Alle Jahre wieder erscheint Anfang November ein neuer Teil der Call of Duty-Reihe. Nachdem Treyarch mit Black Ops 2 im letzten Jahr einen soliden Ableger gezaubert hat, ist nun wieder Infinity Ward an der Reihe. Da wir auf einen Test der Playstation 3 und Xbox 360 Version verzichtet haben, nehmen wir die Xbox One Version genauer unter die Lupe!

Nachdem wir im Intro erfahren haben, dass die US-Armee an einer Superwaffe arbeitet und dass das Satellitensystem Odin, welches voll mit Raketen beladen ist, in den Orbit verlegt wurde, schlüpfen wir nach weiteren gefühlten 100 Explosionen in die Haut von Logan Walker, welcher mit seinem Vater und Bruder auf der Flucht ist. Denn das Satellitensystem wurde von Feinden übernommen und droht nun auf die Erde zu stürzen. Zehn Jahre später haben sich Reste der US-Armee in Los Angeles versammelt und die mysteriöse Einheit der Ghosts wird zu einem festen Bestandteil der Story. Somit entfernt man sich immer mehr von der typischen Call of Duty Geschichte, wie man sie immer von Infinity Ward gewohnt war.

Was sich leider noch immer nicht geändert hat, ist die Spielmechanik. Noch immer rennt man in endlosen Levelschläuchen umher und ballert alles weg, was sich einem in den Weg stellt. Die Gegner bleiben nach wie vor in ihrer Deckung und bewegen sich kaum, während ihre Kameraden alle das Zeitliche segnen. Diese Aneinanderreihung von Skripten lässt kaum Taktik zu und somit ist der Anspruch auch sehr gering.

Die Kulisse ist nach wie vor sehr anspruchsvoll und detailliert: Wo man auch hinsieht zieren Explosionen das Bild. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, explodiert oder geht in Flammen auf. Selbst andere Gruppierungen stehen sich abseits des Geschehens feindlich gegenüber. Durch diese Skripte schafft es Infinity Ward das Umfeld stets belebt wirken zu lassen.
Die Missionen sowie die Schauplätze sind sehr abwechslungsreich und gut designt. Neben Missionen im Orbit sind auch Schauplätze im Pazifik vertreten. Dabei steuert man Panzer, Torpedos und sogar Helikopter. Besonders die Unterwassermission konnte überzeugen und somit überflügelt Call of Duty Ghosts in Sachen Abwechslung das maue Battlefield 4.

Mit Riley, einem gut animierten deutschen Schäferhund, versucht Infinity Ward ein wenig Abwechslung in die eintönigen Abläufe zu bringen. Was wurde nicht im Vorfeld über den Vierbeiner berichtet und Werbung gemacht, dass dies ein großer Schritt für die Serie sei. In exakt zwei Missionen kann man an drei Stellen die Kontrolle über Riley übernehmen. Da hätte man sich nach dieser Großankündigung ein wenig mehr erwartet als nur drei Kurzeinsätze. Als wäre es nicht schon schlimm genug, ist Riley für die Handlung kaum zu gebrauchen. In einigen Missionen kann man mit Hilfe der RB-Taste den Hund auf Gegner hetzen und das war’s dann auch schon.

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Eine größere Enttäuschung hingegen ist die technische Präsentation. Im Vorfeld wurde ein grafischer Fortschritt mit der Einführung einer neuen Engine versprochen. Das Ergebnis sieht aber ziemlich mau aus. Während man den Stillstand auf PS3 und Xbox 360 angesichts der alten Konsolengeneration noch verstehen kann, bleiben die Mankos auch auf der Playstation 4 und Xbox One bestehen. Vor allem auf der Xbox One wird der Unterschied deutlich. Das Spiel selbst läuft auf 720p und wird dann von der Konsole auf 1080p berechnet. Flimmernde Kanten, verschwommene Ferne und ein insgesamt recht unsauberes Bild sind das Ergebnis. Aber auch die Playstation-Version wird den Erwartungen nicht gerecht und erreicht nur knapp das Niveau der PC-Version. Auch wenn im Vergleich zur PS3 und Xbox 360 Version Fortschritte bemerkbar sind: Die Kulisse ist auf keinen Fall „Next-Gen“.

Bei den Mehrspieler-Modi setzt man auf Bewährtes: Neben den klassischen Dauerbrennern wie Deathmach, Team-Deathmach und Domination gibt es auch den „Geliefert-Modus“, in welchem man Hundemarken zu einer Sammelstelle befördern muss. Der Mulitplayer-Modus ist nach wie vor das Herzstück des Spiels und bieten neben etlichen Aufrüstungsoptionen Spielspaß für Monate. Im Vergleich zur PS3 und Xbox 360 Version wurde das Limit nun auf 18 Spieler erhöht, ansonsten gibt es keine Unterschiede. Ein großer Pluspunkt ist die sehr genaue Steuerung. Das Xbox One-Gamepad harmoniert hervorragend mit den schnellen Multiplayerpartien und bieten so größeren Komfort. Auch die Online-Verbindung der Xbox One ist gewohnt gut. Server sind schnell gefunden und Einbrüche in der Bildrate gehören der Vergangenheit an.

Fazit

Auch auf den neuen Konsolen liefert Call of Duty Ghosts eine gute Figur ab. Neben der schwachen Story, die auf flachem Niveau irgendwie noch unterhält, lebt das Spiel nach wie vor vom Multiplayermodus. Infinity Ward kann vor allem in der Inszenierung der Missionen punkten und mit den abwechslungsreichen Schauplätzen überholt man Battlefield 4 in dieser Hinsicht. Im Vergleich zur 360 und PS3 bekriegen sich im Mehrspielermodus nun maxmial 18 Spieler auf den verschiedensten Karten und bietet somit Spaß für Wochen.

Pro

  • 18 Spieler im Multiplayer
  • Starke Inszenierung
  • Missionen sind abwechslungsreich
  • 60 Bilder pro Sekunde
  • Lokaler Mehrspielermodus

Contra

  • Kantenflimmern
  • Schwache Story
  • KI der Gegner immer noch fragwürdig
  • Insgesamt veraltete Technik
  • Riley hätte besser eingebunden werden können

8/10

Über den Autor

Ralph T.

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