Die Enttäuschung sitzt tief mit diesem hier. Klar darf man sich nie zu viel von einem Spiel erwarten, falls man nicht enttäuscht werden will und selbst wenn die Erwartungen erfüllt werden, wird man nie richtig überrascht, denn man erwartet schon im Vorhinein ein gutes Spiel. Also mein Tipp. Nie zu hohe Erwartungen an ein Spiel haben, denn dabei kann man nur verlieren. Was aber bei Castlevania: Lords of Shadow 2 nicht der Fall war. Ein ähnlich gutes Spiel wie der erste Teil hätte genügt um mich zufriedenzustellen. Doch Lords of Shadow 2 kommt nicht einmal annährend an die Qualität des ersten Spiels heran und deswegen sitzt die Enttäuschung so tief.

Castlevania: Lords of Shadow 2 fängt fantastisch an und ist an Epik kaum zu überbieten. Denn am Ende des ersten Lords of Shadow wurde Gabriel Belmont zu einem Vampir, dem mächtigsten aller Vampire, Dracula. Und so fängt auch der zweite Teil an. Eine Belagerung auf Draculas Schloss ist im vollen Gange. Die Bruderschaft des Lichtes will den Prinzen der Finsternis auslöschen. Aber keiner von denen ist sich bewusst, womit sie es zu tun haben. Denn als Dracula wird man spielend leicht mit den Soldaten, die in das Schloss eindringen, fertig. Sind die mal erledigt, begibt sich Gabriel nach draußen, wo eine ganze Armee zu Füßen eines riesigen mechanischen Ritters steht. Und ab diesem Moment denkt man sich: „Das ist genau das was ich von dem Spiel will“; gewaltige Kämpfe und epische Schauplätze, die durch eine tragische Geschichte verbunden werden. Doch das Spiel kann im weiteren Verlauf nichts davon einhalten. Das Ironische dabei ist, dass man diesen Teil des Spiels in der gratis Demo spielen kann.

Fangen wir mit dem positiven Teil an, denn der sollte um einiges schneller erledigt sein als der Negative.

Wie bereits erwähnt sind die ersten 20 Minuten des Spiels sehr gut, und haben sogar ein paar nette wenn auch unnötige Symphony of the Night Zitate verbaut. Auch das aus dem Vorgänger nahezu komplett übernommene Kampfsystem macht in diesem Teil viel Spaß, fühlt sich vielleicht nicht so gut wie das Kampfsystem aus den God of War Spielen an, oder hat auch nicht die Tiefe eines Bayonetta, doch ist im Großen und Ganzen ein sehr kompetentes System, das mit dem Wechsel von Licht- und Chaosmagie eine angenehme Dynamik in die Kämpfe bringt. Auch in diesem Teil sorgt die „helle“ Magie dafür, dass mit jedem Schlag auch ein wenig von Gabriels Lebensenergie wieder aufgefüllt wird und ist die „dunkle“ Magie aktiviert erhöht sich der Schaden bei jedem Schlag und man kann damit Panzer und Schilde von Gegnern durchbrechen.

Eine kleine Veränderung am Kampfsystem hat es trotzdem gegeben, die einen motivieren soll neue Kombos zu probieren. Es ist auch in diesem Teil möglich sehr viele Kombos freizuschalten, indem man die Erfahrungspunkte, die man im Kampf bekommt, ausgibt. Um seine Waffen zu verbessern, genügt es jedoch nicht nur die Kombos zu kaufen, denn man muss sie auch noch im Kampf einsetzen, was dafür sorgt, dass man ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für die Kombos findet und nicht immer nur auf denselben zwei Angriffen beharrt.

