Seit 2005 macht der mürrische Spartaner Kratos nun schon Sonys Spielkonsolen unsicher. Neben den drei Hauptteilen für PlayStation 2 und PlayStation 3 gibt es ebenfalls Ableger für Mobiltelefone und die PSP, welche weitere Aspekte von Kratos Geschichte erzählen. Mit God of War: Ascension führt man den Spieler nun an den Anfang des Epos und erzählt die Vorgeschichte von Kratos, die zehn Jahre vor den Geschehnissen von God of War stattfindet.

Ein Äonen andauender Krieg zwischen den Protogonoi, den Wesen, welche die Erde erschufen, brachte die Furien, die Hüter der Ehre, hervor. Als Ägäon seinen Bluteid mit Götterkönig Zeus brach, wurde er der erste Verräter und das Ziel der Furien, die ihn Quälten und aus seinem versteinerten Körper das Gefängnis der Verdammten errichteten. Auch Kratos brach seinen Bluteid mit Ares und wurde daraufhin von den Furien in das Gefängnis verschleppt. Doch gibt der von Rache getriebene Spartaner nicht auf und kämpft, um sich von den Illusionen der Furien zu befreien.

Die Furien haben natürlich etwas dagegen und hetzen euch allerlei feindlich gesinnte Wesen auf den Hals, um euch von eurem Vorhaben abzuhalten. Im Gegensatz zu den letzten Teilen der God of War-Reihe, verfügt ihr in God of War Ascension lediglich über die Chaosklingen. Diese können mit vier verschiedenen Elementarfähigkeiten verstärkt werden, die ihr im Laufe des Spiels erhaltet. Darüber hinaus erhält man auch noch die Fähigkeit die Zeit zu manipulieren und ein Schattenabbild von sich selbst zu erstellen.

Wie gewohnt können all diese Fähigkeiten mittels roter Orbs verbessert und hochgestuft werden. Dadurch verstärkt sich nicht nur der angerichtete Schaden, sondern man schaltet auch neue Angriffe und Fähigkeiten (beispielsweise Zauber) frei. Die Elemente bringen zudem verschiedene Vorteile mit sich. So kann man mit Eis beispielsweise Gegner einfrieren, während man mit dem Seelen-Element Lebensenergie klauen kann. Auch bringt das Vaporisieren der Gegner mit den unterschiedlichen Elementen, verschiedene Orbs hervor. Wie gewohnt heilt man dabei seine Lebensenergie mit grünen Orbs, während blaue Orbs die Magieanzeige wieder auffüllen.

Goldene Orbs füllen eure Rage-Anzeige, die man ansonsten während des Kampfes automatisch auffüllt. Einmal im Rage-Modus, könnt ihr zusätzlich starke Angriffe ausführen oder, sofern im jeweiligen Element freigeschaltet, bestimmte Rage-Attacken ausführen, die ordentlichen Schaden verursachen. Die Anzeige lehrt sich automatisch nach einer gewissen Zeit beziehungsweise durch erlittenen Schaden.

Um etwas mehr Abwechslung in das Kampfgeschehen zu bringen, habt ihr auch die Möglichkeit bestimmten Gegnern ihre Waffen abzunehmen und diese dann selbst als Sekundärwaffe zu nutzen. Bei den Kämpfen selbst hat sich im Großen und Ganzen nicht viel geändert. Noch immer könnt ihr neben Schlägen auch Würfe und besonders grausame Vernichtungen durchführen. Bei größeren Gegnern sieht letzteres jedoch etwas anders aus: während ihr dem jeweiligen Gegnern die letzten Stöße verpasst, müsst ihr auf einen Gegenangriff achten und diesem gegebenenfalls ausweichen, damit ihr den vernichtenden Angriff erfolgreich beenden könnt.

Die im Laufe des Spiels immer intensiver werdenden Kämpfe werden regelmäßig von Lauf- und gut durchdachten Rätselpassagen unterbrochen. So bewegt ihr euch durch gewohnt opulente Umgebungen, die mit liebevollen Details geschmückt sind. Wie gewohnt finden sich in den unterschiedlichen Umgebungen auch wieder allerlei Kisten, die neben den unterschiedlichen Orbs auch Gorgonenaugen und Phönixfedern enthalten. Sammelt man jeweils fünf dieser Gegenstände kann man seine Lebensenergie- und Magieleiste verbessern. Außerdem finden sich auch immer wieder Texte, die kleine Hintergrundinformationen beinhalten.

