Die vom schwedischen Entwickler EA Digital Illusions CE (DICE) entwickelte Battlefield-Serie erblickte im Jahre 2002 mit Battlefield 1942 das Licht der Spielwelt. Bereits damals konzentrierte man sich auf einen Team-basierten Kampf und den Einsatz von Fahrzeugen. Von diesem Zeitpunkt an wuchs die Serie jährlich um mindestens einen Titel oder ein Addon, sodass es mittlerweile einen großen Reigen an Battlefield-Spielen gibt. Der neueste Familienzuwachs ist Battlefield 4, den wir uns näher angesehen haben.

Der Fokus des Titels liegt klarerweise auf dem umfangreichen online Mehrspielermodus, jedoch wurde dem Spiel auch eine kleine Kampagne spendiert. Die Geschichte spielt im Jahr 2020, sechs Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers. Während sich die Spannungen zwischen Amerika und Russland auf einem Rekordhoch befinden, mischt sich auch noch China in die prekäre Lage ein. Admiral Chang will die aktuelle chinesische Regierung stürzen und sich im Falle eines Erfolgs mit Russland zusammentun und einen Krieg gegen die USA führen.

Die Amerikaner können dies natürlich nicht zulassen und so wird das Spezialkommando „Tombstone“ losgeschickt, um die Sache zu bereinigen. Ihr schlüpft dabei in die Rolle von Sgt. Daniel „Reck“ Recker der sich gemeinsam mit seinen Teamkameraden den Gegnern stellt. Die Kampagne besteht aus sieben Missionen, die euch an unterschiedlichste Schauplätze bringen. Obwohl man immer als Squad unterwegs ist, bleibt die meiste Arbeit an euch hängen. Denn ohne einen dezidierten Angriffsbefehl verhalten sich eure Kameraden sehr passiv und abwartend. Und auch wenn man den Befehl zum Angriff gibt darf man sich kein Voranstürmen erwarten, vielmehr werden lediglich jene Feinde angegriffen, die sich zum Zeitpunkt des Befehls in eurem Sichtfeld befunden haben.

Eine Neuerung im Einzelspielermodus von Battlefield 4 ist die taktische Ansicht, in der explosive Umgebungsgegenstände sowie Feinde farblich hervorgehoben werden. Letztere können in dieser Sicht auch markiert werden, wobei die Markierung so lange aufrecht bleibt, bis der Gegner getötet wurde. Dazu kann man wie immer aus einem ansprechenden Waffenarsenal  wählen, wobei neue Waffen durch das Absolvieren bestimmter Vorgaben beziehungsweise durch das Finden in den einzelnen Missionen freigeschalten werden.

An den großzügig verteilten Waffenkisten könnt ihr euer Kampfgerät jederzeit wechseln. Daneben gibt es auch noch Versorgungskisten für Gadgets, welche unter anderem Gerätschaften für Luft- und Panzerabwehr beinhalten. Hierbei wird die Auswahl der Gadgets jedoch leider vom Spiel und der aktuellen Mission eingeschränkt, sodass ihr größtenteils nur auf eine Teilmenge aller verfügbaren Gadgets zurückgreifen könnt.

Wie bereits erwähnt liegt der Fokus der Battlefield-Serie seit jeher auf dem Mehrspielermodus und das merkt man beim Spielen Kampagne sehr stark. Zum einen ist die Story nicht gerade berauschend und zum anderen hat man mit verschiedensten Problemen zu kämpfen. So kann es schon einmal vorkommen, dass man einen Checkpoint während einer Mission neu laden muss, weil das Spiel meint, man habe vergessen einen Gegner zu vernichten, obwohl keiner mehr zu finden ist. Durch das Laden des Checkpoints darf man den letzten Abschnitt dann nochmals spielen und hoffen, dass man es dem Spiel diesmal Recht macht.

Eine etwas schlimmere Variante ist jedoch die, bei der man gleich die gesamte Mission neu starten muss, um weiterzukommen. So wurden wir zwischen einem unserer Kollegen, die euch bei Berührung gerne durch die Gegend schieben, an eine Tür gedrückt woraufhin wir starben. Als ob dieser Umstand nicht verwirrend genug gewesen wäre, lief einer der Kollegen nach dem erneuten Laden des Checkpoints stur zu einem Punkt außerhalb des Gebäudes, wobei er alle Gesetze der Physik zu überwinden schien und schnurstracks durch Wände lief, und machte das Weiterkommen an dieser Stelle unmöglich.