Nachdem man den Prolog hinter sich hat, werden wir in die Moderne verfrachtet wo Zobek Gabriel ein Angebot macht, das er nicht ausschlagen kann. Satan, den man am Ende des ersten Lords of Shadow aufgehalten hat, ist zurückzukommen und will ein weiteres Mal versuchen die Welt zu unterjochen. Der einzige der in der Lage ist ihn aufzuhalten ist Dracula. Der am Anfang des Spiels noch komplett nutzlos ist, denn durch einen Jahrtausende langen Schlaf hat er all seine Kräfte verloren und ist nicht einmal in der Lage sich mit den einfachsten Monstern zu messen.

Das ist jedoch nur eine narrative Krücke um uns dazu zu bringen all die Fähigkeiten, die wir ganz am Anfang hatten, wieder von Neuem einzusammeln, und um die Schlimmsten Schleichsequenzen die ich jemals gesehen habe in ein Spiel einzubauen. Diese Schleichsequenzen sind einfach nur fehl am Platz und sind bloß dazu da das Spiel zu entschleunigen, es in die Länge zu ziehen und den Spieler zu frustrieren. Wie fürchterlich unpassend diese Passagen sind merkt man an zwei verschiedenen Bosskämpfen. Denn bevor der richtige Kampf beginnt, wird von einem verlangt sich an das Ende eines Levels zu schleichen, um einen Schalter zu betätigen, der es einen erst dann erlaubt den Kampf zu starten.

Sollte es einem nicht gelingen den Level ungesehen zu passieren, muss man entweder einen weiteren unnötigen Kampf über sich ergehen lassen, oder wird an den Anfang des Levels zurück verfrachtet. Und generell gehen die meisten Bosskämpfe ein wenig zu lange.

Technisch gesehen ist das Spiel schon ganz ordentlich und sieht für ein PS3 und Xbox 360 Spiel sehr gut aus. Doch das schlechte Level Design kann davon leider einfach nicht Profit schlagen und auch wenn es keine matschigen Texturen gibt, sind die Level so langweilig designed dass es am Ende auch keine Rolle mehr spielt. Denn ob man sich in der modernen Zeit befindet oder in Draculas Schloss, die Level bestehen meisten aus einer Farbe: in der Moderne ist es grau und in dem Schloss ist es braun. Mir ist auch noch aufgefallen, dass der Ton an gewissen Stellen schlecht abgemischt wurde und so kommt es manchmal vor, dass die Hintergrund Geräusche lauter sind als der gesprochene Dialog.

Wo wir gerade bei Dialogen sind, die sind zum größten Teil sehr schlecht und abgedroschen geschrieben. Und sowieso ist die ganze Story Mist. Die Erklärung, warum man in den Zeitperioden hin und her wandert, ist, dass die Stadt in der das Spiel spielt, auf den Fundament von Draculas Schloss gebaut wurde, oder wenigstens ein Teil der Stadt. Gabriels Schloss will verhindern, dass er seine Ruhestätte verlässt und setzt ihm Hindernisse vor, um ihn am Gehen zu hindern. Es kommt ein weiser Wolf vor der nie wirklich erklärt wird, sondern der ist nur dafür da, um zwischen den Zeiten zu wechseln. Doch der Tiefpunkt der ganzen Geschichte ist das antiklimatische Ende. Aus Spoiler Gründen will ich nicht näher darauf eingehen, ihr sollt nur wissen, dass es einfach endet, und sich nicht wie der Abschluss einer Trilogie anfühlt, sondern mehr danach als hätten die Entwickler selber keine Lust mehr gehabt.

Fazit

Wie bereits mehrmals erwähnt ist Castlevania: Lords of Shadow 2 eine große Enttäuschung. Und kann nach dem sehr guten Prolog kaum mehr glänzen, auch die offenere Welt hilft dabei nicht. Wer jetzt gerade Lust auf ein Hack’n Slash Spiel mit Vampiren hat, der ist mit dem mittlerweile sehr günstigen ersten Teil viel besser beraten.

Pro

  • Prolog
  • Kampfsystem

Contra

  •  Stealth
  • Story
  • Level Design

6/10

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