Zu guter Letzt sollte man auch noch alle versteckten Winkel aufsuchen, um die dort versteckten Artefakte zu finden. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Gegenstände, die man nach Beenden des Spiels beziehungsweise im „Neues Spiel+“-Modus aktivieren kann, um deren Effekte auszunützen. Die Effekte beinhalten unter anderem eine immer volle Rage-Anzeige oder eine bessere Verteidigung gegen Angriffe.

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Wer die mit knapp acht Stunden recht kurze Kampagne durch hat, kann sich im brandneuen online Mehrspielermodus austoben und seinen eigenen Krieger heranziehen. Euer Alter Ego lässt sich mit unterschiedlichen Rüstungen (Kopf, Rumpf und Beine) und Waffen (Schwert, Hammer oder Speer) ausrüsten, wobei jeder Ausrüstungsgegenstand andere Auswirkungen auf eure Attribute hat. Außerdem müsst ihr euch für einen von vier Göttern entscheiden, dem ihr die Treue schwört. Je nachdem für wen ihr euch entscheidet, erhaltet ihr unterschiedliche Zauber und Fähigkeiten. Glücklicherweise kann man die Gottheit jederzeit ändern und somit auch andere Kampfstile ausprobieren.

Mit bis zu sieben weiteren Spielern könnt ihr euch dann in unterschiedlichen Spielmodi messen. Neben altbekannten Modi wie Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture the Flag findet sich auch noch ein Spielmodus, den ihr entweder alleine oder zu zweit im Koop-Modus spielen könnt. Dabei werden euch verschiedene Aufgaben gestellt, die meist auf das niedermetzeln von Gegnern hinauslaufen. Egal für welchen Modus ihr euch entscheidet, erhaltet ihr eurer Leistung entsprechend Erfahrungspunkte, mit denen nicht nur euer Krieger, sondern auch eure Ausrüstung aufgewertet wird. Wie im Hauptspiel finden sich auch in den online Matches Truhen mit Orbs oder neuen Gegenständen. Je nach Modus tauchen auch spezielle Gegenstände auf, die euch beispielsweise enorm stark machen.

Alles in allem ist der Mehrspielermodus durchaus gelungen und macht auch richtig Spaß, sofern man einmal eine gut besuchte Runde gefunden hat. Je nach Tageszeit kann es durchaus schwierig sein genügend Spieler für ein bestimmtes Match zu finden. Auch etwas negativ fällt auf, dass Spieler jeden Levels gegeneinander antreten können. So kann es schon einmal vorkommen, dass zwei Neulinge gegen zwei Level 30-Charaktere antreten und entsprechend schlechte Karten im Match haben.

Grafisch haben die Entwickler gegenüber dem Vorgänger noch einmal ordentlich nachgelegt und die gewohnt bombastischen und epischen Umgebungen fein herausgeputzt. Umso beeindruckender ist es, dass das Spiel größtenteils ohne Ladezeiten auskommt und auch immer flüssig läuft. Der Sound weiß erneut mit einer ausgezeichneten Synchronisation und orchestralen Musikstücken zu überzeugen. Unverständlicherweise ist die Lautstärke im Mehrspielermodus jedoch um einiges leiser als im Menü oder der Einzelspielerkampagne.

Auch beim Gameplay präsentiert sich God of War: Ascension gewohntermaßen stark. Zwar liegt der Fokus deutlich auf den Kämpfen, doch werden diese durch regelmäßige Laufpassagen aufgelockert und auch die gut durchdachten Rätsel sorgen für Abwechslung. Auffallend ist jedoch, dass im neuesten Teil der Reihe insgesamt weniger Bosskämpfe auf den Spieler warten. Teilweise kann es auch vorkommen, dass man Kratos aus den Augen verliert, wenn man gegen eine größere Ansammlung von Gegnern kämpft.

Fazit

God of War: Ascension weiß, wie schon seine Vorgänger, durch prachtvolle Kulissen, eine passende musikalische Untermalung und feines Gameplay zu überzeugen. Zwar ist die Kampagne insgesamt etwas kurz, doch intensiv. Neben kleinen Verbesserungen beim Kampfsystem und der Einführung von Sekundärwaffen, findet sich auch ein brandneuer Mehrspielermodus, der durchaus zu überzeugen weiß. Wer die bisherigen God of War-Teile gemocht hat, wird auch um God of War: Ascension nicht herum kommen.

Pro

  • Prachtvolle Umgebungen
  • Gut durchdachte Rätsel
  • Verfeinertes Kampfsystem
  • Motivierender Mehrspielermodus…

Contra

  • … in dem man nicht immer genügend Spieler findet
  • Recht kurze Kampagne
  • Kämpfe mit größeren Gruppen teilweise unübersichtlich

7,5/10

Über den Autor

Kilian R.

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