Es ist wohl das meist erwartete Spiel des Jahres. Die Wartezeit war schier unerträglich, aber nun ist es da: Grand Theft Auto 5. Es ist wohl das größte Sandbox-Spiel aller Zeiten und die Erwartungen sind enorm. In diesem Test erfahrt ihr, ob es diesem Druck standhalten kann.

Bereits bei Grand Theft Auto 4 dachte man, dass man dieses Meisterwerk von Rockstar kaum überbieten könne. Man war sich einig, dass nur Rockstar selbst mit einem Nachfolger neue Maßstäbe setzen könne, denn die Serie hatte bis dato einfach keine Konkurrenz in Sachen Geschichte und Präsentation.
Im Gegensatz zu anderen Open-World Spielen fährt Rockstar mit einer Geschichte  auf, welche es so noch nie gegeben hat. Es ist nicht nur eine lose Anordnung von Abläufen, die die Geschichte so schnell wie nur möglich erzählt und einem nicht in das Geschehen, in die Charaktere, eintauchen lässt. In dieser Stadt ist alles anders: Hier lebt man von einem Tag zum anderen, mit der Hoffnung nicht in der Kriminalität zu versinken.

Ihr schlüpft in die Rolle von gleich drei Charakteren: Michael, Franklin und Trevor. Das Trio könnte unterschiedlicher nicht sein.

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Das Spiel selbst startet mit einem Banküberfall bei dem so einiges schiefgeht. Trevor ist als einzigem die Flucht gelungen. Auf der Flucht vor dem Gesetz fand er in abgeschiedenen Gebieten des fiktiven Bundesstaates San Andreas Schutz und verdient sein Geld mit Handlangerarbeit. Sein charismatischer Freund Michael hingegen ist besser weggekommen. Dieser lebt von nun an in einem Zeugenschutzprogramm und wird durch das FBI finanziert, was sich in seinem kostspieligen Lebensstil widerspiegelt. Doch schon bald muss er sich damit abfinden, dass einige hochrangige Beamte die ein oder andere Million von seinem Konto abzweigen.

Und dann wäre da noch Franklin, der sich durch das Ghetto von Los Santos durchschlägt. Michael sieht in diesem einen Sohn, den er selber nie hatte. So kommt es, dass sich Franklin zu Michael’s Truppe hinzugesellt.
Rockstar schafft es mit Hilfe dieser 3 Charaktere eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen und Stück für Stück den Spieler in die neue Welt hineinzuziehen.

Des Weiteren verfügen Michael, Franklin und Trevor über unterschiedliche Talente. Während Franklin sein Geschick in der Kategorie „Fahren“ nutzt, ist Trevor ein Fliegerass und Michael ein ambitionierter Schleichkünstler. Ob während eines Auftrages oder in der Freizeit lassen sich die Charaktere jederzeit per Kreismenü wechseln. Dies funktioniert einwandfrei und trägt auch einen Teil zur Dynamik hinzu.

Jeder der Charaktere verfügt über eine Spezialfähigkeit: Per Druck auf den Analogstick lassen sich die Moves ausführen. Franklin kann in Max Payne-Manier die Zeitlupe einschalten und so geschickt durch den Verkehr eilen. Trevor kann in Wut ausbrechen und so mehr einstecken und Michael greift hingegen zu einer Art Mackierungsfunktion, mit welcher sich mehrere Gegner auf einmal ausschalten lassen.

Anfangs werdet ihre diese Funktionen selten bis gar nicht brauchen, da man auf diese nicht angewiesen ist. Spätere Missionen sind sogar auf diese Spezialfunktionen ausgelegt und ihr müsst diese nutzen, um die Missionen zu schaffen. Apropos Missionen: Rockstar ist ja dafür bekannt, die Spiele sehr abwechslungsreich zu gestalten. Auch GTA 5 wird diesem Muster gerecht: Die Missionen sind nicht nur abwechslungsreich sondern strotzen auch wieder vor schwarzem Humor.

Da sich Anhänger der Grand Theft Auto Reihe einig waren, dass sich das Handling der Fahrzeuge in GTA 4 so angefühlt hat, als wenn man auf Öl fährt, hat sich das Rockstar zu Herzen genommen und an dem Handling gefeilt. Nun steuern sich die Fahrzeuge direkter, fast schon wie in der Spielhalle, was dem Spaß aber keinen Abbruch tut. Wurdet ihr im Vorgänger von der Polizei gesucht, war eure Aufgabe nun aus einem kreisförmigen Suchbereich zu entkommen. Dieser Suchbereich ist nun trichterförmig und schafft ihr es lange genug aus diesem Bereich zu bleiben, geben die Beamten die Suche nach euch auf.

Was einem aber leider wieder den Spaß verderben kann, ist die englische Sprachausgabe. Während den Missionen kann es aber schon mal vorkommen, dass man, dadurch, dass man ständig auf das lesen des Untertextes angewisen ist, nicht viel von der Story mitbekommt. Schade!

Grafisch bewegt sich das Spiel wohl auf dem Maximum der aktuellen Konsolengeneration. Rockstar holt aus dem Grafikmotot „Rage“ das maximum heraus und das sieht einfach nur toll aus! Bereits in den ersten Spielminuten fällt auf, dass Grand Theft Auto 5 eine bisher kaum für möglich gehaltene Fülle an Details auffährt. Selbst das bekannte „Aufploppen“ von Texturen und Gegenständen gehört der Vergangenheit an. Schier ungalublich bei dieser Masse an Details. Trotz der grafischen Wucht und den Details stören gelegentliche Ruckler der mittlerweile veralteten Hardware kaum.

