Obwohl Codemasters bereits bei über 100 Spielen als Publisher fungierte, ist das Unternehmen wohl immer noch am besten für seine Rennspiele bekannt. Während Serien wie F1 oder Colin McRae Rally jedes bzw. jedes zweite Jahr mit einem neuen Teil bedacht werden, haben sich die Entwickler bei GRID 2 etwas mehr Zeit gelassen. Ganze fünf Jahre sind seit dem Erscheinen des Vorgängers, Racedriver Grid, ins Land gezogen. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in folgender Review.

Bei der Hintergrundgeschichte gibt es nicht viel zu erzählen, denn auch in GRID 2 wird die quasi in Stein gemeißelte und standardisierte Story eines Rennspiels erzählt. Als Amateurrennfahrer habt ihr euch durch eure wagemutigen Rennen, die ihr standesgemäß filmt und auf YouTube stellt, in einem kleinen Kreis bereits einen Namen gemacht. Die Videos, und euer Talent, erregen die Aufmerksamkeit eines Mannes, der eine neue Rennserie, die sogenannte World Series Racing (kurz WSR) ins Leben rufen will. Sein Aushängeschild dafür sollt ihr sein. Kurzum: ihr seid ein Niemand, der sich zum weltbesten Rennfahrer nach oben kämpfen muss.

Das Spiel ist in mehrere Saisonen aufgeteilt, die in unterschiedlichen Ländern und Kontinenten stattfinden. Das Ziel einer jeden Saison ist es, die Leute auf die WSR aufmerksam zu machen, große Sportler an Bord zu holen und Fans zu sammeln. Dies alles wird natürlich durch das Absolvieren von Rennen realisiert in denen ihr gegen unterschiedliche Klubs und deren Stars antretet. Je nachdem wie gut ihr in den Rennen abschneidet sammelt ihr eine gewisse Anzahl an Fans. Habt ihr genügend Fans auf eurer Seite ist es an der Zeit für den großen WSR-Event am Ende der Saison.

GRID 2

Wie schon die letzten Rennspiele von Codemasters kann auch GRID 2 mit einer großen Anzahl an Rennmodi aufwarten, die im Laufe des Spiels eingeführt werden. So finden sich unter anderem rundenbasierte Rennen, Drift Herausforderungen, Srpints, KO-Rennen und Time Attack-Modi wieder. Während man in den meisten Rennen Gebrauch von einer Minimap machen kann, welche das Zurechtfinden auf unbekannten Strecken ungemein erleichtert, gibt es auch Rennen in denen sich die Strecke dynamisch während des Rennens ändert und auch keine Karte zur Verfügung steht.

Bei diesen Rennen gilt es dann quasi von Kurve zu Kurve zu denken und die Augen auf sein nächstes Ziel zu richten. Was sich am Anfang vielleicht etwas schwierig anhört, da man viele Kurven ohne Karte nur schwer einschätzen kann, stellt sich im Endeffekt als weniger tragisch heraus. Die dynamisch generierten Strecken bestehen aus den Abschnitten der verschiedenen Strecken, sodass man diese Abschnitte recht schnell wiedererkennt und auch gleich Bescheid weiß, wie man diese oder jene Kurve zu nehmen hat.

Dieses gute Wissen um die verschiedenen Streckenabschnitte lässt sich auf die eher bescheidene Anzahl an unterschiedlichen Strecken zurückführen. Da hier, im Gegensatz zu den Spielmodi, etwas gespart wurde, fährt man oftmals auf den gleichen Strecken und kennt diese dann dementsprechend gut. Während die Anzahl der Strecken also etwas zu wünschen übrig lässt, kann man sich auf viele verschiedene Autos freuen. Im Laufe des Spiels wächst euer Fuhrpark entsprechend an, da ihr in regelmäßigen Abständen neue Wagen angeboten bekommt. Hierbei müsst ihr euch zwar immer für einen entscheiden, doch habt ihr kurz darauf bereits die Möglichkeit den jeweils anderen Wagen durch Herausforderungen zu gewinnen.

