Knapp ein Jahr nach dem Release von GRID 2 veröffentlicht Publisher Codemasters einen neuen Teil und lässt diesen noch für die Xbox 360 und Playstation 3 (PS3) erscheinen. Wir haben uns den dritten Teil der GRID-Reihe näher angesehen.

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Nach dem Release im Jahre 2008 von Race Driver: Grid und 2013 von GRID 2, hat Publisher Codemasters nun den dritten Teil der GRID-Reihe released und veröffentlicht den Renntitel unter dem Namen GRID Autosport. Nachdem der erste Teil als Rennspiel-Simulation angedacht war und der zweite Teil einen für die Fans der Serie zu weiten Schritte Richtung Arcade-Titel vollzogen hatte, wollten die Entwickler nun wieder zurück zum urspünglichen GRID gehen und wieder mehr Realismus ins Spiel bringen.

So kann man zu Beginn des Spiels zwischen fünf Schwierigkeitsgraden wählen, wobei auch einzelne Einstellungen verändert werden können. Will jemand zum Beispiel in guter alter Need for Speed Manier über die Strecke fahren und lediglich optische Schäden davon tragen, der wird wohl sämtliche Fahrhilfen aktivieren und keine Erfahrungen mit dem realistischen Schadensmodell oder der Abnützung der Reifen und den daraus resultierenden Auswirkungen auf das Fahrverhalten machen wollen. Fans der Forza Motorsport- oder Gran Turismo Reihe werden mit GRID Autosport aber ebenfalls ihre Freude haben, denn in den höheren Schwierigkeitsgraden können sämtliche Fahrhilfe wie das Automatik-Getriebe, ABS, die Ideallinie sowie die Bremspunkte und viele weitere Einstellungen deaktiviert werden. Die Kritk der Spieler und der Verlangen nach mehr Realismus hat Publisher Codemasters somit sehr gut umgesetzt. Als Bonus dafür erhalten Spieler im Karriere-Modus mehr Erfahrungspunkte und können somit schneller in höhere Klassen aufsteigen.

Apropos Erfahrungspunkte: Im Karrieremodus dreht sich alles um die ebenerwähnten Erfahrungspunkte, mit denen ihre weitere Rennen freischalten könnt. Insgesamt gibt es im Spiel fünf unterschiedliche Rennklassen und zwar handelt es sich hierbei um Touring, Endurance (Langstreckenrennen), Open Wheel, Tuner und Street. Für sämtliche Rennen, die ihr absolviert und wo ihr die jeweils vorgegebenen Ziele erreicht, bekommt ihr Erfahrungspunkte und könnt dadurch weitere Rennen und Strecken freischalten.

Im Touring-Rennen könnt ihr die klassischen Tourenwagen-Rennen bestreiten und dabei ein freies Trainings, sowie die Qualifkation und zwei Rennen absolvieren. Im Qualifying könnt ihr euch mit eurer Rennleistung einen guten Startplatz für das erste Rennen sichern und die Startplatzierung für das zweite Rennen ergibt sich aus der Endplatzierung des ersten Rennens. Somit ist auch im zweiten Rennen für Spannung gesorgt, wenn die Favoriten von den letzten Reihen starten müssen.

Beim Endurance-Modus handelt es sich schlicht und einfach um Langstreckenrennen. Ziel hierbei ist es nach einem bestimmten Zeitpunkt so weit wie möglich vorne platziert zu sein – optimalerweise natürlich auf dem ersten Platz. Die Zeit wird dabei laufend angezeigt und als Countdown herabgezählt. Je nach Schwierigkeitsgrad sind hier bis zu 40 Minuten lange Rennen möglich. Leider gibt es in GRID 2 jedoch keine Möglichkeit für einen Boxenstopp, was sehr viel Sinn machen würde. Denn fährt man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad und hat das Schadensmodell aktiviert, kann sich schon ein Fahrfehler rächen und man ist aus dem Rennen.

Publisher Codemaster hat hier natürlich auch wieder das bereits das bewährte Rückspul-Feature integriert. Sollte euch also ein Fahrfehler passieren, könnt ihr die jeweilge Phase des Rennens zurückspulen, damit euch dieser Fehler nicht nochmals passiert. Je nach Schwierigkeitsgrad habt ihr mehr oder weniger Möglichekiten dieses Feature zu aktivieren.

Beim Open Wheel Modus kommt Formel 1 Stimmung auf, denn hier könnt ihr euch an das Steuer von leistungsstarken Formel-Fahrzeugen setzen. Und auch die österreichischen Formel 1 Fans werden mit GRID Autosport ihre Freude haben, denn der Red Bull Ring in Spielfeld ist ebenfalls im Spiel enthalten. In diesem Modus ist neben dem Training vor allem die Qualikation nicht zu unterschätzen oder gar auszulassen, denn in letzterer entscheidet sich der Startplatz für das Rennen. Wer sich hier eine gute Ausgangsbasis schafft, hat gute Karten für das Rennen am Sonntag.

