Zwei Jahre nach dem Release des Wii-exlusiven Plattformers Epic Mickey, sind Mickey Mouse und Oswald der glückliche Hase wieder zurück. Diesmal wurden neben der Wii auch die PlayStation 3, Xbox 360, Wii U und mehr als ein halbes Jahr später nun auch die PlayStation Vita bedient.

Die Geschichte spielt einige Zeit nach den Geschehnissen des ersten Teils. Während die Bewohner des zerstörten Wasteland dabei sind ihre Heimat wieder aufzubauen, werden sie von einer Serie von Erdbeben erschüttert und bedroht. Zu aller Überraschung taucht der Mad Doctor auf und bietet Oswald eine Zusammenarbeit an, um sich der Erdbeben zu entledigen. So kommt es, dass Gus, der Anführer der Kobolde, und Ortensia, Oswalds Freundin, Mickey Mouse kontaktieren und erneut nach Wasteland holen. Denn nur wenn Mickey und Oswald zusammenarbeiten können sie das Unheil abwenden.

Das Gameplay ist dabei sehr stark an das des ersten Teiles angelehnt. Als Mickey verfügt man über einen magischen Pinsel mit dessen Hilfe man bestimmte Bereiche und Gegenstände der Welt wiederherstellen kann. Auf der anderen Seite kann man auch auf den Verdünner zurückgreifen, um Dinge verschwinden zu lassen. Diese beiden Funktionalitäten sind die grundlegenden Mechaniken, die im ganzen Spiel zum Lösen von Aufgaben angewandt werden müssen.

Beim Einsatz von Farbe und Verdünner wird dem Spieler freigestellt, ob er diese per Schultertasten (L für Verdünner und R für Farbe) oder per Touchscreen benutzt. Bei letzterer Steuerungsmöglichkeit muss man mit dem Finger lediglich den Bildschirm berühren und die Farbe/der Verdünner wird an diese Stelle gespritzt. Was von beiden eingesetzt wird, kann man durch berühren des jeweiligen Symbols auf dem Bildschirm auswählen.

Benutzt man die Variante mit den Schultertasten werden Farbe und Verdünner an die Stelle des Fadenkreuzes gespritzt, zumindest meistens. Denn bereits bei dieser grundlegenden Spielmechanik fallen die ersten schwächen des Spiels ins Auge. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen werden Farbe und Verdünner nämlich immer wieder in allen möglichen Richtungen verteilt, bevor der Strahl in Richtung des Fadenkreuzes abgeschossen wird. Dies ist vor allem in hitzigen Situationen impraktikabel, da man so natürlich auch seinen Vorrat an Farbe und Verdünner unnötig verbraucht.

Natürlich geht es in der bunten Welt nicht immer nett zur Sache und so trifft man auf seinen Abenteuern immer wieder auf unterschiedliche Feinde, die man mit dem magischen Pinsel bekämpfen muss. Während man die Gegner mit dem Verdünner auslöschen kann, stellen sie sich auf eure Seite, wenn ihr sie lange genug mit Farbe bespritzt. Manche Gegner müssen zuerst betäubt werden, um weiter mit ihnen verfahren zu können und die unterschiedlichen Bosse verlangen natürlich ganz eigene Strategien, um sie zu besiegen.

Neu ist, dass Mickey die ganze Zeit über von Oswald begleitet wird, wobei der Hase entweder vom Computer oder von einem menschlichen Mitspieler gesteuert wird. Oswald verfügt über eine Fernbedienung, die er prinzipiell gleich wie Mickeys Pinsel einsetzen kann um Gegner zu vernichten oder zu Freunden zu machen. Darüber hinaus verfügt Oswald auch über einen Elektroangriff mit dem er Gegner betäuben oder Konsolen in der Welt bedienen kann. Darüber hinaus kann der kleine Hase seine Ohren zu einem Propeller formen und für eine gewisse Zeit schweben. Dabei kann sich Mickey an seine Beine hängen um beispielsweise Abgründe zu überwinden.

