf lange genug gegen die Wand donnert. Dies mag zwar nicht die feine englische Art sein, doch eure Gegner haben ebenfalls keine Skrupel euch auszuschalten.

Und genau das macht Hotline Miami so interessant und taktisch. Sobald euch ein Gegner entdeckt prescht er auf euch zu und versucht euch im Nahkampf auszuschalten oder ballert einfach quer durch den Raum um euch den Gar auszumachen. Leider ist es teilweise schwer einzuschätzen wann man vom Gegner gesehen wird und wann nicht. So kann man sich Mal von hinten an einen Gegner ran schleichen, während der nächste dies bemerkt und euch aus der Ferne vernichtet. So gilt es umsichtig vorzugehen – wer nicht genau schaut übersieht auch gerne Mal einen Gegner – und seine nächsten Schritte zu planen, denn sobald man stirbt (und man wird sterben) muss man vom letzten Checkpoint im aktuellen Kapitel weitermachen, der meist der Beginn des aktuellen Stockwerks ist.

Eine weiter taktische Komponente kommt mit den verschiedenen Waffen ins Spiel, die ihr an den unterschiedlichen Orten finden könnt. Zwar befinden sich die aufhebbaren Waffen immer an der gleichen Stelle, doch werden die Art der Waffe, sowie die Bewaffnung der Gegner meist zufällig bestimmt. Während Nahkampfwaffen für leise Kills herangezogen werden können, verursachen Schusswaffen natürlich einen gewissen Lärm und machen so andere Gegner auf euch aufmerksam. Steht man einer größeren Gruppe von Gegnern gegenüber wird die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch gesenkt, sodass man dies möglichst vermeiden sollte.

Das Hotline Miami kein leichtes Spiel ist findet man bereits nach wenigen Kapiteln heraus. Doch hat man es immer sich selbst zu verdanken, wenn man an bestimmten Stellen öfters den Tod findet. Sei es, weil man ungestüm nach vorne geprescht ist oder sich nicht genau genug umgesehen und zu wenig auf die Umgebung geachtet hat (Gegner entdecken euch natürlich auch hinter Glasscheiben). Am Ende eines jeden Kapitels kommt es dann zur Punkteabrechnung, bei der man vor allem mit kreativen und abwechslungsreichen Kills punkten kann. Durch das Sammeln von Punkten schaltet man neue Waffen und Masken frei, die dann ab sofort zur Verfügung stehen.

Neben mordlüsternen Gegnern finden sich in den Kapiteln auch immer wieder versteckte Buchstaben, die man zum Lösen eines spielübergreifenden Rätsels benötigt. Nur wenn man dieses gelöst hat sieht man ein geheimes Ende, welches einen tieferen Einblick in die bizarre Geschichte gewährt.

Grafisch präsentiert sich Hotline Miami in schicker Retro-Grafik, die mit seinen Neon-Farben an die 1980er Jahre erinnern. Passend dazu gesellt sich auch die Musik, die mit Elektronischen Sounds für die passende Atmosphäre sorgt. Die Steuerung ist einfach gehalten, sehr eingängig und reagiert prompt auf alle Eingaben, was bei einem Spiel wie diesem sehr wichtig ist. Auch wenn sich die Fähigkeiten des Protagonisten in Grenzen halten, bietet das Spiel ob der vielen unterschiedlichen Waffen und Masken viele taktische Möglichkeiten.

Fazit

Hotline Miami ist mit Sicherheit ein ungewöhnliches Spiel, was nicht nur auf die leicht psychodelisch anmutenden Farben, sondern vor allem auf die bizarre und surreale Geschichte zurückzuführen ist. Je nachdem wie viel taktisches Geschick man in die Bewältigung der unterschiedlichen Kapitel einfließen lässt, gestalten sich die Levels schwerer oder leichter und selbst wenn man einmal länger an einer Stelle hängt, liegt dies nur an der eigenen Ungeschicktheit aber nicht daran, dass das Spiel unfair wäre. Wer sich für Spiele im Retro-Look, mit feinem taktischen Gameplay, einer bizarren Geschichte und Gewalt anfreunden kann, kommt um Hotline Miami nicht herum.

Pro

  • Taktische Vielfalt
  • Tiermasken wirken sich auf Charakter aus
  • Verschiedenste Waffen
  • Bizarre, surreale Geschichte

Contra

  • Manche Gegner schwer von Hintergrund zu unterscheiden
  • Sichtweite der Gegner oft unklar

8,5/10

Über den Autor

Kilian R.

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