Insomniac Games war mit Serien wie Spyro, Ratchet & Clank und zuletzt Resistance lange Zeit exklusiv auf Sonys Konsolen zu Hause. Mit ihrem neuesten Titel, dem Third Person Shooter Fuse, machen sie nun auch auf der Xbox 360 erste Schritte und präsentieren zugleich ihren ersten Multiplattformtitel. Mit der Resitance-Reihe haben die Entwickler bereits Erfahrungen mit dem First Person Shooter-Genre gemacht, die sie nun in Fuse einfließen lassen.

Die Geschichte dreht sich um ein Agententeam bestehend aus vier Mitgliedern, dass unter dem Namen Overstrike 9 operiert. Nachdem der Kontakt zu einem geheimem Waffenlabor der Regierung, namens Hyperion Base, nach Ankunft von Senator William Fable plötzlich abbricht, wird Overstrike 9 für weitere Untersuchungen dorthin entsandt. Kurz darauf erfährt das Team von Fuse, einer außerirdischen Substanz, die sich bei Kontakt mit allem verbindet und die für die Entwicklung fortgeschrittener Waffen benutzt wurde. Zur gleichen Zeit bricht die paramilitärische Organisation Raven in den Komplex ein und will das Fuse an sich bringen.

Kurz nachdem sie mit ihren Untersuchungen begonnen haben, findet das vierköpfige Team – bestehend aus Dalton Brooks, einem sarkastischen Söldner, Naya Deveraux, die mit ihrem Vater bei Raven gearbeitet hat, Isabelle „Izzy“ Sinclair, eine talentierte aber rebellische Wissenschaftlerin und Jacob Kimble, ein ausgezeichneter Detective – sogenannte Xenotech-Waffen, die auf Fuse basieren.

Jedes der Teammitglieder schnappt sich dabei eine einzigartige Waffe, von der ausgehend sich auch die taktischen Möglichkeiten in den Kämpfen ergeben. Dalton erhält mit dem Mag Shield die einzige defensive Waffe. Mit ihr kann man ein Schild aufbauen, welches eingehende Kugeln aufhält, ausgehende jedoch durchlässt. Darüber hinaus kann man auch eine Schildwelle aussenden, die nahe Gegner vernichtet. Naya verfügt über das Warp Gewehr, welches nach mehrmaligem Beschuss eine Singularität erschafft, welche die Gegner verschwinden lässt.

Izzy ist im Besitz der Shattergun, die ebenfalls nach mehrmaligem Beschuss die Gegner für eine gewisse Zeit in einen Kristall hüllt, woraufhin sie leichter vernichtet werden können. Jacob besitzt zu guter Letzt eine Armbrust mit Namen Arcshot, die brennende Bolzen verschießt und aufgrund der Stärke und Zoommöglichkeit mit einem Scharfschützengewehr verglichen werden kann. Taktische Möglichkeiten ergeben sich nun dahingehend, dass man sich beispielsweise hinter dem Energieschild von Dalton verstecken und durch den Schild auf Gegner schießen kann. Oder man kristallisiert mit Izzys Waffe die Gegner, sodass sie sich nicht mehr bewegen können und leichte Ziele darstellen.

Neben diesen Xenotech-Waffen kann jeder Agent noch eine Handfeuerwaffe, sowie eine zweite große Waffe mit sich tragen. Dabei hält sich das Waffenarsenal jedoch in Grenzen und kommt nicht an die Auswahl manch anderer Shooter heran. Dies ist jedoch nicht unbedingt ein Nachteil, da man auch in Spielen mit einer großen Waffenauswahl meist mit seiner Lieblingswaffe durch das Spiel läuft.

Nachdem man das ganze Spiel hindurch mit Overstrike 9 unterwegs ist und jeder Agent eine Waffe mit einzigartigen Fähigkeiten besitzt, ist ein kooperatives Gameplay natürlich selbstverständlich. So kann man sich entweder offline mit einem Freund zusammentun oder online mit bis zu drei weiteren Spielern kooperieren. Doch kann man sich natürlich auch als einsamer Wolf durch die Kampagne schlagen. Um auch dabei von den verschiedenen Fähigkeiten profitieren zu können, gibt es die Möglichkeit jederzeit zwischen den vier Charakteren zu wechseln. Geht einem beispielsweise die Munition mit einem Agenten aus, kann man einfach auf einen anderen wechseln. Möchte man an einer bestimmten Stelle ein Schild benutzen, wechselt man einfach auf den entsprechenden Agenten.