Spielt man Epic Mickey 2: The Power of Two alleine und lässt den Computer die Steuerung über Oswald übernehmen, zeigen sich schnell schwächen. So kommt es oftmals vor, dass der Hase euch nicht folgt und irgendwo stehen bleibt. Dies ist vor allem dann lästig, wenn ihr Oswalds Fähigkeiten benötigt um weiterzukommen, der Hase aber nirgends zu sehen ist. In solchen Situationen wünscht man sich oft frei zwischen Mickey Mouse und Oswald wechseln zu können, damit man sich nicht ärgern muss. Beobachtet man seinen computergesteuerten Freund fällt auch schnell auf, dass die Pfadfindung nicht gerade die beste ist, sodass Oswald oftmals im Kreis läuft oder es nicht schafft auf einen kleinen Vorsprung zu springen.

Die Aufgaben, die man im Zuge der Geschichte erfüllen muss, sind größtenteils einfach und immer wieder gleich gestrickt. Man laufe an einen bestimmten Ort und befreie/sammle/besiege ein bestimmtes Objekt, um seine Reise fortsetzen zu können. Zusätzlich dazu kann man auch unterschiedliche Herausforderungen und Aufgaben von Toons annehmen und die Spielzeit so etwas verlängern. Meist bewegt man sich durch eine dreidimensionale Welt, doch betritt man einen Projektor oder einen D.E.K. Tunnel, die als Verbindung zwischen verschiedenen Orten dienen, wechselt man in eine zweidimensionale Perspektive und muss sich dort in guter Jump’n’Run Manier weiterbewegen.

Natürlich gibt es auch allerlei Dinge zu sammeln und so hinterlassen zerstörte Objekte oder Gegner mitunter Schrott, Geld, Farb- und Verdünnertöpfe, die eure Vorräte wieder auffüllen, sowie Stoffreste. Diese unterschiedlichen Währungen benötigt man für die Erfüllung verschiedener Aufgaben beziehungsweise um sie in den verschiedenen Läden auszugeben. Hier kann man sich unter anderem Lebensenergie, Farbtöpfe, Anstecker und Kostüme kaufen. Während Anstecker ebenfalls für verschiedene Aufgaben benötigt werden, kann man sich mit Kostümen verkleiden und von deren Eigenschaften profitieren.

Die grafische Präsentation von Epic Mickey 2: The Power of Two ist natürlich comichaft gehalten und zeichnet eine teilweise sehr bunte aber auch düstere Welt, die von euch mit Farbe gefüllt werden will. Vor allem die Comiczwischensequenzen wissen zu gefallen. Beim Sound kann man sich über eine solide deutsche Synchronisation freuen, wobei man sich auch auf Gesangseinlagen einstellen muss. Ansonsten plätschert die Hintergrundmusik meist vor sich hin ohne große Emotionen zu wecken.

Die Steuerung wurde prinzipiell gut an die PS Vita angepasst, wobei es hier grundsätzlich schwächen in der Umsetzung gibt. So ist die Kamera- und Fadenkreuzsteuerung nur suboptimal gelöst, da das Fadenkreuz in einem vordefinierten Bereich in der Mitte des Bildschirms frei bewegt werden kann, bevor auch die Kamera bewegt wird. Hier hätte dem Spiel eine Steuerung wie auch in Third Person Shootern sicherlich besser getan, da eine präzise Kamera- und Fadenkreuzführung so unnötig erschwert wird. Darüber hinaus ist auch die Kamera nicht immer optimal steuerbar, sodass man oftmals nicht wirklich sieht, wohin man gerade springt.

Fazit

Hinter Epic Mickey 2: The Power of Two mag zwar eine nette Idee stecken, doch scheitert das Spiel an der sehr schwachen Umsetzung. Als Spieler wird man von einer mühsamen Steuerung und bockigen Kamera auf die Probe gestellt. Zudem gibt es auch immer wieder Schwierigkeiten mit der Framerate wodurch das ganze Spiel nur noch sehr langsam reagiert. Weiter schwächen finden sich leider im computergesteuerten Kamerad Oswald, sowie in den immer gleichen Aufgaben.

Pro

  • Koop Modus

Contra

  • Repetitive Aufgaben
  • Kameraprobleme
  • Schlechte KI
  • Steuerung suboptimal umgesetzt

6/10

Über den Autor

Kilian R.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.