Deception IV: Blood Ties ist der fünfte Teil der Deception-Reihe, die 1996 von Tecmo ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich hierbei um ein Strategie-RPG bei dem man in die Rolle der Bösen schlüpft und herannahenden Helden mit Hilfe von taktisch platzierten Fallen den Garaus macht.

Die Geschichte dreht sich um Laegrinna, die Tochter des Teufels, die aus einem Fragment seiner Seele erschaffen worden ist. Vor 3000 Jahren wurde der Teufel von 12 Kriegern, bekannt als die Saints, besiegt und mit Hilfe von den heiligen Versen versiegelt. Danach wurden die Verse in zwölf Teile geteilt und jedem der Krieger wurde einer zugesprochen, die sie in weiterer Folge an ihre Nachfahren weitergaben. Laegrinna wird nun damit beauftragt die heiligen Verse von den Nachfahren der Krieger zu erbeuten und das Siegel, das ihren Vater gefangen hält, zu brechen. Dabei wird sie von den drei Dämoninnen Caelea, Veruza und Lilia unterstützt.

Das grundlegende Gameplay ist denkbar einfach: man platziere Fallen, locke Gegner hinein und löse die Fallen aus, um möglichst viel Schaden zu verursachen. Doch so einfach das ganze klingt, so schwierig kann es im späteren Verlauf des Spiels auch sein. Bevor man sich in das Abenteuer stürzt empfiehlt sich ein Blick in die Einführung, in der in verschiedenen kleinen Missionen alle wichtigen Informationen zum Umgang mit Fallen und Gegnern erläutert werden.

Grundsätzlich steuert man Laegrinna direkt durch die 3D-Umgebung. Per Druck auf die Kreis-Taste erhält man Zugriff auf das Baumenü, in dem man Fallen platzieren kann. Zu Beginn des Spiels kann man hier lediglich bis zu drei Fallen zugleich einsetzen, wobei man immer darauf achten sollte diese möglichst so zu platzieren, dass man eine Kombination damit auslösen kann, um möglichst viel Schaden zu verursachen. Beispielsweise kann man einen Gegner auf eine Bodenfalle locken, die ihn zur nächsten Falle schleudert, bei der ihm ein Kürbis auf den Kopf fällt und er in der gleichen Richtung weitertorkelt, um schlussendlich von der letzten Falle aufgespießt zu werden.

Da die Zeit still steht während man sich im Baumenü befindet, kann man sich die Zeit nehmen, die man braucht, um eine möglichst effektive Fallenkombination aufzubauen. Dabei gilt es darauf zu achten, wo man die verschiedenen Fallen einsetzen kann. So sind diese in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die gleichzeitig ihren Einsatzort bestimmen. Wandfallen können beispielsweise nur an Wänden angebracht werden, während Deckenfallen beinahe überall im Raum platziert werden können.

Darüber hinaus können die Fallen auch noch über unterschiedliche Zusatzeffekte verfügen, die einen Gegner beispielsweise für eine kurze Zeit bewegungsunfähig machen oder ihn gar in Brand setzen. All diese Eigenschaften gilt es zu berücksichtigen, wenn ihr Fallen für die unterschiedlichen Gegner aufbaut. Manche von ihnen verfügen nämlich über Resistenzen, wodurch sie bestimmten Fallentypen einfach ausweichen oder gegen gewisse Eigenschaften immun sind. Um die Resistenzen gegen Fallentypen zu umgehen, müssen sie in eine Kombination gelockt werden. Einmal darin gefangen, können sie den Fallen nicht mehr ausweichen.

Andere Gegnertypen wiederum verfügen über eine starke Rüstung und können dadurch von gewissen Fallentypen nicht verletzt werden, bevor die Rüstung nicht zerstört wurde. Dies bewerkstelligt man, indem man die Schwachpunkte des Gegners in einer Kombination ausnützt und somit die Rüstung zum Bersten bringt. Danach ist es meist ein Kinderspiel den einst so starken Gegner zu vernichten. Schafft man es einem Gegner genügend Lebenspunkte abzuziehen, sodass sein Lebensenergiebalken rot ist, kann man ihn auch fangen. Dazu muss man ihn in einen Käfig verfrachten, natürlich durch den Einsatz von Fallen.

Neben euren eigenen Fallen gibt es auch noch sogenannte Stufen-Fallen, die in den jeweiligen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen und in die eigenen Kombinationen miteinbezogen werden können. Da diese jedoch einen fixen Platz oder eine vorgegebene Route haben, muss man seine Planung an diese anpassen, will man sie benutzen.
Sowohl die eigenen als auch die Stufen-Fallen sind einem von drei Foltermethoden, Rafinesse, Sadismus oder Blamage, zugeordnet. Für jeden Einsatz erhält man Punkte der entsprechenden Methode, mit denen neue Fallen freigeschaltet werden können. Darüber hinaus erhält man einen bestimmten Anteil der erteilten Schadenspunkte als Ark auf sein Konto gutgeschrieben. Diese Ark dienen als Währung mit der man neue Fallen, Fähigkeiten und Kostüme kaufen kann.

Laegrinna kann bis zu zwei dieser Fähigkeiten ausrüsten und im „Kampf“ einsetzen. Denn einer der wichtigsten Aspekte im Spiel ist natürlich die eigene Sicherheit, da euch nicht nur die Gegner ans Leder wollen, sondern man selbst auch von allen Fallen verletzt werden kann.
Neben dem Story-Modus finden sich auch noch verschiedene Missionen, die man durch das Spielen von ersterem freischaltet. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit eigene Prüfungen zu erstellen und diese mit anderen Spielern zu teilen. Oder man versucht sich an Prüfungen, die sich andere Spieler ausgedacht haben.

Grafisch kann Deception IV: Blood Ties nicht mit aktuellen Top-Titeln mithalten. Dennoch finden sich schön gezeichnete 2D-Grafiken, die in den Zwischensequenzen zum Einsatz kommen, und stimmungsvolle Umgebungen. Etwas problematisch ist teilweise jedoch die Kameraführung, die vor allem im Baumenü das Planen ab und zu erschwert. Beim Sound warten eine japanische Synchronisation sowie nette Umgebungsmusik und passende Soundeffekte auf euch.

Fazit

Deception IV: Blood Ties gehört in die Spart der besonderen Spiele, die einen überraschen können, wenn man sich derer annimmt. Durch die Vielzahl verschiedener Fallen und die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten, bieten sich unzählige Möglichkeiten die heldenhaften Kontrahenten auszuschalten und sich am köstlichen schwarzen Humor zu laben. Fans der Serie können problemlos zugreifen, aber auch andere Spieler, vor allem Freunde von Strategie-RPGs, sollten einen Blick riskieren und sich diesen Mix aus Strategie, Sadismus und schwarzem Humor genauer ansehen.

Pro

  • Verschiedenste Fallen
  • Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten
  • Schwarzer Humor
  • Herausfordernde Missionen
  • Erstellen eigener Herausforderungen

Contra

  • Teilweise suboptimale Kamera
  • Grafik nicht am neuesten Stand der Technik
  • Schwache KI bei Standardgegnern

6,5/10

Über den Autor

Kilian R.

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