Bei allem was wir tun, arbeiten Teile unseres Gehirns daran, diese Tätigkeit zu koordinieren, auszuführen und gleichzeitig zu überwachen. Nichts, was der Mensch jemals tut – ob atmen, träumen oder eben pokern – geschieht ohne eine mehr oder weniger massive Arbeit der neuronalen Impulse im Gehirn. Das meiste passiert dabei völlig unbewusst und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle. Wir können unseren Händen zwar den Impuls geben, beim Turn das kleine Pärchen, das wir auf der Hand halten, abzulegen, weil wir uns denken, dass damit wahrscheinlich auch kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, aber was wir emotional dabei letztendlich empfinden, das entzieht sich unserer Kontrolle. So funktioniert das Gehirn normalerweise.

Das Pokerspiel findet im Gehirn statt

Das Pokerspiel ist ein komplexes Gerangel aus kühlen Entscheidungen der reinen Vernunft, die sich aus errechneten Chancen und der eigenen Spielerfahrung ergibt, und emotionalen Impulsen, die wiederum durch Wetteifer und ein egoistischen Sich-Am-Tisch-Behaupten-Wollen entsteht. Wirklich erfahrene Pokerspieler merken das sogar selbst bei sich, ganz ohne wissentschaftliche Forschung, mussten dafür aber viel Spielerfahrung sammeln, sich selbst dabei beobachten und hinterher ihr Spiel analysieren und reflektieren. Deshalb bleiben die langfristig erfolgreichen Spieler, vor allem die Profis, oft erstaunlich gelassen, wenn es am grünen Tisch so richtig zur Sache geht. Nur ganz bestimmte Spielertypen zeigen dann überhaupt eine emotionale Regung, was aber meistens nur zur persönlichen Taktik des einzelnen gehört. In ihrem Gehirn, sind Profispieler relativ ruhig. Interessanterweise herrscht gerade bei Poker-Anfängern ebenfalls relative Ruhe im Gehirn, was daran liegt, dass Sie nicht genug Wissen und Erfahrung bei diesem Spiel haben und ihre Chance gar nicht kennen und ihre Mitspieler auch überhaupt nicht beachten. Sie interessieren sich nur für ihre Karten. Letztendlich ist es für sie ein reines Spiel, was da gerade stattfindet, nichts weiter. Ihr Gehirn bekommt von der Komplexität der Situation noch gar nichts mit. Dagegen trifft es die Amateurspieler am härtesten – ihr Gehirn hat das Pokern so weit internalisiert, dass es mitdenkt und neuronal feuert, was das Zeug hält, können sich gleichzeitig aber emotional noch nicht beherrschen. Das erzeugt einen enormen Stress im Gehirn und deshalb werden so wenige von den Amateurspielern letztendlich auch zum wahren Profi. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.yourbrainonpoker.com/de

Ein EEG-Kopfhörer für das Gehirntraining verbessert das Pokerspiel

Nun hat die Forschung eine Wunderwaffe gegen die Überlastung des Gehirns beim Pokern auf den Markt geworfen. In Form eines Headsets kann sich der Pokerspieler seine Gehirnaktivität per synchron aufgezeichneten EEG nun selber ansehen. Man fragt sich an dieser Stelle natürlich, was er davon hat und wie das sein Spiel verbessern soll. Ganz einfach: dadurch, dass der Spieler sieht, an welcher entscheidenden Stelle sein Gehirn im Spiel quasi in Panik ausbricht – was nichts anderes heißt, als dass er die nötige Konzentration verliert, um mit den wirklichen Profis am Tisch mithalten zu können – kann er sich mit einfachen psychologischen und autosuggestiven Tricks dazu trainieren, in Zukunft auch an diesen Stellen, sein Gehirn zu beruhigen, damit es konzentriert bleibt. Das ist wie bei einer Panikattacke – wenn diese kommt, werden die Betroffenen dazu angewiesen, ihre Atmung zu kontrollieren und so den Körper wieder zu beruhigen. Beim Gehirn funktioniert das zum Beispiel mit schönen Erinnerungen an einen Urlaub oder durch die Imagination einer weiten Landschaft. Fällt einen Pokerspieler dank des EEG-Kopfhörer also auf, dass sein Gehirn in bestimmten Spielsituationen in Panik gerät, trainiert er es, sich wieder zu beruhigen beziehungsweise gar nicht erst in Panik zu geraten.

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Über den Autor

Konrad

Mein Name ist Konrad Lyzczarz, ich bin Herausgeber von Nextgen.at, bin 32 Jahre alt und wohne in Wien!

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