Cloudberry Kingdom ist das Erstlinkswerk des jungen amerikanischen Entwicklerstudios Pwnee Studios, das sich etwas ganz besonderes hat einfallen lassen. Cloudberry Kingdom ist ein 2D Plattformer bei dem man in jedem Level lediglich die nächste Tür erreichen muss, durch die man den nächsten Level betritt. Doch auch wenn manche dieser Level sehr kurz sind und in ein paar Sekunden abgeschlossen werden können, stecken sie voller Gefahren und böser Überraschungen, denen man natürlich aus dem Weg gehen muss.

Das interessante an diesem Spiel ist, dass die verschiedenen Levels prozedural von einer künstlichen Intelligenz erzeugt werden und sich die Schwierigkeit dabei an das Können des Spielers anpasst. Wird man am Anfang also mit sehr leichten Levels konfrontiert, erwarten einen im Laufe des Spiels, und mit zunehmender Sicherheit, immer schwierigere und unmöglicher anmutende Levels. Doch so unmöglich ein Level auch aussehen mag garantieren die dahinterstehenden Algorithmen, dass es immer durchspielbar ist, wovon man sich selbst im Spiel überzeugen kann, indem man der KI beim Spielen des Levels zusieht.

In jedem Level gibt es nämlich Münzen zu sammeln, mit denen man sich unterschiedliche Hilfsmittel pro Level kaufen kann. Dazu zählt eben ein computergesteuerter Charakter, der euch zeigt wie man durch den Level kommt. Darüber hinaus kann man sich auch ein Hilfsmittel kaufen, welches den Weg durch den aktuellen Level anzeigt beziehungsweise ein Tool mit dem man die Zeit verlangsamen kann.

Cloudberry Kingdom bietet unterschiedliche Spielmodi. Neben der sieben Kapitel umfassenden Kampagne finden sich auch noch vier Minispiele und ein freies Spiel, bei dem man die generierten Levels durch zuvor gesetzte Parameter selbst beeinflussen kann. Die Kampagne erzählt die Geschichte von Bob, in dessen Haut ihr schlüpft, der sich wieder einmal auf macht die entführte Prinzessin zu retten. Auf dieser Reise führt es ihn an verschiedene Orte, die sich in den Levels natürlich wiederspiegeln.

Bevor ihr einen der Spielmodi startet erhaltet ihr die Möglichkeit Bobs Aussehen anzupassen. So kann man die Farbe seines Gewandes ändern, sowie eine Kopfbedeckung, einen Bart und einen Umhang auswählen und so seinen ganz persönlichen Bob kreieren. Im Laufe des Spiels schaltet man immer mehr Gegenstände frei mit denen man seinen Charakter verschönern kann. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit seinen Charakter unsichtbar zu machen oder verschiedene Parameter, wie beispielsweise die Gravitation, anzupassen.

Darüber hinaus wird man während der Kampagnenlevels immer wieder mit unterschiedlichsten Gagdets ausgerüstet, die verschiedene Eigenschaften haben und Fähigkeiten verleihen. So verleihen Flügel beispielsweise die Fähigkeit des Doppelsprungs, während man mit einem Jetpak kurze Zeit fliegen kann. Besonders gemein und schwierig wird es mit Geräten wie Wheelie, bei dem Bob an ein Rad gekettet ist und man dieses durch die Levels steuert. Ebenfalls mit dabei sind kleine und große Versionen des Charakters, sowie einige andere Gerätschaften. Auch hier werden die Levels entsprechend dem eigenen Können und des gerade verwendeten Geräts generiert.

Während man in der Kampagne über unendlich viele Leben verfügt, sieht dies in den Minispielen etwas anders aus. Diese sind mit dem Arcade-Modus anderer Spiele zu vergleichen und so muss man in den verschiedenen Spielen immer wieder bei Level 1 beginnen und versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Dabei hält das Spiel unendlich viele Levels für euch bereit und man kann sich selbst ein bestimmtes Gerät aussuchen, sofern dieses freigeschalten wurde. Die Bedingungen für das Freischalten sind dabei bei jedem Spiel/Gerät festgehalten und umfassen das Abschließen einer bestimmten Anzahl von Levels mit einem vorgegebenen Gerät. In den Minispielen kann man sich durch online Bestenlisten auch mit dem Rest der Welt vergleichen.

Unabhängig vom Spielmodus bietet das Spiel einen Mehrspielermodus für bis zu vier Personen. Wer sich also mit anderen vergnügen will, kann sich bis zu drei seiner Freunde schnappen und zusammen durch die generierten Levels springen. Besonders gemein ist dabei der Modus bei dem alle Charaktere durch ein Gummiband aneinandergehängt sind und sich gegenseitig entsprechend beeinflussen.

Grafisch wartet Cloudberry Kingdom mit fein gestalteten HD-Sprites und geschmeidigen Spriteanimationen auf. Die Geschichte wird außerdem in einer interessanten comichaften 3D-Optik erzählt. Auf Seiten des Sounds finden sich verschiedenste Musikstücke, die von Rock bis Techno alles dabei haben und bei denen für jeden das Passende dabei ist. Da die Anzahl der Stücke beschränkt ist, wiederholen sie sich jedoch recht schnell. Die Soundeffekte wurden passend zur Optik gewählt und erinnern an eine längst vergangene Ära. Leider ist die Abstimmung bei den Lautstärken etwas unpassend, sodass man die Musik weit nach unten drehen muss, damit die Soundeffekte zur Geltung kommen.

Die Steuerung ist simpel gehalten und beschränkt sich weitestgehend auf Laufen und Springen, wobei man sich auch Ducken kann, was oftmals durchaus praktisch sein kann. Die unterschiedlichen Gerätschaften bieten außerdem eigene Funktionalitäten, über die man jedoch leider nicht aufgeklärt wird. So muss man beim ersten Kontakt mit einem neuen Gerät zuerst herumprobieren, um nichts zu übersehen und sich das Leben nicht unnötig schwer zu machen.

Fazit

Cloudberry Kingdom richtet sich an Liebhaber von 2D Plattformern, mit einem Hang zum Masochismus. Während die nette Optik und die anfänglich einfachen Level auf ein gemütliches Spiel hinweisen, wird man nach ein paar Levels eines besseren belehrt. Sehr beeindruckend sind die dahinterliegenden Algorithmen, die basierend auf verschiedenen Parametern, wie ausgerüstetem Gegenstand oder Zustand des Charakters, immer neue Level generieren. Durch die kurzen Level eignet sich Cloudberry Kingdom sehr gut für zwischendurch, wobei man den Suchtfaktor nicht unterschätzen darf.

Pro

  • Prozedural generierte Levels sorgen für unendlichen Nachschub
  • Levels werden an Können des Spieler angepasst
  • Niedliche Optik
  • Optionale Hilfen
  • Koop für bis zu 4 Spieler

Contra

  • Bedienung der unterschiedlichen Geräte wird nicht erklärt
  • Recht wenig unterschiedliche Musikstücke

7,5/10

Über den Autor

Kilian R.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.