Diese Herausforderungen sehen vor, dass ihr mit dem zu gewinnenden Auto auf einer vorbestimmten Strecke eine vorgegebene Zeit unterbieten müsst. Habt ihr dies geschafft, findet sich der neue Bolide auch gleich in eurer Garage. Dort angekommen könnt ihr ihn natürlich entsprechend euren Vorstellungen verschönern. Angefangen bei der Grundlackierung über das Muster und die Farbe der Verzierung bis hin zu den Felgen, könnt ihr eurer Styling-Wut freien Lauf lassen. Praktischerweise lassen sich die unterschiedlichen Kreationen speichern oder auf Wunsch auch gleich auf alle Fahrzeuge im Fuhrpark anwenden.

Eine weitere Möglichkeit eure Wagen zu „verschönern“ ist mittels Sponsoren. Mit jedem Sponsor-Logo, das ihr auf eurem Fahrzeug platziert, nehmt ihr zugleich auch eine Herausforderung an, um weitere Fans zu sammeln. Die Herausforderungen verlangen dabei beispielsweise, dass ihr einen bestimmten Fahrer hinter euch lasst, eine gewisse Rundenzeit unterbietet oder einfach nur eine Fahrzeugherausforderung besteht. Fans können natürlich auch über Promo-Events lukriert werden. Bei diesen Events erhaltet ihr leihweise einen Boliden mit dem ihr dann eine bestimmte Vorgabe – wie auch in einem normalen Rennen – erreichen müsst.

Während ihr euch in den ersten Saisonen nur um die Fans kümmern müsst, gibt es im weiteren Verlauf des Spiels natürlich auch noch echtes Geld für eure Geldbörse. Dieses könnt ihr dann auch für die Verbesserung eurer Fahrzeuge ausgeben.

 GRID 2

Grafisch lässt GRID 2 nicht viel zu wünschen übrig. Die unterschiedlichen Automodelle wurden, ebenso wie das Schadensmodell, detailliert umgesetzt. Die rasanten Rennen führen euch zudem in unterschiedlichste Länder, deren Umgebung sehr gut nachgebildet wurde. So fühlt man sich auf dem von Bergen umgebenen Red Bull Ring richtig zu Hause. Der Sound weiß mit guten Motorensounds und einer gelungenen Synchronisierung zu überzeugen.

Beim Gameplay fällt die überarbeitete Steuerung auf, durch die man die verschiedenen Boliden noch präziser steuern kann. Auch unterscheiden sich die unterschiedlichen Fahrzeuge in ihrem Fahrverhalten, was man vor allem dann zu spüren bekommt, wenn man sich an einen Boliden gewöhnt hat und plötzlich mit einem neuen fährt. Die Rennen selbst sind – je nach Schwierigkeitsgrad – fordernd, wobei vor allem die KI positiv auffällt. Auch die computergesteuerten Fahrer kämpfen um bessere Plätze und schrecken dabei auch nicht vor einer aggressiven Fahrweise zurück, mit der sie euch von der Straße drängen.

Dadurch kann es natürlich zu Beschädigungen an eurem Wagen kommen, die – je nach Einstellung – nicht nur kosmetischer Art sind, sondern sich auch auf das Fahrverhalten des Wagens auswirken können. Im schlimmsten Fall könnt ihr sogar einen Totalschaden erleiden, wodurch das Rennen für euch sofort beendet ist. Positiv zu erwähnen sei an dieser Stelle auch der Splitscreen-Modus, dem man GRID 2 spendiert hat. Natürlich kann man sich auch in online Matches mit Spielern aus aller Welt messen, wobei die Rennen hier leider meist zu einem Destruction Derby ausarten und man nicht selten im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet wird.

Fazit

Das Warten auf GRID 2 hat sich auf alle Fälle gelohnt. In den fünf Jahren Pause haben die Entwickler nicht nur ein grafisches Update geliefert, sondern auch die Steuerung von Grund auf überarbeitet, wodurch man seine Boliden nun noch präziser steuern kann. Auch die Spielmodi wurden um einiges aufgestockt, sodass für genügend Abwechslung gesorgt ist. GRID 2 setzt sich erneut zwischen Arcade und Simulation, sodass Fans beider Lager durchaus Spaß mit dem Titel haben werden.

Pro

  • Viele verschiedene Spielmodi
  • Fein modellierte Automodelle
  • Schaden hat auch physische Auswirkungen
  • Splitscreen-Modus
  • Aggressive KI

Contra

  • Mehrspieler verkommt oft zu Destruction Derby
  • Recht wenige Strecken

8/10

Über den Autor

Kilian R.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.