Der Tuner- und Street-Event Modus runden die fünf Fahrzeugklassen ab und hier stehen Rennen in großen Metropolen wie Paris, Chicago oder Dubai an der Tagesordnung. Wer Drift- oder Zeitrennen bevorzugt, aber auch Standardrennen in der Stadt zu seinen Favoriten zählt, wird sich in diesen Rennmodi zu Hause fühlen. Auch hier gibt es die Möglichkeit eines freien Trainings, sowie des Rennens. Die Möglichkeit eines Qualifkationrennens um einen besseren Startplatz zu erhalten, gibt es hier nicht.

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Auf der Rennstrecke selbst könnt ihr zwischen zahlreichen Kameraperspektiven wählen, wobei die Cockpitsicht wieder den Weg retour in das Game gefunden hat. Nachdem in GRID 2 diese durchaus beliebte Kameraperspektive entfernt wurde, gab es einen Aufschrei in der GRID-Fanszene und diesen Fehler wollte Publisher Codemasters kein zweites Mal begehen. Zwar wurden dieses Mal sogar zwei Cockpit-Kamera-Perspektiven integriert, jedoch fehlt hier eindeutig die Liebe zum Detail. Keine bewegende Tachometer-Nadel oder keine Anzeige der Umdrehungen pro Minute des Motors. Obendrauf haben die Entwickler noch einen Unschärfe-Filter über das ganze Cockpit gelegt, damit die lieblosen Details verschwommen sind und daher nicht auffallen. Somit ist in der Cockpit-Perspektive wenig zu erkennen und leider wieder ein Kritikpunkt des Spiels.

Tuning-Fans werden in GRID Autosport jedoch mehr Freude haben als im zweiten Teil von GRID. Denn es besteht wieder die Möglichkeit seine Fahrzeuge zu tunen, aber nicht immer möglich. Hat man jedoch die Möglichkeit, so können sich Kenner in Sachen Bremskraftverteilung oder Differential austoben und so die ein oder andere Hundertstel mit dem optimalen Tuning auf der Strecke herausholen.

Ebenfalls auffallend auf der Rennsstrecke ist, neben dem laufenden Boxenfunk, der über die Ereignisse auf der Rennstrecke informiert, natürlich die KI. So könnt ihr Eurem Teamkameraden Anweisungen geben, die ihn dann aggressiver fahren lassen oder wo er dann den ein oder anderen Gegner vorbeilässt. Die gegnerische KI ist indes auffallend aggressiv, was in zahlreichen Berührungen in engen Kurven resultiert. Was zu Beginn noch Spaß macht und den eigenen Adrenalinspiegel in die Höhe treiben lässt, resultiert im Laufe des Spiels zu einer kleinen mühsamen Plage. Gerade wenn man auf einem hohen Schwierigkeitsgrad unterwegs ist und das Schadensmodell aktiviert ist, sind die zahlreichen Rempler mit der Zeit nervend. Hier ist die KI für unseren Geschmack zu aggressiv unterwegs, was nicht realistisch wirkt.

Neben den Offline-Karriere Modus, hat Publisher Codemasters auch wieder einen Online-Modus eingeführt. Anders als im Karriere-Modus könnt ihr hier jedoch keine Erfahrungspunkte sammeln, sondern hier könnt ihr durch erfolgreiche Rennen Geld verdienen. Mit dem hartverdienten Geld könnt ihr dann eure Fahrzeuge tunen und optisch aufwerten. Ebenfalls sehr spaßig ist der Online Partymodus, bei dem Destruction Derby Atmosphäre aufkommt. Ziel ist es hier auf den unterschiedlichsten Strecken seine Konkurrenten möglichst oft zu rammen. Wer hingegen zu zweit an einer Konsole zocken möchte, für den gibt es Splitscreen-Modus. Der Multiplayer-Modus muss somit nicht zwangsweise über das Internet gezockt werden und kann mit Freunden bei Chips & Bier über die Bühne gehen.

Pro

  • Vielseitigkeit durch unterschiedliche Fahrzeugklassen
  • Karrieremodus
  • Zahlreiche Fahrzeuge und Strecken
  • Rückspulfunktion
  • Optionale Fahrhilfen und Schadensmodell

Contra

  • Aggressive KI
  • Cockpit-Kameraperspektive sehr lieblos gestaltet
  • Keine Boxenstopps
  • Keine Wetteränderungen

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