Es gibt nur sehr wenige Titel, bei denen ich mich schon Monate vor dem Release auf den Erscheinungstag freue, doch Dark Souls II gehört eindeutig zu diesen Spielen. Demon’s- und Dark Souls habe ich förmlich verschlungen und beide Teile mehrmals und mit verschiedenen Klassen durchgespielt, deshalb freute ich mich umso mehr auf einen neuen Ableger der Serie. Der Titel erschien bei uns am 14.03.2014 für Xbox 360 und PS3 und wurde vom japanischen Entwicklerteam From Software entwickelt. Die PC-Version folgt am 25.04.2014 und ist somit auch in einigen Tagen erhältlich.

Demon’s Souls spielte im Königreich Boletaria und Dark Souls in Lordran, aber auch der neueste Ableger Dark Souls II findet sich in einer neuen Welt wieder. Hier startet der Spieler in Drangleic und versucht den Fluch der Untoten zu brechen. Auch wenn das Spiel schon einige Tage auf dem Buckel hat, möchte ich keine Story-Details spoilern, denn viel interessanter ist die Art und Weise wie die Geschichte vermittelt wird. Die Souls-Reihe kommt fast komplett ohne Cutscenes aus, doch wie wird dem Spieler die Story vermittelt? Einen Großteil erfährt man durch die Dialoge mit den zahlreichen NPCs, die immer wieder spannende Geschichten aus der Vergangenheit Drangleics erzählen. Noch spannender finde ich die Waffenbeschreibungen, denn fast jede Waffe hat Ihre eigene Geschichte und man sollte das Inventar stets im Auge behalten.

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Schon zu Beginn von Dark Souls II steht eine wichtige Entscheidung an, denn wie in den anderen Souls-Spielen, kann man auch hier eine Charakterklasse wählen. Man sollte sich genau überlegen welchen Stil man spielen möchte und den Charakter mit den passenden Werten aussuchen. Auch in diesem Teil kann man nicht alle Werte verstärken und deshalb sollte man sich seinen finalen Charakter Build schon früh genug überlegen. Leider sind einige Startklassen weggefallen und man hat nicht soviel Auswahlmöglichkeiten wie beim ersten Dark Souls.

  • Der Krieger hat schon am Anfang einen hohen Stärke- und Beweglichkeitslevel. Möchte man einen Dex- oder Panzer-Build erschaffen, ist der Krieger eine gute Wahl.
  • Der Ritter hat die meisten HP-Punkte und somit den längsten Lebensbalken von allen und auch die Rüstung hält besser gegen feindliche Angriffe.
  • Der Schwertkämpfer führt in beiden Händen jeweils eine Waffe (mit Schild fühlt man sich schon sicherer) und hat den höchsten Dex-Level.
  • Der Bandit hat gleich zu Beginn einen Bogen und Pfeile dabei und kann somit schon am Anfang mit Fernkampf punkten.
  • Der Kleriker hat die meisten Levelpunkte in der Kategorie Willen verbaut und kann damit Wunder wirken. Auch kleinere Waffen sind schon benutzbar, da der Stärkelevel auch nicht zu klein geraten ist.
  • Der Zauberer hat eine hohe Intelligenz und kann den Seelenpfeil abfeuern, der den Gegnern schon mächtig einheizt.
  • Der Erkunder hat keinen Wert auffallend hoch angesetzt, hat aber sehr viele nützliche Items dabei (zum Beispiel zum Heilen).
  • Der Bettler hat den niedrigsten Seelenlevel und kann somit am schnellsten aufsteigen. Das gute beim Bettler ist es, dass er fast nackt startet und die Ausrüstung und Waffen erst finden muss.

Die Levelpunkte, die man später mit den hart verdienten Seelen erreichen kann, lassen sich im späteren Spielverlauf wiederrufen und neu aufteilen. Dazu wird jedoch ein Item benötigt, das nur in begrenzter Stückzahl gefunden werden kann. Allgemein wurde der Titel einsteigerfreundlicher gestaltet, denn ein Tutorial-Level führt den Spieler sachte in das Geschehen ein und wenn man den gleichen Gegner öfter besiegt, taucht dieser nicht mehr auf. Es gibt aber einen Gegenstand, der die Kontrahenten stärkt und verschwundene Gegner wieder zurückbeamt.

Die Spielmechanik ist der Serie zwar treu geblieben und doch finden sich einige Änderungen, die das Spielgeschehen verändern. Es gibt weiterhin starke und normale Angriffe, man kann seine Waffe ein- oder zweihändig führen, es gibt eine Sprungattacke und man kann bei manchen Gegnern einen Repost bzw. Backstab durchführen. Da hätten wir auch schon die erste Neuerung, denn führte man bei den älteren Souls-Spielen einen Backstab aus, konnte man während der Ingame-Sequenz keinen Schaden nehmen. Bei Dark Souls II ist man während der Attacke nicht mehr geschützt und ein Backstab kann sogar unterbrochen werden. Auch wenn man gerade am Boden liegt oder aufsteht ist man vor den Gegnern nicht mehr sicher.

