Etwas mehr als ein halbes Jahr nach Erscheinen von Danganronpa: Trigger Happy Havoc können wir uns nun in den zweiten Teil der Danganronpa-Serie, Danganronpa 2: Goodbye Despair, stürzen, der ursprünglich 2012 in Japan für die PSP erschienen ist.

Man schlüpft in die Rolle von Hajime Hinata der zusammen mit 15 anderen Studenten an der Hope’s Peak Acadamy, einer Eliteschule an der nur ultimative Studenten aufgenommen werden, anfängt. Zusammen mit Usami, einem Hasen und der angeblichen Lehrerin, begeben sich die Studenten im Zuge eines angeblichen Schulausflugs auf eine entfernte tropische Insel namens Jabberwock Island. Dort sollen sich die Studenten besser kennenlernen und in Frieden zusammenleben.

Dabei haben sie die Rechnung jedoch ohne den Direktor der Schule, einem Bären namens Monokuma, gemacht, der die Kontrolle über die Insel übernimmt und die Studenten vor eine schreckliche Aufgabe stellt. Wenn man von der Insel entkommen will muss man einen seiner Mitschüler töten und mit dem Verbrechen ungeschoren davonkommen. Die Schüler müssen nach einem Mord in einem Class Trial den Mörder ermitteln. Liegen sie richtig, wird nur der Mörder bestraft, treffen sie jedoch die falsche Entscheidung werden alle anderen bestraft und der Mörder kann die Insel verlassen.

Wie auch schon im Vorgänger ist auch in Danganronpa 2: Goodbye Despair jedes Kapitel in drei Teile aufgeteilt. Im Daily Life kann man die Insel erkunden und mit den anderen Studenten Zeit verbringen, wodurch die Bande zu diesen verbessert werden wodurch man Hope Shards erhält. Mit diesen können neue Skills gekauft werden, die während des Class Trials zum Einsatz kommen. Sobald es auf der scheinbar friedlichen Insel zu einem Mord gekommen ist und drei Schüler den Leichnam gesehen haben beginnt das Deadly Life. In diesem gilt es Beweise – sogenannte Truth Bullets – zu sammeln und den aktuellen Mordfall zu untersuchen, um im Class Trial den Mörder ausfindig machen zu können.

Die bereits aus dem Vorgänger bekannten Gameplaymechaniken des Class Trials finden sich auch in Danganronpa 2 wieder, wobei jede mit Neuerungen aufwarten kann. Am häufigsten ist nach wie vor die Nonstop Debate, bei der die Charaktere automatisch ihre Gedanken zum aktuellen Thema kundtun. Schwachstellen werden dabei orange markiert und müssen mit der passenden Truth Bullet abgeschossen werden, um die Aussage zu widerlegen. Neu hierbei ist, dass es auch blaue Schwachstellen gibt, bei denen die passende Truth Bullet eingesetzt werden muss, um die Aussage zu bestätigen. Im Laufe des Spiels werden die Debatten schwieriger, in dem mehr mögliche Schwachpunkte hinzukommen oder man eine getätigte Aussage als Truth Bullet in der aktuellen Diskussion verwenden muss.

In (Improved) Hangam’s Gambit gilt es das Wort eines Anhaltspunktes zu erraten. Dabei muss man jeweils zwei gleiche umherfliegende Buchstaben zusammenbringen und diese explodieren lassen. Berühren sich zwei unterschiedliche Buchstaben oder will man einen falschen Buchstaben einsetzen, verliert man Energie. Das Bullet Time Battle heißt nun Panic Talk Action und hat sich gegenüber dem Vorgänger kaum verändert. Immer noch muss man Buttons im Rhythmus zur Musik drücken. Am Ende werden vier Wörter angezeigt, die man möglichst schnell zum richtigen Statement zusammenbauen muss. Zu guter Letzt muss man im Closing Argument den kompletten Tathergang rekonstruieren, indem man Puzzleteile richtig in einen Comic einfügt.

