Das vom amerikanischen Entwicklerstudio HumaNature Studios entwickelte Doki-Doki Universe ist seit ein paar Tagen im PlayStation Store für PlayStation 3, PlayStation Vita und PlayStation 4 erhältlich. Was es mit dem bizarr anmutenden Titel auf sich hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Ihr schlüpft in die Rolle des Roboters QT377665, oder kurz QT3 genannt, der von seiner Familie zusammen mit seiner Freundin Balloon auf einen Asteroiden gebracht wurde, wo er darauf warten sollte, bis sie wiederkommen. Als ein kleiner grüner Alien namens Alien Jeff vorbeikommt, stellt sich heraus, dass ihr dort bereits 32 Jahre auf eure Familie wartet und dass eure Modellreihe zurückgerufen und verschrottet werden soll. Ihr könnt diesem Schicksal nur entgehen, indem ihr Alien Jeff beweist, dass ihr genügend Menschlichkeit besitzt. Und so beginnt eine Reise durch das Universum, um mehr über diese „Menschlichkeit“ herauszufinden.

Der Ausgangspunkt eurer Reise ist euer Heimatplanet auf dem eure Freundin Balloon, sowie ein Wissenschaftler, der eure Persönlichkeit untersucht, auf euch warten. Von hier aus könnt ihr das gesamte Universum besuchen, wobei der erste Weg zum Tutorial Planeten führen sollte, wo man alles Wissenswerte über das Spiel erfährt. Ihr könnt euch frei über die verschiedenen Planeten bewegen und mit den dort ansässigen Charakteren interagieren. So könnt ihr mit ihnen sprechen, euch Informationen über sie ansehen, beispielsweise welche Vorlieben oder Ängste sie haben, oder ihnen Objekte herbeizaubern.

Darüber hinaus könnt ihr Umgebungsgegenständen aufheben, um dahinter versteckte Geschenke zu erhalten. In diesen Geschenken befinden sich verschiedene Objekte und Dekorationen, die man in weiterer Folge für die Erfüllung von Aufgaben benötigt oder mit denen man einfach seinen Heimatplaneten dekorieren kann. Unglücklicherweise wird die Navigation durch all diese Gegenstände immer mühsamer, je mehr man davon gesammelt hat. Öffnet man das entsprechende Menü werden 20 Gegenstände angezeigt und man hat lediglich die Wahl sich zufällige neue oder ähnliche dem aktuell ausgewählten anzeigen zu lassen.

Auf eurer Reise durch das Universum warten verschiedenste Planeten auf euch, die jeweils einem anderen Thema unterliegen und verschiedene Lektionen in Sachen Menschlichkeit vermitteln. Durch Gespräche mit den Einwohnern erfahrt ihr von deren Problemen, Sorgen oder Ängsten und müsst verschiedene Aufgaben bewältigen, die sich jedoch sehr ähneln und oftmals wiederholen. So tragen euch Charaktere beispielsweise auf mit einem bestimmten anderen Bewohner zu sprechen oder ihnen einen bestimmten Gegenstand herbeizuzaubern.

Je nachdem wie ihr euch gegenüber den anderen verhaltet, und abhängig von deren Vorlieben und Ängsten, ändert sich die Einstellung der Charaktere zu euch. So können sie euch Lieben oder abgrundtief hassen. Wie eine Person euch gegenüber eingestellt ist, erfährt man ebenfalls in der bereits erwähnten Informationsübersicht. Viele Charaktere halten ebenfalls Geschenke für euch bereit wenn sie sich zu einem der beiden Extreme auf der Gefühlsskala bewegen. Oftmals werden diese Geschenke für Aufgaben auf dem gleichen Planeten benötigt.

Durch das Abschließen von Aufgaben erhaltet ihr mitunter Erfahrung und Staubhasen. Erstere lässt euch im Level aufsteigen, wodurch ihr neue Dekorationen, Gegenstände, Avatare oder Rösser (euer „Fluggerät“ durch das Universum) freischaltet. Die Staubhasen benötigt ihr zum Herbeizaubern der Gegenstände. Praktischerweise fliegen auch im All Geschenke gefüllt mit Staubhasen herum, sodass man sich keine Sorgen machen muss, sollte der Zähler einmal auf null sinken.

Neben den verschiedenen Planeten finden sich im Universum auch Asteroiden, die sich jeweils als ein Persönlichkeitsquiz herausstellen. Anhand der Antworten auf die gestellten Fragen erfahrt ihr mehr über euch selbst und der Therapeut auf eurem Heimatplaneten erstellt im Laufe des Spiels immer wieder aktuelle Profile. Die Fragen sind dabei meist sehr abstrakt, sodass man das Ergebnis kaum beeinflussen kann.

Das Spiel bietet auch die Möglichkeit sich mit Freunden auszutauschen, Nachrichten auf Facebook zu posten oder gar die Welten seiner Freunde zu besuchen, um dort mehr über deren Persönlichkeit herauszufinden.

Passend zur ungewöhnlichen Spielidee zeigt sich auch die Grafik, die in 2D gehalten ist und mit handgezeichneten Grafiken aufwarten kann. Trotz der minimalistischen Darstellung werden die verschiedenen Animationen und Emotionen der Charaktere gekonnt dargestellt. Und wie lässt sich ein derart tiefsinniges Gebiet wie die Erforschung der Menschlichkeit besser aufheitern, als mit bunten und lustigen Grafiken.

Fazit

Doki-Doki Universe ist sicherlich kein Spiel für jedermann. Angefangen bei der ungewöhnlichen Grafik bis hin zur außergewöhnlichen Thematik, sucht das Spiel seines gleichen. Doch auch wenn sich die Aufgaben wiederholen und wenig Abwechslung bieten, schafft es Doki-Doki Universe, dass man weiterspielen möchte. Und wenn man sich darauf einlässt, dann bringt das Spiel einen auch zum nachdenken und zeigt einem vielleicht sogar neue Seiten an sich selbst auf.

Pro

  • Ungewöhnliches Spielkonzept
  • Liebevoll gestaltete Grafiken
  • Geschichte mit philosophischem Hintergrund
  • Interessante Persönlichkeitstests

Contra

  • Wenig abwechslungsreiches Gameplay
  • Läuft nicht immer ganz flüssig
  • Mühsame Suche von Gegenständen

7,5/10

Über den Autor

Kilian R.

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