Pünktlich zum Herbstbeginn bringt Codemasters einen neuen Ableger ihrer Formel 1 – Reihe auf den Markt. Doch in diesem Teil machen F1 Legenden wie Nigel Mansell und Gerhard Berger Stars wie Sebastian Vettel und Lewis Hamilton die Hauptrolle streitig.

Der neueste Ableger der F1 – Reihe erscheint in 2 Versionen. Zum Einen die Standard Version, in der ihr in den Genuss aller Features kommt und mit Stars aus den 80ern über die Strecken flitzen dürft und zum Anderen die Classic Version, in der sich noch Stars aus den 90ern hinzugesellen.
Den Stars aus vergangen Zeiten hat man einen eigenen Menüpunkt spendiert und kann in diesem aus verschiedenen Szenarien wählen. Leider bleibt einem die Möglichkeit verwehrt gegen aktuelle Stars anzutreten und einen traditionellen Karrieremodus sucht man vergebens. Sollte man sich für die Standard Version entschieden haben, so muss man jedoch den 90er Modus nicht missen. Ein separarter DLC steht zum Download bereit.

Was einem bei den Klassikern sofort auffällt, ist das veränderte Fahrgefühl. Während man bei den aktuellen Boliden sehr sicher in den Kurven liegt und kaum Feingefühl beweisen muss, so muss man bei den alten Fahrzeugen aufpassen um in den Kurven nicht die Kontrolle zu verlieren. Hier ist Feingefühl gefragt – drückt man zu früh oder zu schnell auf das Gaspedal, bricht das Fahrzeug hinten aus und man gerät ins Schleudern. Neben dem veränderten Fahrgefühl wurde die Optik durch den Sepia Effekt in die 80er gehoben, was einem noch mehr in der Vergangenheit schwelgen lässt. Sollte einem dieser Filter nicht munden, so lässt sich dieser einfach im Pausen-Menü ausschalten.

Das Spiel beginnt wie gewohnt mit dem „Young Driver’s Test“, in welchem man an die Steuerung herangeführt und mit dem Auto vertraut gemacht wird. Während dieses Tutorial für Einsteiger hilfreich ist, so stört es Experten, da sie erst durch das Absolvieren an Verträge für den Karrieremodus kommen.

Im Karrieremodus gilt es weiterhin mit dem eigenen Fahrer bis an die F1 Spitze zu fahren. Dabei gibt einem das Spiel immer wieder Aufgaben vor, die es zu meistern gilt. Sind diese Aufgaben erledigt, so winken Angebote von höherklassigen Teams. Durch diese Aufgaben wurde der Karrieremodus sehr motivierend gestaltet und auch wenn nur Kleinigkeiten ausgebessert wurden, wie zum Beispiel das Speichern während eines Rennwochenendes, ist die Karriere nach wie ein guter Zeitvertreib.

Selbiges gilt für den Season Challenge Modus, in welchen ihr eine Saison bestreitet und gegen einen Rivalen antretet. Season Challenge und Karriere sind exklusiv für den aktuellen F1-Kader und sind nicht mit den klassischen Fahrern spielbar.

Die ganz großen Neuerungen darf man in diesem Teil nicht erwarten. Neben dem soliden Karrieremodus, welcher trotz all den Neuerungen ein ähnliches Spielgefühl wie der Vorgänger vermittelt, und die Season Challenge, die ebenfalls wenig neues bietet, fehlt diesem Teil einfach der Charme der F1. Wo bleibt die Champagnerdusche nach dem Sieg? Es ist mir schleierhaft, warum man im Karriermodus nicht in die Haut eines F1 Stars schlüpfen kann uns stattdessen immer auf den eigenen Avatar angewiesen ist. Lediglich in Nebenmodi wie dem Time Trial oder Gran Prix darf man als Sebastian Vettel das Steuer in die Hände nehmen.

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Die KI der Computer fällt in diesem Jahr flach aus. Zwar agieren die Gegner deutlich aggressiver und versuchen sich an mutigen Überholmanövern, jedoch endet diese Risikobereitschaft meistens in Unfällen oder Ausweichmanöver meinerseits in den Kies, um nicht abgeschossen zu werden. So kann es schon mal vorkommen, dass man bereits in der ersten Runde abgeschossen wird oder in den Kurven, obwohl man in der besseren Position ist, nachgeben muss, um keine Schäden zu erleiden. Wäre das schon nicht schlimm genug, so zählt das Spiel solche Sicherheitsmanöver meinerseits in den Kies als Abkürzungen und brummt mir eine Zeitstrafe auf.

In Sachen Innovation zeigt sich das Spiel leider von der schlechteren Seite. So toll der dynamische Reifenverschleiß verschiedenster Gummis auch sein mag, so zeigt sich der Rest eher minimal.
Die Tuning-Optionen sind ebenfalls, wie bereits im Vorgänger auf einige vorgefertigte Einstellungen beschränkt. Ambitionierte Handwerker dürften nun enttäuscht sein, darf man doch nicht an seinem Auto Hand anlegen. Während andere Spiele mit einer Atmosphäre glänzen, so begnügt sich F1 2013 mit dem Minimum.

Fazit

Alles in allem könnte man meinen, dass sich die F1 Reihe dieses Jahr einen Boxenstopp gönnt. Während das Gameplay und die Präsentation nach wie vor sehr unterhaltsam ist und Fehler aus dem Voränger ausgemerzt wurden, so bleiben die Neuerungen auf der Strecke. So versucht man zumindest mit dem neuen Classic Modus den Umfang abzurunden, wobei diesem Modus eindeutig die Tiefe fehlt.

 

Pro

  • Präsentation
  • Reifenverschleiß
  • Classic Modus mit 80ern und 90ern
  • Splitscreen Multiplayer
  • Fahrphysik
  • Lizenzierte Fahrer
  • Schadensmodell

Contra

  • Computer KI
  • Young Drivers Test
  • Strafsystem
  • Einzelne Pop-ups

8,5/10

 

Über den Autor

Ralph T.

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