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Ebenfalls zu loben ist das Beleuchtungssystem. Wenn sich die Sonne permanent über den Horizont von Los Santos bewegt, sieht das einfach nur atemberaubend aus und verleiht der Spielewelt immer wieder eine tolle Atmosphäre.

Zwar ist die Kampagne sehr umfangreich, jedoch werdet ihr bald an einem Punkt angekommen sein, an welchem ihr keine Missionen mehr zur Verügung habt. Zwar könnt ihr dann auf Aktivitäten wie Golf oder Tennis ausweichen, was sich nach einiger Zeit aber als zu eintönig erweist.

In diesem Fall könnt ihr dann auf den seperaten Mehrspielermodus GTA Online ausweichen. Dieser bietet mit bis zu 16 Spieler, 700 Missionen und einer gigantische Spielwelt einen riesengroßen Spielplatz für alle. Der Mehrspielermodus nutzt den Schauplatz der Kampagne: Ihr macht also Los Santos samt Umfeld unsicher und so könnt ihr Missionen meistern, Wettrennen austragen, mit Freunden abhängen und unzählige weitere Aktionen starten.

Wer an dem Online-Spektakel teilnehmen möchte, muss auf der Xbox 360 ein Goldmitglied sein, Playstation 3 Nutzer hingegen brauchen sich um nichts zu kümmern. Bevor in den Alltag der Los Santos Welt eintauchen könnt, müsst ihr euch einen eigenen Charakter erstellen. Rockstar setzt hier überraschenderweise nicht auf typische Schema, wie man es zum Beispiel aus The Elder Scrolls kennt. Stattdessen sucht ihr euch aus 28 Männern und 28 Frauen Großeltern aus, die widerum eure Eltern bestimmen. Aus diesem bunten Mix entsteht dann euer eigener Spieler.

Abgesehen vom Äußeren legt ihr auch euren sogenannten Lifestyle fest. Das bedeutet, dass ihr die 24 Stunden eures Alltags auf sieben Kategorien aufteilt. Zunächst entscheidet ihr euch wie lange ihr schlafen, trainieren und ihr euch mit Arbeit eindecken wollen.

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Zu Beginn von GTA Online landet ihr in einem Flugzeug in Los Santos und werdet von Lamar, einem Freund von Trevor, empfangen. Schritt für Schritt führen euch Lamar und andere Charaktere an die Spielmechanik heran und eure erste Pistole wird euch als Willkommensgeschenk überreicht.
Nach etwa einer Stunde dürft ihr dann selber bestimmen, wohin es euch verschlägt und eure Übersichtskarte ist ab jetzt mit etlichen „Job-Symbolen“ vollgepflastert. Dies sind verschiedene Rennvarianten und spezielle Missionen.

Solltet ihr diese Missionen mit oder gegen eure Kontrahenten gewinnen, dürft ihr euch nicht nur über massenhaft Geld sondern auch über sogenannte Reputationspunkte erfreuen. Mit diesen steigt ihr stetig in eurem Rang auf und bekommt somit Zugang zu mehr Aufgaben, Waffen, Wagen-Modifikationen oder Klamotten.

Rockstar versprach zu Beginn, dass der Online Modus stetig wachsen wird. So möchte der Entwickler den Wünschen und Vorschlägen Gehör schenken. Die Möglichkeiten sind also wahrlich unbegrenzt.

Rockstar hat mit GTA Online auf jeden Fall einen ordentlichen Multiplayermodus geschaffen, an dem auch noch nach Monaten seinen Spaß haben wird.

 

Fazit

Grand Theft Auto 5 ist all das, was sich die Spielergemeinde erhofft hat! Was Rockstar hier abgeliefert hat, ist schier unglaublich. Die Spielewelt wird sehr gut dargestellt und wirkt wie aus einem Guss. Die aktuelle Konsolengeneration wird definitiv ausgereizt. Die Missionen sind abwechslungsreich, fordernd und teilweise sogar witzig. Durch die Möglichkeit jederzeit den Charakter zu wechseln, entstehen sehr viele Möglichkeiten den Spielablauf zu bestimmen.

Sogar der sehr gelungene Online-Modus ist sehr gelungen und bietet mit dem Rangsystem Spaß für Monate. Kurz: Grand Theft Auto 5 ist ein heißer Anwärter für das Spiel des Jahres!

Pro

  • Detaillierte Grafik
  • Kaum Pop-Ups und Ruckler
  • Sehr interessante Geschichte
  • Drei Protagonisten
  • Gute Steuerung
  • Waffen und Fahrzeuge aufrüstbar
  • Online-Modus (GTA Online)

Contra

  • Bugs (Fahrzeuge verschwinden…)
  • Gelegentliche Verbindungsprobleme (GTA Online)

9,5/10

 

Über den Autor

Ralph T.

2 Responses

    • Kilian R.
      Kilian R.

      Besser spät als nie 😉 Leider bekommen wir nicht immer alle Spiele rechtzeitig, sodass manche Reviews leider erst etwas später veröffentlicht werden können.

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