Einige sind so alt wie die Zivilisation, andere so jung wie das Computerzeitalter – alle aber haben eins gemeinsam: Spiele und Spielzeuge bereiten uns Freude, weil sie Körper und Geist fordern und uns die Welt immer wieder neu erleben lassen. Alles was den Homo Ludens, den spielenden Menschen, in seiner Geschichte besonders stark geprägt hat, versammelt Amerikas führendes Spielemuseum, das Strong National Museum of Play in Rochester, New York, in seiner National Toy Hall of Fame. Jetzt wurden wieder drei Neuzugänge in diese Ruhmeshalle des Spiels aufgenommen: der Ball, das Big Wheel-Dreirad – und der Game Boy von Nintendo!

Nintendos erste tragbare Videospiel-Konsole nimmt damit einen Ehrenplatz ein, der bisher nur 44 Meilensteinen aus der Geschichte des Spielens zuerkannt wurde. Dazu gehören die Barbie-Puppe und der Teddy-Bär, das Puzzle und die Lego-Steine, das Fahrrad und das Skateboard. Und nun eben auch ein so uraltes wie elementares Spielzeug wie der Ball und das Big Wheel-Dreirad das in den 70er-Jahren in kaum einem Kinderzimmer fehlen durfte.

Der Game Boy hat sich seinen Platz in der National Hall of Fame vor allem durch seinen innovativen Charakter und seine umwälzenden Auswirkungen auf den Markt für elektronische Spiele verdient. Von einem Nintendo-Entwicklerteam um Gunpei Yokoi entworfen, kam der Game Boy 1989, vor genau 20 Jahren, auf den Markt. Er war das erste tragbare Videospielsystem für auswechselbare Spielmodule, das sich weltweit durchsetzte. Der Game Boy war damals überall dabei – auf dem Schulhof und im Büro, im Ferienlager, auf dem Autorücksitz und im Kinderzimmer.

Auch in Deutschland verhalf das kleine, graue Gerät seit 1990 dem neuen Freizeitspaß zum Durchbruch. Der Begriff „Game Boy“ war mehr als ein Markenname – er galt als Synonym für das Videospiel schlechthin. Folgerichtig war die Jugend der 90er Jahre die Game Boy-Generation. Sie vergnügte sich mit legendären Spielen wie Tetris oder Super Mario Land und schwärmte für Spielfiguren wie Super Mario, bis heute ein Ikone des Videospiels.

Um Aufnahme in die National Toy Hall of Fame zu finden, muss ein Spielzeug einen gewissen Kultstatus erlangt haben, zu seiner Zeit besonders innovativ gewesen sein und seinen Nutzern neue Erfahrungen ermöglicht haben. Aber auch Langlebigkeit gehört dazu, und es dürfte schwer sein, ein anderes Spiel des Computerzeitalters zu finden, das so lange sein Publikum begeistert hat wie der Game Boy. Fast zwei Jahrzehnte haben er und seine Nachfolgemodelle sich auf dem Markt gehalten und insgesamt 200 Millionen Käufer gefunden. Viele treue Fans spielen auch 20 Jahre nach seinem Erscheinen noch regelmäßig mit dem Game Boy. Für sie ist er – trotz Ruhmeshalle – keine Spur museumsreif.

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