Der Publisher Namco Bandai bringt mit dem japanischen Entwicklerteam Artdink einen neuen Dragon Ball Titel auf den Markt. Nach einer eher müden und ernüchternden Umsetzung von Dragon Ball Z: Ultimate Tenkaichi hat man neuen Entwicklern die Chance gegeben, ein solides Game aus dem Dragon Ball Universum zu zaubern. Dragon Ball Z: Battle of Z sollte dieses Game werden, aber leider erkennt man auch hier einige Macken und nur wenig Gutes. Näheres erfährt ihr in unserem Test. Der Titel ist für die PS3, PS Vita und Xbox 360 erhältlich (Xbox 360 Version getestet).

Der Start wurde schon mal prima gemeistert, denn sobald man die Konsole einschaltet, wird man von einer schönen Anime-Sequenz begrüßt, die einen vielversprechenden Titel andeuten könnte. Die Spielgrafik ist jedoch den Wurzeln treu geblieben und wird optisch durch einen Cel Shading Look dargestellt, der prima zum Dragon Ball Universum passt und so wurden auch einige grafische Schwächen intelligent kaschiert.

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Dragon Ball Z: Battle of Z bietet leider nur drei Spielmodi an. Zum einen gibt es natürlich einen Story-Modus gefolgt von Online-Koop und Online-VS. Leider hat man aus unverständlichen Gründen komplett auf einen lokalen Multiplayer Modus verzichtet, der mit Sicherheit zu den beliebteren gehört. Einen spaßigen Multiplayer Abend kann man also nur noch im Online-Modus bestreiten.

Der Story-Mode ist in die verschiedenen Ären des Dragon Ball Universums unterteilt. Beispielsweise gibt es die Sayajin-Saga, die Freezer-Saga, die Cell-Saga und die Boo-Saga. Das Durchspielen der Story hat bei mir knappe 13 Stunden gedauert und dies geht für ein Beat-em-Up völlig in Ordnung. Bemerkenswert ist auch das man fast die ganze Zeit beim Kämpfen verbringt, da die Anime-Sequenzen eher selten vorkommen und kurz sind. Generell hat man sich bei der Vermittlung der Story eher wenig Gedanken gemacht, denn die meisten Inhalte werden über kurze Textpassagen vermittelt und jeder der nicht die Geschichte von Dragon Ball kennt, könnte schon nach kurzer Zeit den Faden verlieren (teilweise trägt man sogar Kämpe mit Charakteren aus, die im originalen Manga nicht so stattgefunden haben). Nach einem erfolgreichen Kampf erhält man Karten die man in die Charakterentwicklung stecken  kann und somit lassen sich die Stärken individuell gestalten. Hat man einen Fernkämpfer sollte man in ganz andere Punkte investieren als bei einem Nahkämpfer.

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Das Kampfsystem bietet die größten Neuerungen und spielt sich deutlich besser als noch beim Vorgängertitel. Es gibt verschiedene Nah- und Fernkampfattacken und wie es mittlerweile bei Dragon Ball Titeln üblich ist, kann man auch fliegen. Das spaßigere an den ganzen Kämpfen sind natürlich die Spezialaktionen und Superangriffe, die bei jedem Charakter unterschiedlich sind (teilweise sehen die aber sehr ähnlich aus). Klasse finden wir es auch, dass man sich mit satten 70 Charakteren messen kann. Bei der Zahl wurde ein wenig geschummelt, denn beispielsweise bei Son Goku wird jede Super Saiyajin Form einzeln berücksichtigt und die Transformation während eines Kampfes ist auch nicht möglich. Trotz der Verbesserung zum Vorgänger ist das Kampfsystem ziemlich eintönig und Aktionen wiederholen sich zu häufig. Dadurch kann es passieren, dass man immer die gleiche Strategie fahren muss, um einen Kampf zu gewinnen und diese repetitive Vorgehensweise könnte das Spiel schnell uninteressant werden lassen.

Das Hauptaugenmerk und Hauptfeature bleibt natürlich der Mehrspielerkampf, in dem man viel mehr taktischen Spielraum hat als bei einem gewöhnlichen Zweikampf. Da man oft gegen mehrere Gegner antreten muss, kommt die Hilfe genau recht. Man merkt förmlich, dass der Titel auf diese Multiplayer Elemente ausgelegt ist, obwohl die KI manchmal sehr merkwürdig reagiert und trotz der Befehle ihren eigenen Kopf hat. Die taktischen Möglichkeiten kann man je nach Gegner anpassen und beispielsweise kann man einen Gefährten zum Heilen verwenden, zwei kümmern sich um den Fernkampf und beschießen die Gegner und einer kümmert sich um heftige Nahkampfangriffe. Speziell mit drei menschlichen Mitspielern macht der Multiplayer-Kampf einen besonderen Reiz aus.

Das Steuern der Spieler aus der Third Person Perspektive kennen wir ja schon aus einigen Dragon Ball Games, aber die teilweise merkwürdigen Kameraperspektiven wurden keineswegs verbessert. So kann es leicht mal passieren, dass man mit der Umgebung wortwörtlich verschmilzt und die Kamera einen erst mal wieder finden muss. Ansonsten fuchst man sich sehr schnell mit der Steuerung ein, auch wenn man ansonsten eher 2D Prügler gewohnt ist, dürfte die Umstellung keine großen Schwierigkeiten bereiten.

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Fazit

Dragon Ball Z: Battle of Z hinterlässt einen kleinen Lichtschimmer am Horizont des Dragon Ball Universums. Trotz einiger Schwächen, die noch immer nicht behoben wurden, wie die gewöhnungsbedürftige und teilweise fehlerhafte Kameraführung, kann sich der Titel sehen lassen. Am Kampfsystem wurde ordentlich gefeilt und die Vielzahl an Charakteren lässt das Fan Herz höher schlagen. Einen kleinen Dämpfer hinterlässt die magere Story, die nur mühsam und meist in kurzer Dialogform vermittelt wird. Der neue Multiplayeransatz hat mir auch sehr gut gefallen, aber man hätte einen lokalen Mehrspieler Modus auch gerne gesehen. Leider ist auch dieser Titel für Fans gedacht und wird andere Spieler nur schwer erreichen.

Pro

  • Mit japanischer Sprachausgabe
  • 70 Charaktere
  • Spaßiger Onlinemultiplayer
  • Nette Cel Shading Optik

Contra

  • Story wird nicht wirklich vermittelt
  • Teilweise fehlerhafte Kameraführung
  • Keine lokaler Multiplayer
  • Keine Transformationen während einem Kampf

6,5/10

Über den Autor

Anel.K

Mein Name ist Anel Kubat, ich wohne in Salzburg und bin Redakteur bei nextgen.at. Ich mag so ziemlich alle Arten von Games, doch am liebsten spiele ich RPGs.

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