Agent 47 hat eine ziemlich lange Pause eingelegt, doch nun ist er zur Freude aller Hitman Fans wieder da und beehrt uns auf der XBOX 360 und Playstation 3. Ob der manchmal nicht ganz so herzlose Killer eine erfolgreiche Wiedergeburt hingelegt hat oder über die Jahre obsolet wurde, erfahrt ihr in unserem Hitman Aboslution Test.

Der erste Mord den Agent 47 im neuen Hitman Absolution vollziehen muss, ist an der ehemaligen Kollegin und Serienveteran Diana Burnwood, die vor allem Spielern der älteren Hitman-Teile bekannt sein dürfte. Diese hat einen folgenschweren Fehler begannen, indem sie die Agency verlassen hat und diese publik gemacht hat, was der Agency natürlich nicht gefallen hat und dadurch natürlich zum Ziel mit oberster Priorität wurde. Zudem hat sie ein Mädchen in ihrer Gewalt, dass für die Agency enorm wichtig ist. Aus Gründen, die selbst beim Spielen ein wenig nebulös wirken, stellt sich Agent 47 nach der Ermordung von Diana gegen die Agency und entführt das Mädchen erneut. In regelmäßigen Zwischensequenzen wird die Story weiter gesponnen, solange bis sie völlig durcheinander gerät. Die Verschwörungen werden komplexer und komplexer und die Chancen stehen gut, dass man bald nicht mehr weiß wer in dem Ganzen welche Rolle spielt und warum euer nächstes Ziel überhaupt den Tod verdient. Dabei hat man sich um ein Tarantino Feeling bemüht, welches leider selten den richtigen Ton trifft. Die Melodramatik vieler Szenen passt nur selten zum überzogenen Trash-Look.

Überraschenderweise ist vor kurzem bereits ein Titel mit sehr ähnlichem Spielprinzip heraus gekommen, nämlich Dishonored. Ähnlich wie Arkanes Überraschungshit ist auch Hitman: Absolution grundsätzlich linear aufgebaut, öffnet aber für jeden Auftrag die Tür in eine Mini-Sandbox. Zwischen euch und eurem Ziel stehen meistens einige virtuelle Kilometer, die mit Hindernissen aber auch vielen Möglichkeiten, gepflastert sind. Im Gegensatz zu Dishonored wirken diese aber deutlich weniger wie aus einem Guss. Dabei ist die Grundidee wirklich bemerkenswert. Es gibt oft etliche offensichtliche und versteckte Möglichkeiten an eure Ziele ran zu kommen. So könnt ihr euch beispielsweise durch verwinkelte Schächte mühen, Wachen eliminieren und euch in deren Uniform zwängen. Ihr könnt Steine und andere Objekte werfen um Gegner abzulenken und euch in Spinden und Mistkübeln verstecken, falls sie euch doch einmal sehen. Dabei kommen aber vielerlei Probleme auf, denn zum einen ist die Steuerung nicht immer präzise und wenn es darum geht unentdeckt zu bleiben, ist jede Ungenauigkeit fatal. Ein falscher Schritt ins offene Feld und ihr werdet mit Kugeln durchsiebt. Feuergefechte sind nämlich nur allzu selten eine wirkliche Alternative zum versteckten Vorgehen. Im Gegensatz zu Spielen wie Dishonored oder Deus Ex: Human Revolution fühlt sich die Ballerei wie eine Strafe an und seid ihr einmal in ein offenes Gefecht verwickelt, stehen die Chancen äußerst schlecht, dass ihr an euer Ziel rankommt. Zudem straft euch das Spiel mit Punkteverlust, wenn ihr rabiater vorgeht und macht damit klar, dass die angeblich freie Welt voller Restriktionen ist.

Hinzu kommt auch eine wahnsinnig enttäuschende Künstliche Intelligenz, die euch manchmal beim Morden erwischt, obwohl eine Wand zwischen euch ist und dann wieder beherzt wegschaut während ihr vor ihrer Nase zur Tat schreitet. Auch sind viele Gegner nicht dazu fähig, die Wurfrichtung eines Objekts nachzuvollziehen, selbst wenn ihr fünf Meter von ihnen entfernt steht. Diese und andere Probleme führen oft zu ungewollten Ergebnissen, nicht selten dem eigenen Ableben, und damit zu ungemeinem Frust.


Positiv hervorzuheben sind da nur die recht kurzen Ladezeiten, die ungewollte Game Overs ein wenig erträglicher machen. Generell ist die technische Seite ein starker Punkt des Spiels. Die Levels sind manchmal beeindruckend weitläufig und trotzdem unheimlich detailliert. Ihr habt es sehr oft mit großen Menschenmengen zutun, die ihr wie in Assassins Creed zur Seite schubsen oder auch als Tarnung missbrauchen könnt. Auch das Sounddesign und die englische Synchronisation brauchen sich nicht zu verstecken. Die Effekte der Waffen sind knackig und die teilweise sehr witzigen Dialoge werden überzeugend dargeboten.

Leider ist Hitman Absolution nicht ganz das geworden, was man sich erhofft hatte. Dishonored hat erst vor kurzem vorgemacht, wie man die richtige Balance zwischen Stealth und Shooter, Linearität und freier Hand hinbekommt. IO Interactives Versuch hingegen zeigt, dass das alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Die Künstliche Intelligenz ist dabei die eine, große Welle die den gut gemeinten Sandkasten für Psychopathen zusammen fallen lässt. Denn damit steht und fällt das Game und wenn immer sie versagt, drückt das den Spielspaß enorm. Zudem wirken die Schusswechsel oft wie eine Bestrafung für schlechtes Stealthen und nicht wie ein alternativer Weg ans Ziel zu kommen. Das soll nicht heißen, dass das Game nicht auch starke Abschnitte hat, sondern nur dass es den Genrespagat nicht mit derselben Eleganz vollführt wie das deutlich gelungenere Dishonored.

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