Beim ach so wichtigen Lebensbalken müssen die Spieler auch gravierende Unterschiede zum Vorgänger in Kauf nehmen. Die Entwickler sind nämlich nicht so großzügig wie bei Dark Souls gewesen und man muss in vielen Situationen mit weniger Lebenspunkten und weniger Heilmittel auskommen. Zu Beginn hat man nur eine Estus-Flakon-Flasche, die dazu benötigt wird, um sich zu heilen. Diese Flasche wird immer beim Bonfire wieder aufgefüllt. Im späteren Verlauf findet man Estus-Flakon-Scherben, die die Anzahl der Flaschen permanent erhöhen. Dafür gibt es jetzt zusätzlich Prismasteine, die immer wieder von Gegnern gedroppt werden und die man gut farmen kann. Das besagte Item regeneriert den Lebensbalken zwar viel langsamer als eine Estus-Flasche, aber dafür stetig und über einen längeren Zeitraum.

In Dark Souls II gibt es zwei Formen, in denen der Spieler Drangleic erkunden kann. Man kann entweder ein Mensch oder ein Hollow sein. Sobald man einmal stirbt rennt man als Untoter herum und bei jedem weiteren Ableben sinkt der Lebensbalken ein bisschen. Man kann nur wieder menschlich werden, indem man den Gegenstand Menschenbild anwendet oder anderen Spielern hilft.

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Optisch wirkt der Titel um einiges schöner als die Vorgängerteile. Klar hätte man grafisch noch einiges rausholen können, aber das Spiel hat ein anderes Hauptaugenmerk und zwar das Gameplay. In den ersten Trailern wurde ein wenig geschummelt, denn wenn man die Schauplätze der Trailer mit den jetzigen Orten vergleicht, bemerkt man, dass die tatsächlichen Umgebungen deutlich detailarmer geworden sind. Nichtsdestotrotz finde ich die Welt sehr schön und etwas freundlicher als in Dark- oder Demon’s Souls.

Was auch seinen Beitrag zum fantastischen Gameplay leistet, ist der nicht vorhandene Sound. Man stampft durch triste und düstere Gebiete und plötzlich hört man ein metallisches Geräusch. Steht ein Kampf bevor oder habe ich eine Falle ausgelöst? Es könnte alles Mögliche sein. Nur an gewissen Orten oder bei Bosskämpfen ertönen imposante Soundtracks, die einen erschreckenden Effekt auf den Spieler haben. Doch es gibt auch freundliche Melodien, die man gerne wieder hört. Zum Beispiel die melancholische Musik in Majula, die immer ertönt, wenn man sich dort befinden.

Eine weitere Stärke der Souls Reihe bleibt auch erhalten, denn der online-Modus funktioniert besser als je zuvor. Man kann anderen Spielern gegen Bosse helfen und somit zusätzliche Seelen erhalten. Es gibt verschiedene Covenants, denen man beitreten kann und die perfekt für online-Spieler abgestimmt sind. Invadet wird man leider nicht mehr so häufig, da es bislang noch keinen richtigen invade-Covenant gibt und der Gegenstand, der dazu benötigt wird, auch nicht leicht zu finden ist.

Auch bei Dark Souls II könnte hinter jedem Schritt etwas lauern. Man bewegt sich so langsam nach vor, wie bei keinem anderen Spiel, denn jeder Stein oder jede unscheinbare Wand, könnte den Tod bedeuten. Aber für jedes bestandene Hindernis wird man belohnt und findet danach eine neue Waffe oder einen anderen nützlichen Gegenstand. Deshalb habe ich auch selten so einen Erkundungsdrang bei einem Spiel, wie bei Dark Souls II.

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Fazit

Dark Souls II ist genau der Titel, den ich mir von From Software gewünscht habe. Meine Erwartungen waren sehr hoch und ich hatte förmlich Angst enttäuscht zu werden, aber diese Ängste waren unberechtigt. Teilweise kommt mir das Spiel etwas leichter vor als die beiden Vorgänger-Teile, doch dies kann auch daran liegen, dass ich die ersten beiden Titel schon öfter durchgespielt habe. Drangleic kommt mir etwas größer vor als Lordran oder Boletaria und deshalb gab es auch mehr zu entdecken. Die Welt ist leider nicht mehr so verbunden wie beim ersten Dark Souls und durch die Bonfire-Teleporte, die schon zu Beginn möglich sind, erspart man sich so einige Tode. Optisch hat Dark Souls II auch etwas Luft nach oben, aber diese Schwäche wird durch das fantastische Gameplay, mit der düsteren Stimmung, ausgebügelt. Das sachtere Tutorial könnte Anfängern den Einstieg erleichtern. Das Spiel ist für mich das Beste was wir 2014 so serviert bekommen haben und weitere Titel, die in diesem Jahr noch erscheinen, werden es schwer haben, Dark Souls II zu übertrumpfen.

Pro

  • Grandiose Stimmung
  • Düsterer Sound
  • Tolles Kampfsystem
  • Viele Bosskämpfe
  • Sehr viel zu entdecken
  • Story wird durch NPCs und Waffenbeschreibungen vermittelt
  • Riesige Spielewelt
  • Bestes NG+ der gesamten Spielereihe

Contra

  • Technische Schwächen
  • Fackeln werden kaum benötigt
  • Gegner verschwinden nach mehreren Toden
  • KI teilweise verwirrt

9,5/10

Über den Autor

Anel.K

Mein Name ist Anel Kubat, ich wohne in Salzburg und bin Redakteur bei nextgen.at. Ich mag so ziemlich alle Arten von Games, doch am liebsten spiele ich RPGs.

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