Doch auch bei den Gegnern sind Kritikpunkte zu finden, vor allem was die Fähigkeit angeht Granaten zu werfen. Denn egal wie weit entfernt man vom Gegner ist, besitzt er die unglaubliche Fähigkeit eine Granate punktgenau an die eigene Position zu werfen, wohingegen unsereins nicht einmal über die Hälfte der Distanz zu werfen vermag. Auch verfügen sie über die beneidenswerte Fähigkeit euch aus unmöglichen Distanzen und Winkeln zu treffen.

Neben der schwachen Kampagne weiß der umfangreiche und starke Mehrspielermodus natürlich umso besser zu glänzen. In verschiedenen Team- und Squad-basierten Spielmodi kann man sich mit der Battlefield-Elite aus der ganzen Welt messen. Wie gehabt sammelt man im Spiel Erfahrungspunkte mit denen man im Level aufsteigt. Außerdem werden diese auch benötigt, damit man innerhalb der verschiedenen Klassen aufsteigen und dadurch neue Ausrüstungsgegenstände freischalten kann. Auch der wiederholte Gebrauch von Waffen und Fahrzeugen wird dahingehend honoriert wodurch man im Laufe seiner online Laufbahn immer neue Ausrüstung freischaltet.

Ebenfalls wieder mit an Bord ist der Commander Mode, bei dem ausgewählte Spieler eine taktische Kartenansicht erhalten und ihr Team durch das Spawnen von Fahrzeugen oder den Einsatz von Raketen unter die Arme greifen können. Natürlich gibt es auch neue Fahrzeuge und Camos, die nun auch auf Flugzeuge, Helikopter und Panzer angewendet werden können. Ein Manko des Mehrspielermodus ist erneut die Beschränkung auf 24 Spielern auf PS3 und Xbox 360. Dies zeigt sich besonders auf jenen Karten, die für 64 Spieler ausgelegt sind. Hier ergeben sich oft lange Wege zwischen den einzelnen Punkten und die maximal 24 Spieler verlieren sich in den Weiten der Karten.

Grafisch hinterlässt Battlefield 4 einen gemischten Eindruck. Die Zwischensequenzen und actionreichen Szenen sind äußerst sehenswert. Auch die Modelle der Hauptcharaktere wurden detailliert umgesetzt. Jedoch hatten Nebendarsteller kein so großes Glück und wirken sehr veraltet. Auch kommt es immer wieder zum Aufpoppen von Umgebungsgegenständen beziehungsweise Szenerien und da und dort finden sich auch unklare Texturen. Auch oftmals gesehen sind Clipping-Fehler. Der Sound weiß mit einer durchaus gelungenen Synchronisation und gewohnt guten Waffensounds zu überzeugen. Auch die stimmige Untermalung verschiedener Szenen kann sich hören lassen.

Fazit

Battlefield 4 ist wohl der letzte Teil der für die (noch) aktuelle Konsolengeneration erscheinen wird. Und der Abschied der Serie von PS3 und Xbox 360 ist etwas zweigeteilt. Da gibt es zum einen die schwache Kampagne, die mit verschiedensten Problemen zu kämpfen hat. Zum anderen verfügt das Spiel jedoch auch über einen ausgereiften Mehrspielermodus, der immer schon das Herzstück der Serie war. Doch auch wenn der Commander Mode sein Comeback feiert, gibt es insgesamt nicht viel Neues an der Mehrspielerfront. Nichtsdestotrotz kann man sich lange Zeit mit dem Mehrspielermodus beschäftigen und Battlefield-Veteranen werden auch mit Battlefield 4 ihren Spaß haben.

Pro

  • Ausgereifter Mehrspielermodus
  • Commander Mode ist wieder zurück
  • Dynamische Umgebungen
  • Umfangreiches Waffenarsenal und Anpassungsmöglichkeiten
  • Ausgezeichnetes Kartendesign…

Contra

  • …das für 24 Spieler teilweise unpassend ist
  • Gegner treffen aus unmöglichen Winkeln und Distanzen
  • Squadmitglieder sehr passiv und oftmals langsam
  • Clipping-Fehler
  • Manchmal erneutes Laden von Checkpoint oder Mission notwendig
  • Schwache Kampagne

7/10

Über den Autor

Kilian R.

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