GOW-Judgment_Horiz_32x18_FINAL_rgbGears of War Judgement ist der vierte Teil der Gears of War Serie aus dem Hause Epic Games und zugleich der erste Teil der Serie, der in Partnerarbeit mit People Can Fly geschaffen wurde. Doch kann der neueste Teil der Serie genauso begeistern, wie seine Vorgänger? Oder lassen  die angekündigten Neuerungen, die das Spiel schnelllebiger werden lassen sollen, das typische Gears of War Gameplay vermissen?

Gears of War: Judgement spielt 14 Jahre vor den Ereignissen von Gears of War 1. Wir schlüpfen in die Rolle von Leutnant Damon Baird und seinem Team, dem Kilo Squad. Unsere Begleiter sind der, bereits aus den Vorgängern bekannte, ehemalige Sportler Private Augustus Cole, die neue Kadettin Sofia Hendrik und Garron Paduk, der vor der Ankunft der Locust noch gegen die KOR in den Pendulum Kriegen gekämpft hatte. Wir schlüpfen von Akt zu Akt immer in die Rolle eines anderen Mitglieds. Die Rahmenhandlung von Gears of War Judgement ist das Verhör des Kilo Squads, unter der Leitung von KOR Commander General Loomis. Einer nach dem anderen muss die Geschehnisse schildern und erläutern weswegen Kilo Squad gegen die Befehle von General Loomis  gehandelt hat. So kämpfen wir uns durch die Erinnerungen der einzelnen Mitglieder und erfahren schließlich, was die Beweggründe des Teams waren.

Die Kampagne dauert nur ca 5-7 Stunden und verzichtet auf lange Zwischensequenzen, die die Story vorantreiben. Auch die langen Level, wie sie aus den Vorgängern bekannt sind, wurden durch mehrere kurze, ungefähr 10 Minuten lange Abschnitte ersetzt. So jagt man nun vielmehr durch viele kleine Feuergefechte, von einem packenden und tiefen Storytelling kann da leider keine Rede sein. Das teils überarbeitete Gameplay wirkt ebenfalls in die Richtung eines schnellen Shooters, anstatt eines großen storylastigen Shooter-Epos, wie es die Vorgänger waren.

Kleine Änderungen, großer Effekt

Das Kilo SquadDer Kampagne von Gears of War Judgement wurde eine Art Punktesystem spendiert. Auf einer Punkteleiste muss man durch effizientes und variantenreiches Töten Punkte sammeln, um Sterne zu erhalten. Dabei ist eine Drei Sterne Wertung das höchste. Durch Sammeln von Sternen in den einzelnen Level werden zum Beispiel neue Waffenskins und Outfits freigeschalten und natürlich ist es ein Ansporn für alle Perfektionisten! Wem die normalen Level nicht schwer genug sind, kann die sogenannten „Declassified“-Aufgaben aktivieren, wodurch die Level leicht verändert werden –Beispiele wären Munitionsknappheit oder eine eingeschränkte Sicht. Durch das Neubelegen mancher Knöpfe wurde die Spielgeschwindigkeit angehoben, so wurde zum Beispiel das Granatenwerfen vereinfacht. Alles in allem hat Gears of War Judgement also eine recht kurze und schnelle Kampagne, die den Spieler durch schnelles Gameplay vorantreibt, statt durch eine gute Story. Schade eigentlich, wenn man an die guten Zwischensequenzen aus den Vorgängern denkt.

Sehr viel interessanter ist dabei die Aftermath Kampagne, die während den Ereignissen von Gears of War 3 spielt. Sie dauert ungefähr 2 Stunden und lässt den Spieler als Baird gemeinsam mit Clayton Carmine eine Art Überlebenshorror durchlaufen, während sie auf der Suche nach neuen verbündeten sind. Dieser Teil aus Gears of War Judgement verzichtet auf das neue Punktsystem und ist viel storylastiger, als der Rest des Spiels. Wer Teil drei der Serie noch nicht gespielt hat, sollte eventuell die Geschichte nachlesen, da es klarerweise einige Bezugspunkte zu dessen Kampagne gibt.

