Danganronpa: Trigger Happy Havoc erschien 2010 für die PlayStation Portable und ist nun als überarbeitete Version auch für die PS Vita erhältlich. Es handelt sich dabei um eine Visual Novel im Krimiformat, die mit einer recht bizarren Geschichte aufwarten kann.

Die Geschichte dreht sich um Makoto Naegi, der auf die hochangesehene Schule Hope’s Peak Academy kommt, auf der sich nur ultimative Menschen aus allen Bereichen, beispielsweise Sport, Literatur oder Wirtschaft, befinden. Es heißt, wer diese Schule abschließt, hat für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Da Makoto am ersten Schultag zu früh dran ist, beschließt er sich etwas umzusehen. Doch plötzlich verliert er sein Bewusstsein um Stunden später in einem Klassenzimmer wieder aufzuwachen. Sofort stellt er fest, dass sich etwas verändert hat. Alle Fenster sind mit dicken Metallplatten verrammelt und überall befinden sich Überwachungskameras.

Verwirrt macht er sich auf den Weg zur Haupthalle, wo er auf 14 weitere Schüler trifft, denen das gleiche wiederfahren ist. Nun sind sie alle zusammen gefangene in der Hope’s Peak Academy. Kurz darauf stellt sich der Schulleiter, ein bizarrer Bär, als Monokuma vor und eröffnet den Versammelten die einzige Möglichkeit aus dieser Schule zu entkommen: sie müssen ihren Abschluss machen. Anders als auf anderen Schulen bedeutet dies jedoch, dass sie einen ihrer Mitschüler töten und mit dem Verbrechen davonkommen müssen.

Mit diesen Aussichten wird man ins Spiel entlassen und muss nun einen Weg finden, aus der Schule zu entkommen beziehungsweise zu überleben. Natürlich wehren sich alle Beteiligten dagegen, jemanden zu ermorden, doch sorgt Monokuma schon bald dafür, dass jeder Einzelne ein Motiv hat einen Mord zu begehen.

Jedes Kapitel ist in drei Teile aufgeteilt, wobei zu Beginn immer das Daily Life steht in dem die Story vorangetrieben wird. Außerdem hat man seiner Freizeit auch die Möglichkeit die Schule frei zu erkunden. Dabei steuert man Makoto aus der First Person Ansicht durch die Schulflure, wobei man mittels Fadenkreuz mit den verschiedenen Charakteren und Gegenständen interagieren kann. Betritt man einen Raum wechselt die Perspektive auf 2D und man kann diesen mit dem Fadenkreuz erkunden. Untersucht man gewisse Gegenstände findet man immer wieder Monomünzen, mit denen man im schuleigenen Shop Items erwerben kann.

Diese dienen als Geschenke, die man seinen Mitschülern machen kann, wenn man etwas Zeit mit ihnen verbringt. Dadurch stärkt man die Bande zu dem jeweiligen Menschen, wodurch man neue Skills und SP freischaltet, die man im weiteren Verlaufe des Spiels verwenden kann.

Der zweite Teil des Kapitels nennt sich Deadly Life und tritt in Kraft, sobald ein Leichnam von drei Schülern gesehen wurde. Ab diesem Zeitpunkt geht es darum Beweise zu finden wie der Mord stattgefunden und wer das Verbrechen begangen hat. Dabei gilt es die verschiedenen Räumlichkeiten, den Tatort und natürlich auch den Leichnam selbst genauestens zu untersuchen. Dadurch und durch das Sprechen mit den Mitschülern sammelt man wichtige Hinweise, die als sogenannte Truth Bullets gespeichert werden.

Diese wiederum benötigt man für den dritten Teil eines Kapitels, der den Hauptteil des Spiels ausmacht, und Class Trial genannt wird. In einem solchen Class Trial müssen sich die Schüler entscheiden, wen sie als Mörder beschuldigen. Entlarven sie den Verbrecher, so wird nur dieser (mit dem Tode) bestraft. Entscheiden sie sich jedoch für den falschen, so werden alle anderen bestraft und der Mörder kann seines Weges ziehen. Bevor man sich dieser Aufgabe stellt, kann man freigeschaltete Skills zuweisen, die das Leben während eines Class Trials erleichtern.