 FUSE

Die unterdessen vom Computer gesteuerten Agenten hätten noch etwas Arbeit vertragen. So preschen sie zwar nicht immer gleich mitten in das ärgste Feuergefecht nach vorne, doch bleiben sie schon mal gerne ohne Deckung im Schussfeld des Gegners stehen. Ab und zu scheint auch die Wegfindung zu versagen und ein Agent hängt in einer Ecke einer Karte fest. Glücklicherweise kann man ihn selbst wieder aus dieser Misere befreien. Immerhin sind sie recht schnelle zur Stelle wenn ein Verbündeter zu Boden geht und helfen diesem wieder auf die Beine. Das Spiel ist nämlich erst dann verloren, wenn ein Mitspieler verblutet ist.

Durch das Vernichten von Gegnern und das Erfüllen von Aufgaben sammelt man Erfahrungspunkte, durch die man gewohntermaßen im Level aufsteigt. Mit jedem Levelaufstieg erhält man einen Punkt, den man in die verschiedenen Fähigkeiten investieren kann. Leider unterscheiden sich die Fähigkeitsbäume hier nur marginal. Ausgenommen von ein paar waffenspezifischen Fähigkeiten, finden sich bei jedem Charakter die gleichen Punkte. Im Laufe des Spiels erlernt jeder Agent noch eine zusätzliche Fähigkeit. Beispielsweise kann Dalton später auch stationäre Schilder errichten und Izzy Medikits einsetzen.

Darüber hinaus können Erfahrungspunkte auch noch durch das Sammeln bestimmter Behälter, sowie das erfüllen bestimmter Herausforderungen gewonnen werden. Außerdem finden sich in den unterschiedlichen Gebieten auch Credits und Geheimdokumente. Während letztere weitere Hintergrundinformationen liefern werden die Credits für den Kauf von Team Fähigkeiten benötigt, die erwartungsgemäß dem ganzen Team zu Gute kommen.

Wer die Kampagne abgeschlossen hat oder sich auch einmal abseits dieser vergnügen will, kann sich an die Echelon Aufträge wagen. Dabei reist ihr zu unterschiedlichen Orten aus der Kampagne und müsst euch gegen Wellen von Gegnern wehren. Mal gilt es dabei einen bestimmten Punkt zu verteidigen, einen wichtigen Gegner auszuschalten oder auch einfach nur die heranrückende Meute aufzuhalten. Natürlich können auch diese Aufträge kooperativ gespielt werden. Leider ist online jedoch nicht allzu viel los, sodass es schon einmal dauern kann, bis man ein Spiel findet.

Grafisch haben die Jungs und Mädchen von Insomniac Games ihre ganze Klasse ausgepackt und verwöhnen den Spieler mit einer ausgezeichneten Grafik. Egal ob Innenräume, Bunker, die verschiedenen Landschaften, die von Partikeleffekten gekonnt in Szene gesetzt werden, oder die Modelle und Animationen selbst; Fuse ist rundum schön anzusehen. Auch beim Sound weiß das Spiel mit einer gelungenen deutschen Synchronisation, satten Soundeffekten und gut platzierten Musikstücken zu überzeugen.

Bei der Steuerung gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln: das Deckungssystem funktioniert einwandfrei und die Steuerung reagiert präzise auf Eingaben. Ein großes Manko ist jedoch die uninspiriert in Szene gesetzte Story, die weder die Agenten, noch den Spieler emotional berührt oder gar Interesse weckt.

Fazit

Fuse ist ein durchaus gelungenes Spiel, das an ein paar Stellen noch etwas mehr Zeit gebraucht hätte und sein Potenzial leider nicht ganz ausschöpfen konnte. Während das grundlegende Gameplay gut funktioniert und durch die feine Steuerung einfach von der Hand geht, sind die uninspirierte Story und die teils schwache KI die größten Problempunkte des Spiels. Davon abgesehen bietet Fuse aber dennoch interessante Spielstunden mit einzigartigen Waffen und taktischen Möglichkeiten, die man sowohl offline als auch online mit anderen entdecken kann.

Pro

  • Einzigartige Waffen,
  • die taktische Möglichkeiten eröffnen
  • Kooperatives Gameplay (off- und online)
  • Schön anzusehen
  • Weiterentwicklung durch Fähigkeiten…

Contra

  • …die sich jedoch bei allen Agenten sehr ähneln
  • Uninspirierte Story
  • Teilweise schwache KI
  • Insgesamt wenig Persönlichkeit

7/10

Über den Autor

Kilian R.

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