Vom technischen Standpunkt kann man Gears of War Judgement mit Gears of War 3 vergleichen. Es hat dieselbe Grafik und einen ähnlichen Soundtrack, sogar das Menü ist – bis auf den Hintergrund- fast eins zu eins übernommen. Die einzelnen Level der Kampagne wechseln dabei ebenfalls wie im Vorgänger zwischen zerstörten Häuserschluchten und tropischen Umgebungen, die wieder genauso detailverliebt gestaltet sind.

Auch Mehrspielermodi wurden gekürzt!

Ein für viele Fans der Serie wichtiger Punkt ist der Horde Modus. Nun, dieser wurde durch einen ähnlichen Überlebensmodus ausgetauscht, der sich vom Prinzip her gleich spielt, lediglich ist das Ziel nicht mehr das reine Überleben, sondern gilt es nun ein bestimmtes Missionsziel auf der Karte vor den Angriffen der Locust zu beschützen. Der in Gears of War 3 neu eingeführte Bestien Modus, der es dem Spieler erlaubt in die Rolle der Locust zu schlüpfen und die andere Seite des Horde Modus zu erleben wurde ebenfalls entfernt. Aber es gibt auch eine gute Nachricht für Freunde der beiden Modi. Es gibt einen neuen Multiplayer Modus, Overrun, der beide Varianten – mit kleinen Änderungen – zusammenführt und es möglich macht, dass menschliche Spieler als Locust gegen menschliche Spieler auf Seiten der KOR antreten. Unten findet ihr einen ausführlichen Trailer, der den Overrun Spielmodus genau erklärt.

Auf viele der Gears of War typischen Multiplayerspiele wurde ebenfalls verzichtet. Die Mehrspielermodi in Gears of War Judgement wurden auf nur noch vier berschränkt, wobei einer davon der oben beschriebene Overrun ist, der Horde und Bestie Spielvarianten vereint. Die anderen „neuen“ Mehrspielermodi sind ein klassisches Team-Deathmatch, ein Jeder-gegen-Jeden Spieltyp und eine Form des alten Herrschafts-Modus, in dem man bestimmte Gebiete der Karte einnehmen und verteidigen muss, um Punkte zu sammeln.

 Fazit

Gears of War Judgement ist mit Abstand der Teil mit dem wenigsten Inhalt, dafür aber auch der schnellste. Die Änderungen, die an der Spielemechanik vorgenommen wurden, verleihen dem Spiel eine gute Geschwindigkeit, sodass die Kämpfe viel dynamischer wirken. Die Abstriche bei der Geschichte und die verhältnismäßig kurze Dauer der Kampagne sind schmerzhaft; Dabei hätte man so viel mehr daraus machen können. Das Ersetzen der zwei Spielvarianten Horde und Bestie durch eine Mischung aus beiden ist sicher ein guter Schritt gewesen – zumal es von vielen Fans der Wunsch war, in diesen Modi gegeneinader anzutreten. Zusammenfassend kann man sagen, Gears of War Judgement fühlt sich mehr wie ein großes Add-On zu Gears of War 3 an, als ein eigenständiges Spiel, dafür fehlt Gears of War Judgement einfach die nötige Menge an Inhalt.

Pro

  • Detailverliebte Grafik
  • Schnelleres Gameplay
  • Neuer Spielmodus
  • Gewohnt viel Action…

Contra

  • … dafür sehr wenig Story
  • Kampagne nur 6 Stunden lang
  • Nur noch 4 Mehrspielermodi

7,5/10

Über den Autor

Stefan B.

Rollenspiel und Hack'n'Slay Fan mit masochistischem Hang zu schweren Spielen, bei denen die Emotionen hoch gehen.

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