Ein Class Trial besteht hauptsächlich aus vier verschiedenen Gameplaymechaniken, Nonstop Debate, Hangman’s Gambit, Bullet Time Battle und Closing Argument, wobei die Nonstop Debate am häufigsten vorkommt. Dabei tun die Charaktere automatisch ihre Gedanken zum aktuellen Fall kund, wobei mögliche Schwachpunkte in ihren Ausführungen gelb markiert sind. Nun gilt es diese Schwachpunkte mit der richtigen Truth Bullet zu beschießen, um die Aussage zu wiederlegen und der Lösung des Falls näher zu kommen. Im Laufe des Spiels werden die Debatten schwieriger, in dem mehr mögliche Schwachpunkte hinzukommen oder man eine getätigte Aussage als Truth Bullet in der aktuellen Diskussion verwenden muss.

In Hangman’s Gambit gilt es das Wort eines Anhaltspunktes zu erraten, indem man auftauchende Buchstaben abschießt. Im Bullet Time Battle sieht man sich einer direkten Konfrontation mit einem seiner Mitschüler gegenüber und muss dessen Argumente in einem Rhythmusspiel außer Kraft setzen. Zu guter Letzt muss man im Closing Argument den kompletten Tathergang rekonstruieren, indem man Puzzleteile richtig in einen Comic einfügt. Um das ganze noch etwas schwieriger zu gestalten hat man in den unterschiedlichen Herausforderungen immer nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. Läuft einem die Zeit aus oder verliert man das Vertrauen der Mitschüler weil man zu oft falsch gelegen hat, ist das Spiel verloren.

Am Ende eines Class Trials erwartet den erfolgreich entlarvten Mörder dann seine Strafe und man selbst wird anhand seiner Leistungen beurteilt. Je nachdem wie gut man dabei abgeschlossen hat erhält man eine gewisse Anzahl an Monomünzen. In der PS Vita-Version gibt es darüber hinaus noch einen exklusiven Schulleben-Modus, der freigeschalten wird sobald man das Spiel einmal durchgespielt hat.

Neben der Story ist auch die Grafik von Danganronpa: Trigger Happy Havoc ein interessanter Aspekt, da man sich zwar immer in einer dreidimensionalen Umgebung befindet, die meisten Objekte jedoch durch hochauflösende Billboards dargestellt werden. Dies trägt wiederum zur Atmosphäre bei, die durch die ungewöhnliche und bizarre Geschichte geschaffen wird. Der Sound weiß mit einer sehr guten englischen Synchronisation und einem passenden Soundtrack, der sich der jeweiligen Situation anpasst, zu überzeugen.

Da es sich bei Danganronpa: Trigger Happy Havoc um ein sehr Story-lastiges Spiel handelt, kommt es ab und an zu langen Textpassagen, die das ansonsten angenehme und abwechslungsreiche Gameplay etwas bremsen.

Fazit

Danganronpa: Trigger Happy Havoc fühlt sich wie eine Mischung der Persona- und Phoenix Wright-Reihen an. Es bietet eine bizarre, ungewöhnliche Story mit gut ausgearbeiteten Charakteren und einer dichten Atmosphäre, die zu fesseln weiß und die man bis zum (bitteren?) Ende erleben möchte. Auf der anderen Seite muss man sich immer wieder Verhandlungen stellen und dort sein Verhandlungsgeschick unter Beweis stellen, um einen Mörder zu entlarven und nicht nur sein eigenes, sondern auch das Leben aller anderen zu retten. Wer ungewöhnliche Spiel mag kommt um Danganronpa: Trigger Happy Havoc nicht herum.

Pro

  • Bizarre, ungewöhnliche Story mit dichter Atmosphäre
  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Sehr gut ausgearbeitete Charaktere
  • Auch auf Japanisch spielbar

Contra

  • Teilweise lange Textpassagen

9/10

Über den Autor

Kilian R.

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