Neben diesen bekannten Mechaniken gibt es auch ein paar neue, die im Class Trial zum Einsatz kommen. Will ein Mitschüler euer Argument widerlegen kommt es zum Rebuttal Showdown, in dem ihr die Argumente eures Gegners im wahrsten Sinne des Wortes zerschneiden müsst, um die Oberhand zu gewinnen und im Gespräch weiterzukommen, bevor ihr mit dem richtigen Truth Sword (dem Gegenstück zu den Truth Bullets) den richtigen Schwachpunkt zerstört. In Logical Dive taucht ihr in eure eigene Psyche ein und fahrt mit einem Snowboard eine Logikröhre entlang. In dieser muss man nicht nur Hindernissen ausweichen, sondern sich basierend auf Fragen auch für den richtigen Weg entscheiden, um zu einer logischen Schlussfolgerung zu gelangen.

Zu guter Letzt gibt es dann noch Spot Select bei dem man ein Bild untersuchen und den richtigen Ort markieren muss. Um das Ganze noch etwas schwieriger zu gestalten hat man in den unterschiedlichen Herausforderungen immer nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. Läuft einem die Zeit aus oder verliert man das Vertrauen der Mitschüler weil man zu oft falsch gelegen hat, ist das Spiel verloren.

Natürlich gibt es auch außerhalb des Hauptspiels noch einiges zu tun. So verfügt man über ein virtuelles Haustier, das basierend auf den getätigten Schritten von Hajime wächst und um das man sich kümmern muss. Für erfolgreich großgezogene Haustiere gibt es Monokumamünzen, die man auch nach Class Trials oder durch das Finden versteckter Monokumabilder erhält. Mit diesen Münzen kann man verschiedene Geschenke erstehen, die man nicht nur seinem Haustier, sondern auch den anderen Mitschülern geben kann, um die Beziehung mit diesen zu verbessern.

Bereits nach Beendigung des ersten Kapitels schaltet man außerdem das Minispiel Magical Girl Miracle☆Monomi frei, in dem man als Monomi gegen Wellen von Gegnern kämpfen muss. Mit jedem abgeschlossenen Kapitel schaltet man eine weitere Stufe frei. Hat man das Spiel einmal durchgespielt stehen noch weitere Modi zur Verfügung. Im Island Mode hat Monokuma nicht die Kontrolle über die Insel übernommen und man kann sich ganz der Vertiefung der Freundschaften zu den anderen Charakteren widmen. Danganronpa IF ist eine kurze Geschichte, die eine alternative Handlung zu Danganronpa: Trigger Happy Havoc erzählt.

Neben der Story ist auch die Grafik von Danganronpa 2: Goodbye Despair ein interessanter Aspekt, da man sich zwar immer in einer dreidimensionalen Umgebung befindet, die meisten Objekte jedoch durch hochauflösende Billboards dargestellt werden. Dies trägt wiederum zur Atmosphäre bei, die durch die ungewöhnliche und bizarre Geschichte geschaffen wird. Der Sound weiß mit einer sehr guten englischen Synchronisation und einem passenden Soundtrack, der sich der jeweiligen Situation anpasst, zu überzeugen.

Fazit

Danganronpa 2: Goodbye Despair versteht es, wie auch schon der Vorgänger, den Spieler mit einer ungewöhnlichen Story und tiefgründigen Charakteren vor die Konsole zu fesseln. Das Gameplay ist dank der unterschiedlichen Teile eines jeden Kapitels und den Extras – wie dem virtuellen Haustier – abwechslungsreich und bei den Class Trials muss man vor allem auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad genau mitdenken. Fans von Danganronpa: Trigger Happy Havoc oder ungewöhnlichen Spielen im Allgemeinen kommen um Danganronpa 2: Goodbye Despair nicht herum.

Pro

  • Bizarre, ungewöhnliche Story mit dichter Atmosphäre
  • Abwechslungsreiches Gameplay
  • Sehr gut ausgearbeitete Charaktere
  • Zusätzliche Spielmodi nach erstmaligem Durchspielen
  • Wahlweise japanische Synchronisation

Contra

  • Leider kein Bundle wie in Japan
  • Keine durchgehende Sprachausgabe

9/10

Über den Autor

Konrad

Mein Name ist Konrad Lyzczarz, ich bin Herausgeber von Nextgen.at, bin 32 Jahre alt und wohne in Wien!

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